Vergabepraxis in Berlin

Architektenkammer Berlin kritisiert Vergabepraxis öffentlicher Auftraggeber

Die Architektenkammer Berlin hat die Ergebnisse einer aktuellen Studie zur Vergabe- und Vertragspraxis öffentlicher Auftraggeber in der Hauptstadt veröffentlicht. Die Ergebnisse bestätigen zentrale Kritikpunkte, die die Branche schon lange äußert.

Auf einem Holztisch liegt ein Bauplan. Eine Hand zeigt auf den Bauplan und die andere Hand zeigt mit einem Stift auf eine andere Stelle.

Studie der Architektenkammer Berlin: Planungsbüros kritisieren zunehmende Bürokratie bei öffentlichen Vergaben

Grundlage der Untersuchung sind Angaben von 151 selbstständigen Kammermitgliedern, deren Büros regelmäßig öffentliche Aufträge bearbeiten. Demnach sehen sich insbesondere kleine und mittlere Planungsbüros strukturell benachteiligt. Viele Vergabeverfahren sind stark preisorientiert und nehmen zugleich an Bürokratie und Verfahrenshürden zu. Öffentliche Aufträge gehen überdurchschnittlich oft an größere Büros, während kleinere Büros auf beschränkte Vergaben angewiesen sind. Besonders deutlich wird dies darin, dass 94 Prozent der Wettbewerbs- und Vergabeverfahren faktisch kleine und mittlere Büros von einer Teilnahme ausschließen .Kritisch bewertet wird auch der zunehmende Einsatz von Generalplaner- und Generalübernehmermodellen, die nach Einschätzung vieler Befragter weder die erhoffte Kostensicherheit noch eine höhere Qualität gewährleisten.

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