Innovationsstandorte

Top 10 Zukunftsorte Berlin: Wo nachhaltige Innovation entsteht

Die Top Zukunftsorte Berlin zeigen, warum die Hauptstadt mehr ist als Start-up-Metropole: Hier entstehen Lösungen für Klimaschutz, Gesundheit, Verwaltung, Mobilität und soziale Innovation. Welche Standorte besonders viel Zukunft in die Stadt bringen, zeigt unsere Auswahl.

Von: Ulrike Schattenmann
Zwei Frauen in einem Innovations-Hub mit VR-Brille

Öffentliche Innovationslabore wie das City LAB Berlin in Tempelhof schaffen Räume für Wissenstransfer, Austausch und Ideenentwicklung.

Berlin entwickelt sich immer stärker zu einem Standort, an dem Forschung, Unternehmertum und gesellschaftliche Transformation zusammenfinden. Die offiziellen Zukunftsorte Berlin stehen für genau dieses Prinzip: Räume, in denen Wissenschaft und Wirtschaft eng vernetzt sind und Innovationen schneller in die Anwendung kommen. Laut Geschäftsstelle Zukunftsorte Berlin gibt es inzwischen 12 solcher Standorte, an denen mehr als 2.000 Unternehmen und 42 wissenschaftliche Einrichtungen aktiv sind.

Doch auch darüber hinaus entstehen in der Stadt spezialisierte Hubs, Labs und Netzwerke, die Berlin als Zukunftsstandort prägen. Sie bringen Start-ups, Mittelstand, Forschungseinrichtungen, Verwaltung und Zivilgesellschaft zusammen – von Circular Economy über Climate Tech bis zu Life Sciences. Das sind 10 Top Zukunftsorte Berlin, an denen sichtbar wird, wie die Stadt ihre wirtschaftliche Zukunft organisiert.

Impact Hub Berlin – wo Social Entrepreneurship auf Circular Economy trifft

Standort:Rollbergstraße 28A, 12053 Berlin
Branche: Social Entrepreneurship / Nachhaltigkeit / Coworking
Angebot: Arbeitsräume, Accelerator-Programme, Coaching, Mentoring, Workshops, Vernetzung, Events
Zielgruppe: Impact Start-ups, nachhaltige Unternehmen, Sozialunternehmen, Experten, Kreative

Der Impact Hub Berlin ist Coworking-Space, Innovationszentrum und Community für Social Entrepreneurship in einem. Auf dem Areal der ehemaligen Kindl-Brauerei in Neukölln arbeiten Gründer, Unternehmen und Organisationen an Lösungen für eine nachhaltigere Wirtschaft. Der Standort ist Teil des internationalen Impact-Hub-Netzwerks und verbindet lokale Wirkung mit globalem Austausch.

Thematisch geht es unter anderem um Kreislaufwirtschaft, grüne Technologien, nachhaltige Ernährung, Diversität und Inklusion. Besonders sichtbar wird das im Programm Circular Together, das Gründern Zugang zur Community, zu Coworking-Flächen und zu Beratungsangeboten gibt.

Beispiele aus dem Umfeld sind etwa GoodieGo, das nachhaltige Lebensmittel-Start-ups über intelligente Verkaufsautomaten sichtbarer machen will, oder Hyve Local, eine Plattformidee für saisonale und lokale Ernährung in der Gemeinschaftsverpflegung.

Social Impact Lab Berlin – Starthilfe für soziale Unternehmen

Standort: In Berlin an drei Standorten aktiv 
Branche: Social Entrepreneurship / Gründungsberatung / Inklusion
Angebot: Beratung, Coaching, Workshops, Vernetzung, Coworking
Zielgruppe: Social Start-ups, Menschen mit Schwerbehinderung, Care Leaver

Das Social Impact Lab Berlin gehört zu den wichtigsten Anlaufstellen für Social Entrepreneurship in der Hauptstadt. Hier erhalten Sozialunternehmen Unterstützung bei der Gründung, Entwicklung und Professionalisierung ihrer Geschäftsmodelle. Das Angebot richtet sich sowohl an Gründer in der Vorgründungsphase als auch an junge Social Start-ups bis zwei Jahre nach der Gründung. Die Beratung ist kostenfrei und wird über das Projekt Social Economy Berlin finanziert. 

In Berlin ist Social Impact heute an drei Standorten aktiv. Neben Social Start-ups unterstützt die Organisation auch Menschen mit Schwerbehinderung beim Schritt in die Selbstständigkeit und setzt sich für junge Menschen mit Jugendhilfeerfahrung ein. Damit verbindet das Lab Gründungsberatung mit sozialer Teilhabe.

