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WTF is IHK?

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AdTech-Branche Berlin

Almedia: Berliner Start-up skaliert ohne Investoren

Mit Freecash hat das Berliner Start-up Almedia eine Plattform geschaffen, die von der boomenden Gaming-Industrie profitiert und ohne externe Investoren rasant wächst. Wie das geht, darüber haben wir mit Junggründer Moritz Holländer gesprochen.

Von: Ronald Klein
Porträtfoto von Moritz Holländer, Gründer von Almedia.

Moritz Holländer gründete Almedia im Alter von 18 Jahren.

Berlin ist der wichtigste Standort für Start-ups und die Digitalwirtschaft in Deutschland. Besonders dynamisch entwickelt sich die Schnittstelle aus Technologie, Werbung und Gaming – ein Umfeld, in dem das Berliner AdTech-Unternehmen Almedia stark wächst.

Mit seiner Plattform Freecash verbindet Almedia Spieleentwickler mit Nutzern weltweit. Das Modell: Wer Games installiert, Apps testet oder Umfragen beantwortet, erhält dafür Prämien. Für Unternehmen entsteht so ein zusätzlicher Kanal für Reichweite, Nutzeraktivierung und Kundenbindung.

Gegründet wurde Almedia 2020 von Moritz Holländer – damals 18 Jahre alt, unmittelbar nach dem Abitur. Heute zählt das Unternehmen zu den wachstumsstarken Tech-Firmen Europas: In einem Wachstumsranking der Financial Times belegte Almedia unter 1.000 europäischen Unternehmen den dritten Platz.

Dass Almedia ausgerechnet in Berlin so schnell wächst, passt zur Entwicklung der Hauptstadt: Laut Wirtschafts- und Innovationsbericht 2024/2025 wächst Berlin seit Jahren stärker als der Bundesdurchschnitt. Die Digitalwirtschaft beschäftigt inzwischen rund 150.000 Menschen. Hnzu kommen rund 5.000 Start-ups mit etwa 90.000 Beschäftigten.

Almedia und Freecash: AdTech für den globalen Gaming-Markt

„Ich wollte schon immer Unternehmer werden“, sagt Gründer und Geschäftsführer Moritz Holländer. „Mich hat fasziniert, Geschäftsmodelle zu entwickeln und auszuprobieren.“ Erste Erfahrungen sammelte der Berliner mit dem Onlineverkauf verschiedenster Produkte. Schon bald verlagerte sich der Fokus jedoch vollständig in die digitale Welt. „Ich habe auf unterschiedlichen Plattformen Videos hochgeladen und Produkte beworben, um über Affiliate-Links Provisionen zu verdienen.“

Daraus entwickelte sich die Grundidee für Freecash – heute die zentrale Plattform des Unternehmens. Die App fungiert als Schnittstelle zwischen Spieleentwicklern und Nutzern. Holländer beschreibt das Modell als „Loyalty-Plattform für Games“: ein digitales Kundenbindungssystem, mit dem Unternehmen Reichweite, Nutzeraktivität und langfristige Bindung steigern können.

Gaming-Boom als Wachstumstreiber für Almedia

Im Zentrum stehen mobile Games – ein Markt, der weltweit weiterhin rasant wächst. Branchenschätzungen zufolge dürfte der globale Umsatz mit Handyspielen 2025 erstmals die Marke von 100 Milliarden US-Dollar überschreiten. 

Ein erheblicher Teil davon fließt in Nutzergewinnung und Kundenbindung. Genau hier setzt Freecash an: Nutzer erhalten Prämien dafür, neue Spiele zu installieren, Apps auszuprobieren oder Umfragen zu beantworten. Nach Unternehmensangaben haben sich inzwischen mehr als 70 Millionen Menschen weltweit registriert.

