WTF is IHK?

Nach einer aufmerksamkeitsstarken Teaserphase geht die Kampagne der IHK Berlin in die nächste Stufe. Mit „WTF is IHK?“ wurde bewusst Neugier geweckt und Gespräche angestoßen.

Jetzt löst die Kammer diese Frage auf – klar, sichtbar und mit Haltung. 

Die Unternehmer stehen stellvertretend für die Vielfalt der Berliner Wirtschaft. 

Durch ihre Perspektiven wird deutlich, was der Claim konkret bedeutet – und wie die IHK Berlin Unternehmen tatsächlich unterstützt. 

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Berliner Luft- und Raumfahrt

Spaceport Berlin: Fünf Matches für die Wirtschaft von morgen

New Space entwickelt sich vom Spezialmarkt zur Querschnittstechnologie für die Wirtschaft. Berlin bündelt zur ILA 2026 Forschung, Start-ups, Industrie, Datenkompetenz und Netzwerke – und zeigt, wie Raumfahrt Lösungen für Branchen schafft, die weit über den Orbit hinausreichen.

Von: Laura Dörling
Blick vom Weltall auf die Erde.

Die hochauflösenden, dreidimensionalen Erdbeobachtungsdaten von Reflex Aerospace ermöglichen eine unabhängige Überwachung kritischer Infrastrukturen in den Bereichen Energie, Verkehr, Umwelt und Sicherheit.

Ground Control to ILA: Was macht Berlin als New-Space-Standort so besonders? Nicht ein einzelner großer Player, sondern das Zusammenspiel vieler Kompetenzen: Forschung trifft auf Gründungsgeist, Satellitendaten auf Anwenderbranchen, Hardware auf Software, Raumfahrt auf Sicherheits- und Nachhaltigkeitsfragen.

Raumfahrt trifft Wirtschaft: Berlins New-Space-Szene dockt an

Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung ILA bringt diese Verbindungen auf die große Bühne. Der eigentliche Trend ist in Berlin aber längst sichtbar: Raumfahrt wird zur Querschnittstechnologie. Sie liefert Daten, Infrastruktur, Kommunikation und Präzision – und damit Lösungen für Branchen, die auf den ersten Blick wenig mit dem All zu tun haben. „New Space wird unbewusst von jedem Bürger genutzt: Navigation per GPS, Wettervorhersagen, internationale Kommunikation oder globale Logistik basieren unmittelbar auf Satellitentechnologien“, sagt Dr. Karsten Mühlenfeld, Geschäftsführer der Berlin-Brandenburg Aerospace Allianz (BBAA).

ILA Berlin 2026

Die ILA 2026 findet vom 10. bis 14. Juni auf dem Messegelände am Flughafen BER statt. Aussteller, Workshops und Panel-Talks rücken Raumfahrt im Kontext von Digitalisierung, Mobilität, Klimaschutz sowie Sicherheit in den Fokus. Die Fachbesuchertage laufen vom 10. bis 12. Juni, gefolgt von den Publikumstagen am 13. und 14. Juni.

Geballtes Potenzial: 5 Matches made in Heaven

Berlin ist Hauptstadt, Ballungsraum und Knotenpunkt für Visionäre aus der ganzen Welt. New Space ist dabei eine von vielen Szenen, die die Metropole kennzeichnen. Genau diese Vielfalt macht die Stadt so relevant. Space Tech findet nicht isoliert statt, sondern dockt an andere Berliner Stärken an.

Deep Tech, Datenwirtschaft, Forschung, Defence, Klima und Mobilität: Kompetenzen werden vernetzt, Potenziale zentral gebündelt. Wie das konkret aussehen kann, zeigen die folgenden 5 Matches made in Heaven.

Match 1: Moderne Forschung trifft auf Hands-on-Mentalität

Berlin steht für Wissenschaft, Forschung und Transfer. Die Technische Universität Berlin, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, außeruniversitäre Institute und zahlreiche Hochschulprojekte bilden eine starke Basis für Raumfahrt-Know-how. Gleichzeitig ist Berlin Deutschlands Gründungsmetropole: Jedes Jahr entstehen hier zahlreiche Start-ups, dazu kommen zehntausende Gewerbeanmeldungen.

Für New Space ist genau diese Verbindung entscheidend. Die Branche lebt nicht allein von großen Raumfahrtprogrammen, sondern von Ausgründungen, Prototypen, Spezialwissen und unternehmerischem Tempo. Forschung wird hier nicht nur publiziert, sondern in Produkte, Services und Geschäftsmodelle übersetzt.

Ein Beispiel ist Berlin Space Technologies. Das Unternehmen entstand aus dem Umfeld der TU Berlin und hat sich zu einem Anbieter für Kleinsatelliten und Satellitenkomponenten entwickelt. Aus akademischem Know-how wurde industrielle Raumfahrt „made in Berlin“.

Vom Nischensektor zum strategischen Industriezweig: New Space-Szene aus der Hauptstadt
Satellit mit ausgebreiteten Solarpaneelen über der Erde, die von einem Netzwerk aus Lichtlinien umgeben ist.
Raumfahrt Vom Nischensektor zum strategischen Industriezweig: New Space-Szene aus der Hauptstadt
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Jens Bartels
Wie ein Berliner Deep-Tech-Unternehmen Daten aus dem All verarbeitet
Foto von Martin Polak, Geschäftsführer von Planet Labs Germany.
Raumfahrt Wie ein Berliner Deep-Tech-Unternehmen Daten aus dem All verarbeitet
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Jens Bartels
Satelliten aus Berlin: The Sky is the Limit
Foto von Tom Segert von BST
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Jens Bartels

Match 2: Deep Tech trifft Hardware-Kompetenz

Berlin wird oft als Software-, Daten- und Start-up-Standort beschrieben. Für New Space reicht das allein aber nicht. Raumfahrt braucht Sensorik, Komponenten, Präzisionstechnik, Satellitenplattformen und Fertigungskompetenz. Auch dafür gibt es in der Hauptstadt gewachsene Strukturen.