Beispiele aus der Berliner Community sind DangerousTech, ein Medien-Start-up für gemeinwohlorientierte Technologien, sowie frühere Social-Impact-Projekte wie Fairnopoly oder Ecoligo.

Zukunftsorte
12
Zukunftsorte hat Berlin offiziell, an denen Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung eng zusammenarbeiten.
Forschung
42
wissenschaftliche Einrichtungen machen die Zukunftsorte Berlin zu einem starken Schnittpunkt von Forschung, Start-ups und Industrie.
Unternehmen
Mehr als 2.200
Unternehmen arbeiten an den Zukunftsorten Berlin an neuen Technologien, nachhaltigen Lösungen und marktfähigen Innovationen.

Circular Economy Hub Berlin – der digitale Kompass für Kreislaufwirtschaft

Standort: Digitaler Hub für Berliner Unternehmen
Branche: Circular Economy / Industrie / Ressourceneffizienz
Angebot: Praxisnahe Inhalte, Best Practices, Strategien und Netzwerkformate für industrielle Kreislaufwirtschaft
Zielgruppe: Berliner Industrie, KMU, produzierende Unternehmen, Unternehmensnetzwerke

Der Circular Economy Hub Berlin ist eine digitale Plattform und Anlaufstelle, die Berliner Unternehmen beim Übergang von linearer Wegwerfwirtschaft zu industrieller Kreislaufwirtschaft unterstützt.

Der Hub bietet kostenfreien digitalen Zugang zu Lerninhalten, Best Practices, Strategien und Netzwerkmöglichkeiten. Ziel ist es, Kompetenzen aufzubauen und Unternehmen stärker mit passenden Akteuren und Know-how-Trägern zu vernetzen. 

Für Berlin ist der Hub besonders relevant, weil Kreislaufwirtschaft nicht nur ein Nachhaltigkeitsthema ist, sondern auch ein Standortfaktor für Industrie, Handwerk und produzierende Unternehmen. Das Projekt Circular KMU Hub Berlin richtet sich etwa an Unternehmen in technisch-gewerblichen Standortnetzwerken und will sie durch Vorträge, Diskussionen und Formate wie Simulationsspiele informieren und vernetzen.

EUREF-Campus – das Reallabor der Energie- und Mobilitätswende

Standort:EUREF-Campus 1-25, 10829 Berlin-Schöneberg
Branche: Energie / Mobilität / Smart City / Nachhaltigkeit
Angebot: Arbeits- und Forschungsort, Eventlocation, Wissenstransfer, Reallabor, Erprobungsflächen
Zielgruppe: Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Start-ups, Energie- und Mobilitätsakteure

Rund um den Gasometer in Schöneberg ist mit dem EUREF-Campuseiner der bekanntestenZukunftsorte Berlin entstanden. Hier arbeiten, forschen und lernen rund 7.000 Menschen in mehr als 150 Unternehmen, Institutionen und Start-ups an Energie, Mobilität und Nachhaltigkeit.

Der Campus versteht sich als Reallabor der Energiewende und erfüllt nach eigenen Angaben bereits seit 2014 die Klimaziele der Bundesregierung für 2045

Der Standort ist nicht nur Büro- und Forschungsquartier, sondern auch Demonstrationsfläche für neue Mobilitäts- und Energiekonzepte. Auf dem Campus gibt es mehr als 180 Lademöglichkeiten für Elektroautos, darunter öffentliche Ladepunkte und Tesla-Supercharger. 

Zu den ansässigen oder sichtbaren Akteuren zählen unter anderem GASAG, deren Unternehmenszentrale auf dem Campus liegt, und Schneider Electric, das am Standort als Mieter und Partner für Energiewendethemen präsent ist. 

Climate Tech Hub – das Netzwerk für Klima-Innovationen aus der Hauptstadtregion

Standort:c/o CIC Berlin, Lohmühlenstraße 65, 12435 Berlin
Branche: Climate Tech / Green Tech / Erneuerbare Energien
Angebot: Netzwerken, Innovationsförderung, Positionierung, Kooperation, Branchenformate
Zielgruppe: Start-ups, Unternehmen, Investoren, Forschung, Ökosystempartner

Der Climate Tech Hub ist ein Branchennetzwerk für Climate Tech und erneuerbare Energien in Berlin-Brandenburg. Ziel ist es, die Hauptstadtregion als internationalen Standort für Klima-Technologie und Innovation zu stärken. Dafür bringt der Hub Unternehmen, Start-ups, Investoren und weitere Akteure entlang der Wertschöpfungskette erneuerbarer Energien zusammen.

Für Berlin ist das Netzwerk wichtig, weil Climate Tech zu den zentralen Wachstumsfeldern der kommenden Jahre gehört. Der Hub schafft Sichtbarkeit, bündelt Expertise und macht das Ökosystem zugänglicher.