Das Bild zeigt die feierliche Eröffnung der neuen Almedia-Unternehmenszentrale: Mehrere Mitarbeitende und Gäste stehen vor einer Projektion mit Firmenlogo und durchschneiden gemeinsam ein blaues Eröffnungsband. Die Aufnahme vermittelt die Atmosphäre eines modernen Tech-Unternehmens – offen, international und wachstumsorientiert.

Michael Biehl (m.), Staatssekretär für Wirtschaft, zerschnitt bei der Einweihung der Almedia-Firmenzentrale das Band.

„Unternehmen wie Almedia stehen exemplarisch für Berlins Erfolgsgeschichte: ein in Berlin gegründetes Unternehmen, das stark wächst, Arbeitsplätze schafft und Innovationen in der Tech- und Gamingbranche vorantreibt“, betonte Michael Biel, Staatssekretär für Wirtschaft, bei der Eröffnung der neuen Unternehmenszentrale am 24. April nahe dem Ostbahnhof.

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Jürgen Schepers

Warum Almedia beim Wachstum auf Büro und Datenanalyse setzt

Die neuen Räumlichkeiten in der Koppenstraße bieten Platz für derzeit rund 140 Mitarbeitende. Doch die Expansionspläne reichen deutlich weiter. „Wir wollen weiter wachsen“, sagt Holländer. Aktuell seien 77 Stellen ausgeschrieben – insbesondere im Bereich Datenanalyse. Das passt zu einer Entwicklung, die sich zuletzt verstärkt in Berlin beobachten lässt: Während die Nachfrage nach IT- und Data-Spezialisten bundesweit teils rückläufig ist, steigt sie in der Hauptstadt erneut an.

Almedia setzt dabei bewusst auf Präsenzkultur. Auch deshalb fiel die Wahl auf einen zentral gelegenen Standort am Ostbahnhof. „Uns war wichtig, dass das Büro für alle gut erreichbar ist“, erklärt Holländer. Kostenloses Mittagessen, Snacks und Getränke gehören ebenso zum Angebot wie zusätzliche Mahlzeiten für Teams, die länger im Büro bleiben.

„Wir haben während der Pandemie auch remote gearbeitet und später hybride Modelle getestet“, sagt Holländer. „Am Ende haben wir festgestellt, dass wir effizienter arbeiten, wenn alle an einem Ort zusammenkommen. Probleme lassen sich schneller lösen, Abstimmungen direkter treffen.“

Bootstrapping in Berlin: Wie Moritz Holländer Almedia aufgebaut hat

Diese klare Pro-Office-Haltung ist das Ergebnis eines Lernprozesses: Als Holländer Almedia 2020 unmittelbar nach dem Abitur im Alter von 18 Jahren gründete, existierten weder Büroräume noch ein Team. Das Unternehmen entstand zunächst als schlankes, vollständig bootstrapped aufgebautes Start-up – ohne externe Investoren. Finanziert wurde die Anfangsphase aus eigenen Mitteln, die Holländer zuvor erwirtschaftet hatte.

Der Aufbau erfolgte bewusst schrittweise. „Zunächst ging es darum, eine kleine Nische zu besetzen und darin besser zu sein als alle anderen“, sagt er. Nicht kurzfristige Gewinne hätten das Unternehmen angetrieben, sondern das schrittweise Erreichen immer neuer Etappenziele. Mit den Jahren wuchsen Zielgruppe, Produktportfolio und Umsatz gleichermaßen. So könnte Almedia 2025 erstmals die Umsatzmarke von 500 Millionen Euro überschreiten.

Dass sich Almedia in Berlin so prächtig entwickelte, hält Holländer für keinen Zufall: „Berlin zieht internationale Talente an – davon profitieren Unternehmen enorm.“ Nur rund zehn Prozent der Beschäftigten stammten aus Deutschland.

Berlin lebe von seiner internationalen Anziehungskraft und seiner dichten Gründerszene. „Es gibt hier eine echte Start-up-Bubble“, sagt Holländer. „Und als gebürtiger Berliner könnte ich mir ehrlich gesagt keinen anderen Ort für unseren Hauptsitz vorstellen.“