IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Nach einer aufmerksamkeitsstarken Teaserphase geht die Kampagne der IHK Berlin in die nächste Stufe. Mit „WTF is IHK?“ wurde bewusst Neugier geweckt und Gespräche angestoßen.

Jetzt löst die Kammer diese Frage auf – klar, sichtbar und mit Haltung. 

Die Unternehmer stehen stellvertretend für die Vielfalt der Berliner Wirtschaft. 

Durch ihre Perspektiven wird deutlich, was der Claim konkret bedeutet – und wie die IHK Berlin Unternehmen tatsächlich unterstützt. 

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Berliner Zukunftsdekade 2034–2044

Wie IBA, Expo und Olympia Milliarden bewegen sollen

Olympia, Expo und IBA könnten Berlin über Jahre prägen. Mit der Berliner Zukunftsdekade 2034–2044 will die Wirtschaft daraus einen gemeinsamen Investitionszyklus machen – mit Milliardenpotenzial für Infrastruktur, Innovation und Unternehmen.

Fabian Nestler

Wirtschaft und Infrastruktur erwarten einen Entwicklungsschub

Berlin hat einen hohen Investitionsbedarf – bei Verkehr und Infrastruktur ebenso wie beim Wohnungsbau und der Stadtentwicklung. Die Berliner Wirtschaft will daraus einen langfristigen Fahrplan machen. Bereits 2025 bekannten sich Kammern und Verbände gemeinsam zur Zukunftsdekade 2034 bis 2044. Internationale Bauausstellung (IBA), Expo 2035, das 800-jährige Stadtjubiläum 2037 sowie mögliche Olympische und Paralympische Spiele sollen dabei nicht als einzelne Großereignisse geplant werden, sondern als zusammenhängender Investitions- und Innovationszyklus.

Die Idee: Berlin investiert nicht für ein paar Wochen internationale Aufmerksamkeit, sondern nutzt feste Termine, um Projekte umzusetzen, von denen Unternehmen und Stadtgesellschaft langfristig profitieren. Die IHK fordert dafür einen Masterplan, der Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft zusammenführt.

IHK Berlin beteiligt sich an EXPO 2035
Beispielfoto von der Expo 2035 in Berlin
Weltausstellung in Berlin IHK Berlin beteiligt sich an EXPO 2035
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Jens Bartels
Berlins Olympia-Bewerbung
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Großveranstaltungen Berlins Olympia-Bewerbung
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IBA Berlin 2034: Das erste Projekt der Zukunftsdekade ist beschlossen

Bei einem Baustein der Zukunftsdekade hat Berlin bereits Fakten geschaffen: Im März 2026 beschloss der Senat die Durchführung der Internationalen Bauausstellung Berlin 2034–2037 sowie die Gründung einer eigenen IBA-Gesellschaft. Die Sondierungsphase ist inzwischen abgeschlossen, Berlin befindet sich in der Start- und Experimentierphase.

Die IBA soll neue Lösungen für Flächennutzung, Wohnen, klimaresilientes Bauen und den Umbau der bestehenden Stadt erproben. Für die Wirtschaft liegt der Reiz vor allem in der Verbindung mit den folgenden Großprojekten. IHK-Präsident Sebastian Stietzel sieht erst im Zusammenspiel von IBA, Expo und Olympischen Spielen den möglichen „Investitions- und Innovationsbooster“, den Berlin brauche.

Berliner Zukunftsdekade 2034–2044: IBA, Expo und Olympia im Überblick

  • 2034–2037: Internationale Bauausstellung
    Berlin soll zum Reallabor für Wohnen, Bauen, Klimaanpassung und neue Formen der Flächennutzung werden.
  • 2035: Expo
    Eine dezentrale Weltausstellung soll Innovationen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Stadtgesellschaft sichtbar machen und Investitionen beschleunigen.
  • 2037: 800 Jahre Berlin
    Das Stadtjubiläum könnte die Ergebnisse der Transformation international präsentieren und zusätzliche touristische Aufmerksamkeit schaffen.
  • Olympische und Paralympische Spiele
    In der ursprünglichen Zukunftsdekade waren 2040 oder 2044 vorgesehen. Mit BERLIN+ bewirbt sich die Hauptstadtregion inzwischen im deutschen Auswahlverfahren für Spiele 2036, 2040 oder 2044.

Expo 2035 Berlin: Fast zehn Milliarden Euro Wirtschaftseffekt möglich

Basierend auf Erfahrungen mit vergleichbaren Großereignissen erwartet die Berliner Wirtschaft über die Zukunftsdekade einen volkswirtschaftlichen Mehrwert von mehr als 13 Milliarden Euro. Die sogenannte Stadtrendite ist allerdings keine garantierte Einnahme, sondern eine Prognose möglicher wirtschaftlicher Effekte.

