Das sollten Sie wissen

Silvesterfeuerwerk Berlin: Zwischen Rekordumsätzen, Böller-Boom und Müllbergen

Silvesterfeuerwerk in Berlin ist ein emotionales Thema zwischen Gänsehautmomente am Nachthimmel, Millionengewinnen für die Pyrotechnikbranche und hunderten Kubikmetern Müll. Wie weiter?

Von: Jens Bartels
Symbolische Grafik für den Silvestermüll

Während viele Berlinerinnen und Berliner um Mitternacht die Feuerwerke filmen, sind andere am nächsten Morgen schon damit beschäftigt, die Straßen zu reinigen. Zum Jahreswechsel 2024/25 sammelte die BSR rund 670 Kubikmeter Silvestermüll ein – etwa 50 Kubikmeter mehr als im Jahr zuvor. Zum Jahreswechsel 2025/26 waren es dann 513 Kubikmeter, also wieder spürbar weniger.

Feuerwerk als Millionengeschäft

Silvester ist jedoch nicht nur ein Thema für die Stadtreinigung, sondern auch ein lukratives Geschäft. Bundesweit ist der Umsatz mit Feuerwerk in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen. Nach stabilen Erlösen von rund 130 bis 140 Millionen Euro vor der Corona-Pandemie brach der Markt 2020/21 wegen der Verkaufsverbote auf etwa 20 Millionen Euro ein. Seitdem hat die Branche kräftig aufgeholt: Zum Jahreswechsel 2024/25 meldete der Verband der pyrotechnischen Industrie mit rund 197 Millionen Euro sogar einen Rekordumsatz.

Vom Böller zur Batteriefontäne

Auch im Sortiment hat sich einiges verändert. Klassische Raketen und Böller verlieren an Bedeutung, während Feuerwerksbatterien und Verbundfeuerwerke inzwischen etwa die Hälfte des Umsatzes ausmachen. Sie ermöglichen spektakuläre Shows per Knopfdruck, verbrauchen aber viel Material und wirken sich entsprechend negativ auf die Müllbilanz aus. Für Berlin heißt das: steigende Umsätze zum Jahreswechsel, mehr Lichter am Himmel – und mehr Verantwortung für saubere Straßen am Morgen danach.