Fairer Einzelhandel

SuperCoop Berlin: Wie eine Genossenschaft den Lebensmittelhandel neu denkt

Was wäre, wenn Kunden zugleich Eigentümer ihres Supermarkts wären? Bei SuperCoop in Berlin-Wedding funktioniert genau das – mit rund 1.800 Mitgliedern und verpflichtender Mitarbeit.

Von: Mateusz Hartwich
Foto von fünf Mitgliedern von SuperCoop stehen vor einem Türeingang

Die Teammitglieder von SuperCoop waren inspiriert von Vorbildern aus New York und Paris.

Der Zeitpunkt für die Gründung konnte nicht herausfordernder sein - im Oktober 2020, gewissermaßen zwischen den Corona-Lockdowns, startete die Genossenschaft. Ein knappes Jahr später eröffnete der Supermarkt “SuperCoop” in Berlin-Wedding. Aus 40 Gründungsmitgliedern sind mittlerweile gut 1.800 geworden. 

Zur Kampagne
Zu sehen ist eine farbige Grafik. Auf pinkem Hintergrund steht in weinroter Farbe: Berlin isst anders.
Berlin isst anders

Kampagne für bewusste Ernährung

SuperCoop beteiligt sich an der Kampagne für eine faire, gesunde und umweltfreundliche Ernährung. Die Initiatoren fordern mehr Sichtbarkeit für nachhaltige Ernährungslösungen durch bessere Werbebedingungen im öffentlichen Raum.

SuperCoop: So funktioniert der genossenschaftliche Supermarkt

Gefragt, wie die Genossenschaft mit steigenden Preisen umgeht, sagte Mit-Gründerin Johanna Kühner: “Der Preis war immer ein entscheidender Faktor für mehr oder weniger Nachhaltigkeit im Einkaufskorb, das hat sich verstärkt”. Die Mitglieder müssen selbst Hand anlegen - drei Stunden im Monat sind Pflicht. 

„Als Miteigentümerinnen und Miteigentümer wissen wir alle, wohin unser Geld fließt, woher unsere Produkte kommen und dass wir gemeinsam mehr schaffen als allein“
Johanna Kühner Mitglied im Aufsichtsrat von SuperCoop

Warum SuperCoop Bio-Produkte günstiger anbieten kann

Andererseits können sie als Miteigentümer die Gewinnspanne niedrig halten und somit die Produkte durchschnittlich 20 Prozent günstiger als im Bio-Supermarkt anbieten, so Kühner. Nicht weniger wichtig ist den Genossinnen und Genossen der Fokus auf regionale Produkte und einen fairen Umgang mit den Lieferanten.