IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Nach einer aufmerksamkeitsstarken Teaserphase geht die Kampagne der IHK Berlin in die nächste Stufe. Mit „WTF is IHK?“ wurde bewusst Neugier geweckt und Gespräche angestoßen.

Jetzt löst die Kammer diese Frage auf – klar, sichtbar und mit Haltung. 

Die Unternehmer stehen stellvertretend für die Vielfalt der Berliner Wirtschaft. 

Durch ihre Perspektiven wird deutlich, was der Claim konkret bedeutet – und wie die IHK Berlin Unternehmen tatsächlich unterstützt. 

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Social Economy in Berlin

Arbeiten mit Autismus: auticon stärkt Neuroinklusion – und profitiert davon

Die auticon Deutschland GmbH zeigt, wie gut Neuroinklusion im Arbeitsalltag funktionieren kann. Entscheidend sind verbindliche Rahmenbedingungen und sensibilisierte Führungskräfte.

Sabrina Benning
Zwei Männer blicken auf einen Computerbildschirm, einer sitzt am Schreibtisch

Auticon passt seine Arbeitsumgebung den Bedürfnissen seiner Fachkräfte an.

auticon: Wie Neuroinklusion wirtschaftlichen Erfolg stärkt

Mit Engagement zum Erfolg: auticon wurde 2011 in Berlin gegründet und gilt als Pionier für die Beschäftigung von Autistinnen und Autisten im IT-Bereich. Das Unternehmen vermittelt hochqualifizierte autistische Fachkräfte für Projekte in den Bereichen Softwareentwicklung, Datenanalyse, Qualitätssicherung und Cybersecurity. Heute ist auticon international tätig und setzt sich weltweit für mehr Neuroinklusion und Teilhabe am Arbeitsmarkt ein.

Das Unternehmen verbindet professionelle IT-Dienstleistungen mit einem sozialwirtschaftlichen Ansatz. Der Kern des Modells: Arbeitsbedingungen werden so gestaltet, dass autistische Mitarbeitende ihre fachlichen Stärken gezielt einbringen können. Dafür setzt auticon auf klare Rollen, strukturierte Prozesse, transparente Kommunikation und professionelle Begleitung im Arbeitsalltag.

Die Unternehmenspolitik von auticon setzt dabei auf faire Beschäftigung und gleichberechtigte Teilhabe von Autistinnen und Autisten am regulären Arbeitsmarkt. Geschäftsführer Dieter Hahn verweist auf die weiterhin bestehenden Unterschiede: „Bei gleicher oder höherer Qualifikation sind fünf Mal so viele Autistinnen und Autisten arbeitslos wie sogenannte neurotypische Erwachsene.“ Genau hier setzt auticon an.

Das Modell zeigt: Neuroinklusion ist nicht nur ein sozialpolitisches Anliegen. Sie kann auch wirtschaftlich funktionieren, wenn Unternehmen passende Rahmenbedingungen schaffen und neurodivergente Talente nicht an Defiziten messen, sondern an ihren Stärken.

Was bedeutet Neuroinklusion?

Neuroinklusion beschreibt Arbeitsumgebungen, die unterschiedliche Denk-, Wahrnehmungs- und Kommunikationsweisen berücksichtigen. Ziel ist nicht Anpassung um jeden Preis, sondern das Schaffen von fairen und gleichberechtigten Rahmenbedingungen für alle Mitarbeitenden. Dazu gehören klare Kommunikation, strukturierte Prozesse, verlässliches Onboarding und sensibilisierte Führungskräfte.

Neuroinklusion kann insbesondere beim Arbeiten mit Autismus helfen, Barrieren abzubauen und individuelle Stärken sichtbar zu machen. Sie ist ein wichtiger Bestandteil moderner Diversity-, Equity- und Inclusion-Strategien (DEI).

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Kirsten Niemann

Arbeiten mit Autismus: Was Unternehmen von auticon lernen können

auticon arbeitet mit einem Modell, das auf Stärkenorientierung, klaren Aufgabenprofilen und professioneller Begleitung basiert. Die Arbeitsumgebung wird an die Bedürfnisse der Fachkräfte angepasst, damit sie ihre Kompetenzen bestmöglich einsetzen können. Dazu gehören eindeutige Zuständigkeiten, planbare Abläufe und eine Kommunikation, die möglichst wenig Raum für Missverständnisse lässt.

Für Unternehmen ist das ein wichtiger Lernpunkt: Neuroinklusion entsteht nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch verlässliche Strukturen. Wer mit autistischen oder anderen neurodivergenten Fachkräften arbeitet, sollte Aufgaben klar beschreiben, Erwartungen transparent machen und Führungskräfte für unterschiedliche Wahrnehmungs- und Kommunikationsweisen sensibilisieren.

Der jährliche Global Impact Report dient auticon dabei als wichtiges Steuerungsinstrument. Dieter Hahn erklärt: „Der Report hilft uns, das Thema Neurodiversität stärker in die Öffentlichkeit zu bringen und gleichzeitig unser Modell konstant weiterzuentwickeln.“

Warum ist Neuroinklusion so wichtig?

Schätzungen zufolge gelten weltweit rund 15 bis 20 Prozent der Menschen als neurodivergent. Dazu zählen unter anderem Autismus, ADHS, Legasthenie und Dyskalkulie. Übertragen auf Deutschland entspricht das etwa 12,5 bis 16,7 Millionen Menschen, in Berlin rund 580.000 bis 780.000 Menschen.

Viele neurodivergente Menschen sind trotz guter oder sehr guter Qualifikation auf dem Arbeitsmarkt unterrepräsentiert. Unternehmen können durch Neuroinklusion zusätzliche Fachkräftepotenziale erschließen – insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels.

Unterschiedliche Denk- und Problemlösungsansätze fördern Innovation, Kreativität und neue Perspektiven in Teams. Klare Strukturen, transparente Kommunikation und verlässliche Prozesse verbessern häufig die Zusammenarbeit für alle Beschäftigten.

So gelingt Neuroinklusion im Unternehmen: Klare Rollen, gutes Onboarding, bessere Zusammenarbeit

Unternehmen, die Neuroinklusion in ihre Strukturen integrieren möchten, können bereits mit grundlegenden Maßnahmen starten. Essenziell sind:

  1. ein strukturiertes Onboarding,
  2. eindeutige Aufgabenprofile,
  3. transparente Kommunikation und
  4. Führungskräfte, die für neurodivergente Perspektiven sensibilisiert sind.

Solche Rahmenbedingungen erleichtern nicht nur das Arbeiten mit Autismus, sondern verbessern häufig auch Prozesse für das gesamte Team. Denn klare Zuständigkeiten, verständliche Kommunikation und verlässliche Abläufe helfen nicht nur neurodivergenten Mitarbeitenden, sondern schaffen Orientierung für alle Beschäftigten.

Die auticon Deutschland GmbH zeigt, dass soziale Innovation und wirtschaftlicher Erfolg kein Widerspruch sind. Neuroinklusion erweitert klassische Geschäftsmodelle, macht neue Fachkräftepotenziale zugänglich und stärkt langfristig die Wettbewerbsfähigkeit. Unternehmen, die neurodiverse Talente gezielt fördern, schaffen nicht nur mehr Teilhabe, sondern profitieren auch von neuen Perspektiven, innovativen Lösungsansätzen und einer stärkeren Arbeitgebermarke.