IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Nach einer aufmerksamkeitsstarken Teaserphase geht die Kampagne der IHK Berlin in die nächste Stufe. Mit „WTF is IHK?“ wurde bewusst Neugier geweckt und Gespräche angestoßen.

Jetzt löst die Kammer diese Frage auf – klar, sichtbar und mit Haltung. 

Die Unternehmer stehen stellvertretend für die Vielfalt der Berliner Wirtschaft. 

Durch ihre Perspektiven wird deutlich, was der Claim konkret bedeutet – und wie die IHK Berlin Unternehmen tatsächlich unterstützt. 

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Tourismus in Berlin

Hotelneubauten in Berlin – gehen dem Gastgewerbe die Gäste aus?

Erstmals seit der Corona-Pandemie war 2025 die Zahl der Touristen in Berlin rückläufig. Dennoch bleibt die Branche ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Stadt, auch in der Stadtentwicklung. Mehr als 80 neue Hotels und Hostels sind aktuell in der Planung oder im Bau. Wo sollen dafür die zusätzlichen Übernachtungsgäste kommen – oder wird der Kuchen einfach neu verteilt?

Von: Mateusz Hartwich
Das ehemalige Hotel Tiergarten beim Umbau

Umbau in der Straße des 17. Juni: Das frühere Novotel soll in der zweiten Jahreshälfte als Clayton Hotel Tiergarten in Betrieb gehen

Hat Berlin zu viele Hotels? Diese Frage scheint in der Berliner Politik einige zu bewegen. Das Stichwort „Overtourism“ hat wieder Konjunktur. Schon werden Stimmen laut, vermeintlich überschüssige oder leerstehende Hotels in Wohnraum umzuwandeln – ein Fall könnte das ehemalige Hostel „Georghof“ in Friedrichshain werden. Abgesehen von den baurechtlichen Hürden stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit. Eine spürbare Entlastung für den Wohnungsmarkt würden einige hundert frühere Hotelzimmer jedenfalls nicht bringen.

Berlins Tourismusbranche zieht Bilanz: Nicht „out“, aber …
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Laurenzia Kiesche
Tourismus in Berlin: 2025 weniger Gäste und Übernachtungen
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7.145 Hotelzimmer in Planung
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Auf der einen Seite finden sich also die beliebten Innenstadtbezirke, wo sich die meisten Hotels und auch die meisten Ferienwohnungen auf Internetplattformen befinden. Von dort hört man die meisten Klagen über steigende Mietpreise, nächtlichen Lärm und Vermüllung. Auf der anderen Seite müsste man im Fachjargon von einem „herausfordernden Umfeld“ sprechen: steigende Baukosten, Fachkräftemangel und vor allem die leicht gesunkenen Touristenzahlen. Und trotzdem kommen in den nächsten Jahren insgesamt knapp 10.000 Betten dazu. Wie erklärt sich das?

Aus unserer Sicht ist die Frage weniger, ob Berlin zu viele Hotelbetten hat, sondern ob die Konzepte dahinter stark genug sind. Der Markt wird anspruchsvoller, und reine Übernachtungseinrichtungen werden es künftig schwerer haben. Wir glauben daher nicht an ein grundsätzliches Überangebot, sondern an eine stärkere Differenzierung im Markt. Konzepte mit klarer Identität, guter Lage und einem echten Mehrwert für Gäste und Locals werden sich weiterhin behaupten.“
Phillip Rokeach CEO Amano Group

Berlins größter Hotelneubau: Estrel

Das Estrel in Neukölln ist mit 1.125 Zimmern und Suiten jetzt schon das größte Hotel in Deutschland. Hinzu kommen die 30.000 Quadratmeter des Estrel Congress Centers (ECC) – dem größten Berliner Kongresszentrum – sowie ein Showtheater. Mit dem im Bau befindlichen Estrel Tower (176 Meter Höhe) entstehen weitere 525 Hotelzimmer. Noch ist weiterhin von einer Eröffnung Ende 2026 die Rede. Bereits im September 2025 wurde Daniel Neubauer als Director Estrel Tower vorgestellt, Uta Jacobi bleibt Hoteldirektorin im „Stammhaus“.