Besonders konkret sind die Berechnungen bislang für die Expo 2035. Eine von der Expo-Initiative beauftragte PwC-Kalkulation geht von rund 30 Millionen Besuchen aus. Einnahmen und direkte Ausgaben könnten jeweils rund 2,1 Milliarden Euro erreichen. Für Berlin wird ein zusätzlicher Wirtschaftseffekt von fast zehn Milliarden Euro kalkuliert. Gleichzeitig wäre eine erhebliche Vorfinanzierung nötig.

Expo Berlin: Infrastruktur statt Prestigeprojekt

Für die IHK ist eine Expo deshalb weit mehr als eine sechsmonatige Großveranstaltung. Infrastrukturprojekte, Innovationen, Fachkräfteentwicklung und internationale Kooperationen könnten auf einen festen Termin ausgerichtet und dadurch beschleunigt werden. Unternehmen bekämen zugleich einen langfristigeren Horizont für Investitionen und neue Projekte.

Rückhalt gibt es dafür auch in Teilen der Bevölkerung: In einer repräsentativen IHK-Umfrage vom Mai 2026 befürworteten 65 Prozent eine Berliner Expo-Bewerbung. Als wichtigstes Ziel nannten die Befragten Verbesserungen bei Infrastruktur und Stadtentwicklung, gefolgt von Arbeitsplätzen und Ausbildungsangeboten sowie der Förderung von Innovation und Zukunftsthemen.

Eine Expo 2035 ist allerdings noch nicht beschlossen. Für die Berliner Wirtschaft bleibt deshalb die Frage entscheidend, ob aus der Idee rechtzeitig eine verbindliche Bewerbung und ein langfristiger Masterplan werden.

Olympia Berlin: Warum die Bewerbung zur Zukunftsdekade gehört

Auch die Olympia-Pläne sind inzwischen konkret. Mit BERLIN+ bewirbt sich die Hauptstadtregion um die deutsche Kandidatur für Olympische und Paralympische Spiele 2036, 2040 oder 2044. Mehr als 97 Prozent der vorgesehenen Wettkampfstätten bestehen bereits oder sollen temporär errichtet werden. Investitionen könnten sich damit stärker auf Mobilität, Barrierefreiheit und Stadtentwicklung konzentrieren und langfristig nutzbar bleiben.

Berlin konkurriert im nationalen Auswahlverfahren mit München und Rhein-Ruhr. Ende September 2026 entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund, welche deutsche Bewerbung in die nächste Phase geht.

Genau darin liegt die Logik der Zukunftsdekade: Was für IBA und Expo entwickelt oder modernisiert wird, könnte später erneut genutzt werden. Statt für jedes Großereignis neue Strukturen aufzubauen, sollen Investitionen aufeinander aufsetzen.

Was IBA, Expo und Olympia Berliner Unternehmen bringen könnten

Das eröffnet Geschäftschancen weit über die Veranstaltungswirtschaft hinaus. Bau- und Immobilienunternehmen könnten von Quartiersentwicklung, Wohnungsbau und Sanierung profitieren, Mobilitätsunternehmen vom Ausbau und der Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur. Für Tech-, Energie- und Clean-Tech-Unternehmen könnten neue Reallabore und Referenzprojekte entstehen.

Auch Tourismus, Hotellerie, Gastronomie sowie Kreativ- und Eventwirtschaft würden von zusätzlicher internationaler Nachfrage profitieren. Für die Kreativbranche etwa könnte eine dezentrale Expo einen mehrjährigen Auftragskorridor von Konzeption und Storytelling bis zu Szenografie und digitalen Anwendungen schaffen.

Der größere wirtschaftliche Hebel könnte jedoch die Planungssicherheit sein. Feste Zielmarken schaffen Druck, ohnehin notwendige Vorhaben tatsächlich umzusetzen.

Einmal investieren, mehrfach nutzen: Die Idee hinter der Zukunftsdekade

Ob daraus tatsächlich eine erfolgreiche Zukunftsdekade wird, entscheidet sich deshalb nicht an spektakulären Eröffnungsfeiern. Entscheidend sind ein gemeinsamer Masterplan, verlässliche Finanzierung, langfristige Nachnutzung und mehr Tempo bei Planung und Umsetzung.

Die Großereignisse wären in dieser Logik nicht das eigentliche Ziel. Sie setzen Termine, bis zu denen Berlin Veränderungen schaffen muss, die ohnehin notwendig sind. Gelingt das, könnten IBA, Expo, Stadtjubiläum und Olympia aus einzelnen Veranstaltungen einen Investitionszyklus machen – und aus der Zukunftsdekade ein Standortprojekt für Berlin.