7 x 3 Ultra-Kurz-Interview

Nikita Fahrenholz: Vom Lieferdienst-Exit zum Luxusgaragen-Start-up

  • Nikita Fahrenholz, Ex-Lieferheld-Gründer, baut mit Fahrengold Luxusgaragen für Sport- und Supercars.
  • Produktion erfolgt in Marzahn, Kunden sitzen u. a. in Miami und Dubai; Zielmarkt: rund eine Million potenzielle Käufer.
  • Flagship-Modell FG-01 kostet 75.000–120.000 Euro netto, u. a. mit Klima, Alarmanlage, Ladesäule und Smart-Features.
  • Wichtiger Partner ist Bugatti; Skybrain und IBB Capital investierten eine siebenstellige Summe.
  • Nach Erfolgen (Lieferheld) und Rückschlägen (Book a Tiger, Actio-Insolvenz) wagt Fahrenholz mit Fahrengold den Neustart.

Von Marzahn nach Miami – Fahrengold erobert den Luxusmarkt

Die High-End-Produkte gehen nach Miami oder Dubai, pruduziert wird aber in einer Garage in Marzahn. Fahrengold heißt das Start-up von Nikita Fahrenholz, das so gar nicht digital daherkommt. Der Berliner, der einst den Internetgiganten Lieferheld gründete, baut heute Luxusgaragen für Luxusautos – und bedient damit eine Nische, die er und seine Investoren weltweit auf rund eine Million mögliche Kunden einschätzen. Gut also, dass es bislang nur einen Hersteller für Supergaragen gibt, nämlich Fahrengold selbst.

Das Flagship-Modell FG-01 kostet zwischen 75.000 und 120.000 Euro netto, je nach Konfiguration: Farbe, Scheiben, Klimaanlage, Reifenschoner, Alarmanlage, Ladesäule, Strom-, Abwasser- und Internetanschluss. Wichtigster Partner von Fahrengold ist Bugatti. Im Herbst 2024 investierten das Family Office Skybrain und IBB Capital eine siebenstellige Summe in Fahrenholz` Start-up, das demnächst eine schwarze Null schreiben will.

Neustart mit Nischenprodukt – die Gründerstory von Nikita Fahrenholz

Nikita Fahrenhoz wuchs in Hellersdorf als Sohn einer alleinerziehenden russischen Einwanderin auf. 2010 gründete er mit Claude Ritter und Markus Fuhrmann den Bringdienst Lieferheld, aus dem er 2014 einen Multimillionen-Exit hinlegte, der ihn auf die Liste der 1.000 reichsten Deutschen katapultierte. Seine späteren Gründungen – die Putzkraftplattform Book a Tiger und die Selbstoptimierungs-App Actio – waren weniger erfolgreich: Book a Tiger ging in einem hart umkämpften Markt an Helpling, und mit Actio musste er vergangenes Jahr sogar erstmals eine Insolvenz anmelden. Nun drückt der passionierte Rennsportwagenfahrer noch mal aufs Gaspedal – mit seinem Liebhaberprojekt Fahrengold, bei dem er seit Neuestem erstmals selbst auf dem Chefsessel sitzt.