In der Climate Innovation Landscape werden zum Beispiel Akteure wie der BHT Startup Hub, der Impact Incubator: Climate Tech sowie Climate-Tech-Erfolgsgeschichten wie Alcemy, Monta, Ocell, Trawa und HomeTree sichtbar.

Climate Tech aus Berlin: Diese grünen Start-ups bieten smarte Transformation
Ein Wald von Oben, in dem die Grundrisse einer Glühbirne eingezeichnet sind.
Nachhaltige Technologie Climate Tech aus Berlin: Diese grünen Start-ups bieten smarte Transformation
Lesezeit: 6 Minuten
Jens Bartels

CityLAB Berlin – wo Verwaltung, Stadtgesellschaft und GovTech zusammenfinden

Standort:Platz der Luftbrücke 4, 12101 Berlin-Tempelhof
Branche: GovTech / Smart City / digitale Verwaltung / Civic Tech
Angebot: Öffentliches Innovationslabor, Prototyping, Entwicklung, Wissenstransfer, Austausch, Ideenentwicklung
Zielgruppe: Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft, Civic-Tech-Community

Das CityLAB Berlin ist Berlins öffentliches Innovationslabor für digitale Verwaltung und Stadtgesellschaft. Im ehemaligen Flughafen Tempelhof arbeiten Akteure aus Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft an praxisnahen Lösungen für das digitale Berlin. 

Betrieben wird das CityLAB von der Technologiestiftung Berlin, gefördert durch die Berliner Senatskanzlei.

Der Standort verbindet Ausstellungsraum, Veranstaltungsort und Digitalwerkstatt. Damit ist das CityLAB einer der Orte, an denen Smart City nicht abstrakt bleibt, sondern als Prototyp getestet wird. Beispiele sind Parla, ein KI-Prototyp für den Umgang mit Verwaltungsinformationen, und BärGPT, ein KI-Assistent für die Berliner Landesverwaltung, der beim Schreiben, Übersetzen und Suchen in Dokumenten unterstützen soll.

Berlin Global Village – das Zentrum für globale Gerechtigkeit in Neukölln

Standort:Am Sudhaus 2, 12053 Berlin
Branche: Zivilgesellschaft / Entwicklungspolitik / globale Gerechtigkeit / Nachhaltigkeit
Angebot: Veranstaltungs- und Tagungsflächen, Lernwerkstätten, Beratung, Treffpunkt, Räume für Begegnung
Zielgruppe: NGOs, entwicklungspolitische Initiativen, migrantisch-diasporische Organisationen, Zivilgesellschaft

Das Berlin Global Village in Neukölln ist ein zentrales Begegnungs- und Bürozentrum für rund 50 entwicklungspolitische sowie migrantisch-diasporische Vereine und Initiativen. Die Organisationen arbeiten unter einem Dach zu Themen wie globale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Diversität. Der Ort ist Bürohaus, Begegnungsraum, Veranstaltungsort und Netzwerkzentrum zugleich.

Damit steht das Berlin Global Village für eine andere, aber wirtschaftlich relevante Dimension von Zukunft: soziale Infrastruktur, internationale Perspektiven und gemeinwohlorientierte Kooperation. Die Betreiberin Berlin Global Village gGmbH will Zusammenarbeit fördern, Ressourcen bündeln und über Begegnung, Austausch und gemeinsame Infrastruktur Wirkung ermöglichen.

Urban Tech Republic – der frühere Flughafen Tegel wird zur Stadt der Zukunft

Standort:Berlin TXL, ehemaliger Flughafen Tegel, 13405 Berlin
Branche: Urban Tech / Smart City / Industrie / Forschung
Angebot: Wissenschaft und Bildung, Gewerbe- und Industrieflächen, Start-up-Förderung, Konferenzen, Test- und Entwicklungsräume
Zielgruppe: Technologieunternehmen, Industrie, Forschungseinrichtungen, Start-ups, Hochschulen

Auf dem früheren Flughafen Tegel entsteht mit der Urban Tech Republic  einer der größten und ambitioniertesten Zukunftsorte Berlin. Auf dem Areal entwickelt Berlin einen Forschungs- und Industriepark für urbane Technologien.

Im Fokus stehen unter anderem Mobilität, Energie, Wasser, Recycling, Werkstoffe sowie Informations- und Kommunikationstechnologien. 

Geplant ist Platz für bis zu 1.000 Unternehmen und 5.000 Studierende. Das ikonische Terminal A soll zum Campus TXL der Berliner Hochschule für Technik werden. Dort will die BHT ihr Kompetenz-Cluster „Urbane Technologien“ ansiedeln. Bereits heute gibt es Residents auf dem Gelände, darunter laut Standortkarte etwa Rhomberg Bau, EasyMile, BIT GmbH und AIS Management GmbH.