Unternehmen wie Astrofein in Adlershof stehen für jahrzehntelange Erfahrung in Raumfahrtkomponenten und Systemen. Junge Anbieter wie Reflex Aerospace wiederum zeigen, wie schnell neue Satellitenkonzepte aus Berlin heraus entwickelt werden können. So entsteht eine Mischung, die für den Standort wertvoll ist: etablierte Ingenieurskompetenz trifft auf New-Space-Geschwindigkeit.

Astrofein Reaktionsräder in der Weltraumsimulationskammer

Hightech aus Adlershof: Astrofein testet Reaktionsräder, mit denen Satelliten ihre Ausrichtung im All präzise steuern können.

Raumfahrtunternehmen
70+
Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Berlin-Brandenburg sind laut BBAA im Bereich Raumfahrt aktiv.
Arbeitsplätze
17.000
Menschen arbeiten in Berlin und Brandenburg direkt oder indirekt für die Luft- und Raumfahrt. Die Branche zählt damit zu den relevanten industriellen Wachstumsmotoren der Hauptstadtregion.
ILA
750+
Aussteller werden zur ILA Berlin 2026 erwartet – aus 37 Ländern. Dazu kommen mehr als 100.000 erwartete Besucherinnen und Besucher sowie über 100 Flugzeuge auf dem Gelände.

Match 3: Daten aus dem All finden Anwendung im Alltag

Der wirtschaftliche Wert von New Space entsteht oft erst durch die Daten, die aus dem All kommen. Erdbeobachtung, Navigation, Kommunikation und Wetterinformationen sind längst Teil unseres Alltags. Sie stecken in Logistikprozessen, Mobilitätsangeboten, Infrastrukturplanung, Landwirtschaft, Klimaanpassung und Sicherheitsanalysen.

„Durch diese Bewegung entstehen zahlreiche neue Anwendungsfelder – von hochauflösender Erdbeobachtung für die Landwirtschaft über die Überwachung von Naturkatastrophen bis hin zu Geodatenanwendungen und satellitengestützter Internetversorgung“, sagt Mühlenfeld. Für Berlin ist das besonders interessant, weil hier viele potenzielle Anwender sitzen, etwa Mobilitätsunternehmen, Energieanbieter, Logistiker, digitale Plattformen, Verwaltungen, Sicherheitsakteure und Unternehmen mit kritischer Infrastruktur.

Wie daraus ein Geschäftsmodell wird, zeigt LiveEO. Das Berliner Unternehmen nutzt Satellitendaten und KI, um Risiken an Infrastruktur sichtbar zu machen – etwa entlang von Bahnstrecken, Stromtrassen oder Pipelines. Aus Bildern aus dem All werden konkrete Entscheidungen auf der Erde: Welche Vegetation gefährdet eine Leitung? Wo verändert sich der Boden? Welche Assets brauchen zuerst Aufmerksamkeit?

Match 4: Satelliten umkreisen Sicherheitspolitik

Satelliten sind heute Teil kritischer Infrastruktur. Ohne sie funktionieren Kommunikation, Navigation, Wetterdaten, Lagebilder und Frühwarnsysteme nur eingeschränkt. Die sicherheitspolitische Bedeutung des Weltraums wächst. Gefragt sind resiliente Satellitensysteme, sichere Kommunikation, Erdbeobachtung, Sensorik, Datenanalyse und schnelle Reaktionsfähigkeit.

Für Berliner New-Space-Unternehmen eröffnet das neue Märkte – nicht nur im klassischen Verteidigungsumfeld, sondern auch bei Energie, Verkehr, Versorgung und Katastrophenschutz. Raumfahrt wird damit zur Standortfrage: Wer Daten, Systeme und Kompetenzen bündelt, stärkt technologische Souveränität.

Match 5: Plattformen vernetzen Potenziale

„Kaum ein Raumfahrtprojekt entsteht vollständig an einem Ort oder in einem Unternehmen. Es bedarf meistens sehr vieler beteiligte Akteure“, weiß Mühlenfeld. Forschung, Komponenten, Satellitenbau, Datenanalyse, Finanzierung, Regulierung, Anwendung: New Space ist Teamarbeit.

„Da es bei Start-ups und kleinen Unternehmen häufig auch an Geld fehlt, sind geförderte Netzwerke und Clusterorganisationen ein entscheidender Standortvorteil, der helfen kann, Unternehmen zusammenbringen, internationale Kontakte aufzubauen und Kooperationen zu ermöglichen, die andernfalls oft nicht zustande kämen. Berlin hat dazu das geförderte Netzwerkprojekt Space Berlin International SBI etabliert, welches genau diese Aufgabe erfüllen soll“, so Mühlenfeld.

Auch die Berlin-Brandenburg Aerospace Allianz macht sichtbar, welche Kompetenzen in der Region vorhanden sind. Sie vernetzt Start-ups mit etablierten Unternehmen, Forschung mit Anwendung, Politik mit Wirtschaft und Newcomer mit erfahrenen Spezialisten.

Genau darin liegt Berlins Stärke. Der Standort setzt auf Anschlussfähigkeit. Raumfahrt trifft hier auf Branchen, die Daten, Sicherheit, Nachhaltigkeit und technologische Souveränität brauchen. Oder anders gesagt: Nicht die Rakete ist die eigentliche Story. Sondern das Andocken.