Aufgabenkatalog nicht beschlossen

Berliner Wirtschaft und Zivilgesellschaft warnen vor Verzögerung der Verwaltungsreform

Der Senat hat die Verabschiedung eines zentralen Bausteins der Verwaltungsreform vertagt, den Aufgabenkatalog. Vertreterinnen und Vertreter aus Berliner Wirtschaft und Zivilgesellschaft reagieren mit Unverständnis, der Erfolg der gesamten Reform steht in Frage.

Foto von Sebastian Stietzel, Präsident der IHK Berlin

Der Senat muss liefern, sonst steht die Verwaltungsreform in Frage, warnt Sebastian Stietzel

Die Verwaltungsreform ist eine zentrale Voraussetzung für eine leistungsfähige, verlässliche und moderne Berliner Verwaltung, schreiben mehrere Initiativen und Verbände in einem gemeinsamen Statement. Klare Zuständigkeiten, schnellere Verfahren und weniger Reibungsverluste werden seit Jahren versprochen – von Bürgerinnen und Bürgern ebenso erwartet wie von Unternehmen. Der Aufgabenkatalog sei dabei eine Grundvoraussetzung für den weiteren Reformprozess. Er schafft Transparenz über Verantwortlichkeiten und bildet die Basis für die nächste, entscheidende Phase: die tatsächliche Neuordnung von Zuständigkeiten, effizientere Prozesse und eine bessere Zusammenarbeit zwischen Hauptverwaltung und Bezirken.

„Wer die Verwaltung modernisieren will, muss liefern – nicht vertagen. Der Aufgabenkatalog ist kritisch für die Reform. Wenn dieses Fundament wackelt, steht das gesamte Projekt auf dem Spiel. Eine erneute Verschiebung beim Aufgabenkatalog wirft Fragen nach dem politischen Willen auf, dieses Vorhaben wirklich konsequent umzusetzen“, sagt IHK-Präsident Sebastian Stietzel.

Zuletzt beschloss der Senat das Konnexitätsgesetz, wonach der Senat den Bezirken keine neuen Aufgaben mehr überträgt, ohne gleichzeitig die notwendige Finanzierung bereitzustellen. Der Aufgabenkatalog sei der nächste, zwingende Schritt, um nach Jahrzehnten des Behörden-Pingpongs zu klären, für welche Aufgaben welche Behörde zuständig ist.