Zukunftswind in Tegel
Architekturgrafik für den Tegel Tech Campus
Branchen Verkehr Zukunftswind in Tegel
Lesezeit: 7 Minuten
Christian Nestler

MotionLab.Berlin – die Werkbank für Hardtech, Deep Tech und Prototyping

Standort:Bouchéstraße 12, Halle 20, 12435 Berlin-Treptow; weiterer Standort in Marzahn: Schwarze-Pumpe-Weg 16, 12681 Berlin
Branche: Hardtech / Deep Tech / Prototyping / Climate-Tech-nahe Innovation
Angebot: Werkstätten, Maschinen, Prototyping, Coworking, Netzwerk, Start-up-Programme, Finanzierungshilfe
Zielgruppe: Hardware-Start-ups, Entwickler, Tech-Teams, Industriepartner, Kreative

MotionLab.Berlin ist ein Hardtech-Innovationshub und Makerspace in Berlin-Treptow. Der Standort bietet Zugang zu professioneller Infrastruktur, Prototyping-Maschinen, Coworking-Spaces, Büros und Produktionsmöglichkeiten. Damit ist MotionLab besonders für Teams relevant, die nicht nur Software entwickeln, sondern physische Produkte bauen, testen und zur Marktreife bringen wollen.

Das Ökosystem beherbergt nach eigenen Angaben mehr als 70 Hardtech-Start-ups aus Bereichen wie Clean Tech, Health Tech, Mobility, Internet of Things, Aero & Space Tech, Renewable Energies, Smart Cities und AgriTech. Damit ist MotionLab eine wichtige Brücke zwischen Berliner Gründungsszene, industrieller Umsetzung und klimafreundlichen Technologien.

Health Innovation Quarter Berlin-Mitte – der neue Life-Sciences-Zukunftsort

Standort:Müllerstraße 178, 13353 Berlin – entlang eines rund fünf Kilometer langen Innovationskorridors vom Campus Charité Mitte über den Bayer-Standort am Nordhafen bis zum Charité Campus Virchow-Klinikum
Branche: Life Sciences / Biotech / Gesundheitswirtschaft
Angebot: Forschung, Entwicklung, Produktion, klinische Anwendung, Markteinführung, Inkubator, Labore, GMP-Produktionsanlagen
Zielgruppe: Biotech-Start-ups, Forschungseinrichtungen, Gesundheitswirtschaft, Pharmaunternehmen, Kliniken, Investoren

Mit dem Health Innovation Quarter Berlin-Mitte ist 2026 ein neuer offizieller Zukunftsort entstanden. Initiiert von Charité und Bayer soll das Quartier Forschung, Industrie, Start-ups und Gesundheitsversorgung enger verzahnen.

Der Standort erstreckt sich über rund fünf Kilometer vom Charité-Campus Mitte entlang der Spree und des Humboldthafens über den Bayer-Standort zwischen Müllerstraße und Nordhafen bis zum Charité Campus Virchow-Klinikum.

Ein zentraler Baustein ist das Berlin Center for Gene and Cell Therapies, ein Translationszentrum für Gen- und Zelltherapien auf dem Bayer-Campus am Nordhafen. Dort sollen Forschung, Entwicklung und Produktion näher zusammenrücken. Geplant sind unter anderem Flächen für Start-ups, Labore, Produktionsanlagen und Mentoring-Angebote.

Neben Charité und Bayer zählen unter anderem das Berlin Institute of Health in der Charité, das Deutsche Rheuma-Forschungszentrum und weitere Forschungseinrichtungen zum Umfeld.

Zukunftsorte Berlin machen Innovation sichtbar

Die Zukunftsorte Berlin zeigen, wie breit die Innovationslandschaft der Hauptstadt inzwischen aufgestellt ist. Sie reicht von Social Entrepreneurship und Circular Economy über Climate Tech und GovTech bis zu Urban Tech, Hardtech und Life Sciences.

Genau darin liegt ihre Stärke: Berlin schafft Räume, in denen aus Forschung wirtschaftliche Anwendung wird, aus Start-up-Ideen marktfähige Produkte entstehen und aus gesellschaftlichen Herausforderungen neue Geschäftsmodelle wachsen.

Für den Wirtschaftsstandort Berlin sind diese Orte deshalb mehr als Adressen auf einer Karte. Sie sind Schnittstellen zwischen Wissenschaft, Unternehmen, Verwaltung und Stadtgesellschaft – und damit ein wichtiger Grund, warum Berlin auch in Zukunft international als Innovationsmetropole wahrgenommen wird.