Der Kongressbereich im Estrel Hotel in Berlin-Neukölln

Der Kongressbereich im Estrel Hotel in Berlin-Neukölln

Im Interview mit der „Berliner Wirtschaft“ gab die Eigentümerfamilie Streletzki seinerzeit ein klares Ziel aus: „Wenn Berlin den Anspruch hat, eine Weltstadt zu sein, in die Menschen aus der ganzen Welt gern kommen, dann sind Großveranstaltungen ein ganz wichtiger Faktor, damit möglichst viele Menschen sehen, was diese Stadt zu bieten hat“. Einen stärkeren Fokus auf Events und Kongresse gibt auch die städtische Tourismusagentur VisitBerlin aus – neben Maßnahmen für einen „stadtverträglichen Tourismus“ und mehr Werbung für die Außenbezirke.

Wandlung im Bestand

Neben neuen Hotels prägen auch Umbauten undBetreiberwechsel die Branche in Berlin. Bekannte Marken wie das „Four Seasons“ sollen 2027 wieder präsent sein – nach Umbau des heutigen Hotel de Rome. Das frühere „Four Seaons“ wurde 2004 zum „Regent“ am Gendarmenmarkt, das Objekt steht aber seit Ende 2024 leer, ein neuer Pächter im hochpreisigen Segment wird gesucht. Auch das Fünf-Sterne-Haus Swissôtel am Kurfürstendamm wird aktuell umgestaltet und soll Anfang 2028 als „Ruby Hotel“ wiedereröffnen.

Bürohochhaus zu Bettenburg

Das frühere GSW-Hochhaus in der Charlottenstraße (Kreuzberg), zwischenzeitlich als „Rocket Tower“ bekannt, wird aktuell von der Hostelgruppe a&o in das größte Hostel Europas mit ca. 2.500 Betten umgebaut. Eröffnung: Anfang 2027.

Nicht ganz so groß wie das Hotelhochhaus in Neukölln ist der „Tiergarten Tower“ an der Straße des 17. Juni mit 16 Etagen. Das frühere Novotel mit gut 270 Zimmern wurde von der irischen Dalata Hotel Group übernommen und wird schon in der zweiten Hälfte des laufenden 2026 als Clayton Hotel Tiergarten in Betrieb gehen. Revitalisierung unter Nachhaltigkeitsaspekten – das ist die Devise, nicht Umwandlung in Büros oder Wohnungen. So wie bei vielen artverwandten Projekten in Berlin geht es um Modernisierung, ESG-Zertifizierung und Öffnung für neue Nutzungen, etwa „Serviced Apartments“. Ob den Investoren eine attraktive Alternative für die Geldanlage fehlt oder sie vom Comeback der Touristen oder gar weiterem Wachstum überzeugt sind, ist wohl in jedem Einzelfall anders zu bewerten.

Hotelimmobilien
66,1 Milliarden
Euro
betrug das Marktvolumen bei deutschen Hotelimmobilien laut einer Studie von bulwiengesa und Union Investment für 2025
Hotelimmobilien
10.000
Hotelzimmer
wurden im Jahr 2025 deutschlandweit fertiggestellt und auf den Markt gebracht
Hotelimmobilien
1/3
der neu auf den Markt gekommenen Hotelzimmer entstand durch Revitalisierung oder Umnutzung bestehender Immobilien

Klar ist, dass die Stadt auf Großveranstaltungen und Kongresse setzt, dafür wurden in jüngster Zeit zahlreiche neue Messeformate angeworben, insbesondere in den Bereichen Tech und Gesundheitswirtschaft. Zum einen sind Kongressbesucher im Schnitt ausgabefreudiger, was auch der Berliner Gastronomie und dem Handel zugutekommen würde, zum anderen macht man sich damit ein Stück weit unabhängiger vom preissensiblen Städtetourismus, der durch Billig-Airlines getrieben wird. Zuletzt kündigte die irische Fluggesellschaft Ryanair an, ihre Basis am BER aus Kostengründen zu schließen und die Zahl der Flüge um rund die Hälfte zu reduzieren. Für den Tourismus und somit den Wirtschaftsstandort relevant ist eher die Anbindung des Hauptstadtflughafens, vor allem fehlende Langstreckenverbindungen, die internationale Messegäste nach Berlin bringen sollen.