Strafabgabe für alle Berliner Unternehmen droht!

Ab 2027 droht die Ausbildungsplatzabgabe.

Das Gesetz würde jedes Unternehmen zusätzlich belasten ohne die eigentlichen Probleme auf dem Ausbildungsmarkt zu lösen. Statt mehr Ausbildung drohen mehr Bürokratie, Klagen und Unsicherheit.

Wettbewerb KLIMASCHUTZPARTNER 2026 – Jetzt bewerben

Vom Preisträger zum Wachstumstreiber: Wie MOOT nach der Auszeichnung auf 20.000 Produkte pro Monat skaliert

MOOT denkt Upcycling neu. Das Berliner Start-up entwickelt aus ausrangierten Textilien und Materialien neue Produkte für Unternehmen und Endkunden. 2021 wurde MOOT als Klimaschutzpartner ausgezeichnet – und hat sein Geschäftsmodell seitdem deutlich ausgebaut. Jetzt werden neue Preisträger für den Wettbewerb 2026 gesucht.

Zwei Männer sitzen vor Textilien

25 Jahre Klimaschutzpartner-Wettbewerb – und zahlreiche Berliner Unternehmen, die dank der Auszeichnung sichtbar gewachsen sind. In dieser Artikelserie stellen wir ehemalige Preisträger vor und zeigen, wie sich ihre Projekte seit der Auszeichnung entwickelt haben – wirtschaftlich, strategisch und in ihrer messbaren Klimawirkung.

Nach Florida Eis folgt nun MOOT Upcycling: Das Berliner Start-up wurde 2021 als Klimaschutzpartner ausgezeichnet – und hat sein Geschäftsmodell seitdem deutlich weiterentwickelt.

Sie möchten mit Ihrem Unternehmen ebenfalls ausgezeichnet werden? Lesen Sie hier, wie frühere Preisträger vom Wettbewerb profitiert haben – und bewerben sich als Klimaschutzpartner des Jahres 2026.

MOOT – Klimaschutzpartner 2021

  • Unternehmen: MOOT Upcycling GmbH
  • Standort: Neukölln
  • Gründung: 2020
  • Gründer: Nils Neubauer (Modedesigner) und Michael Pfeifer (BWL-Absolvent)
  • Geschäftsmodell: Upcycling von ausrangierten Textilien und Materialien zu neuen Serien-Unikaten
  • Besonderheit: Skalierbares Upcycling für Unternehmen – von alter Arbeitskleidung bis zu Bauzaunbannern
  • Auszeichnung: Klimaschutzpartner des Jahres 2021
Gründer Nils Neubauer und Michael Pfeifer in einem Second Hand Geschäft mit bunter Kleidung.

Michael Pfeifer (30, links) und Nils Neubauer (31) von MOOT waren schon vor ihren unterschiedlichen Ausbildungen befreundet

Wie ist die Idee zu MOOT entstanden?

T-Shirts aus Bettwäsche, Jacken aus Wolldecken, Beutel aus Sofakissenbezügen: Das Start-up MOOT („Made Out Of Trash“) macht aus alten Textilien neue Modeartikel. Upcycling nennt sich dieser Prozess, bei dem aus den gebrauchten Stoffen neue, nachhaltige Kleidung entsteht.

Während seiner Ausbildung zum Modedesigner in Berlin erkannte Nils Neubauer, wie viel Abfall die Kleidungsproduktion verursacht. Seine ersten Kollektionen fertigte er aus aussortierten Stoffen vom Textilhafen der Berliner Stadtmission an.

Aus diesem Ansatz entwickelte sich eine Idee, die Neubauer gemeinsam mit dem BWL-Absolventen Michael Pfeifer zu einem Geschäftsmodell ausbaute: Serien von Unikaten aus bereits verwendeten Stoffen. Neubauer brachte das Branchenwissen mit, Pfeifer das betriebswirtschaftliche Know-how. So wurden aus langjährigen Freunden, die sich schon vor ihrer Ausbildung kannten, Geschäftspartner.

Wie hat sich das Projekt seit der Auszeichnung als Klimaschutzpartner verändert?

2021 wurde MOOT als Klimaschutzpartner des Jahres ausgezeichnet und rückte dadurch stärker in den Fokus der Öffentlichkeit. Seither ist das Unternehmen stark gewachsen: Beim Start ihres Online-Shops 2020 produzierten sie gerade einmal 20 T-Shirts – heute entstehen bis zu 20.000 Upcycling-Produkte pro Monat.

Der Großteil davon entsteht in Zusammenarbeit mit Unternehmen – was sich zu einem neuen Geschäftsmodell des Start-ups entwickelt hat.

„Wir haben uns in den vergangenen Jahren, in denen wir mit Heimtextilien gearbeitet haben, Upcycling-Expertise angeeignet. Jetzt profitieren wir davon: indem wir die ganze Zeit neue Produkte schaffen, entwickeln wir uns weiter“, sagt Nils Neubauer.

Was waren die größten Hürden auf dem Weg – und wie haben Sie diese überwunden?

Ein zentraler Entwicklungsschritt war die Skalierung des ursprünglichen Designansatzes. Aus Einzelstücken mussten reproduzierbare Serien werden – ohne den Upcycling-Charakter zu verlieren. Gleichzeitig galt es, größere Materialmengen zu sichern und Prozesse so aufzusetzen, dass sie auch für Unternehmenskooperationen funktionieren.

Der entscheidende Wandel kam 2023 mit ihrem ersten großen Kunden DHL, für den sie Tausende Produkte fertigten. Heute sind im DHL-Shop etwa Taschen und Sitzkissen aus alter Unternehmensbekleidung zu finden – alles produziert von MOOT.

Ein Kissen aus alter DHL-Bekleidung in den Farben Gelb und Rot.

MOOT setzt auf die Kollaboration mit anderen Unternehmen wie DHL.

Welche Learnings können anderen Unternehmer mitgeben?

Upcycling ist mehr als ein Designtrend – es kann ein tragfähiges Geschäftsmodell sein, wenn Kreativität und betriebswirtschaftliche Struktur zusammenkommen. Entscheidend ist, Materialströme neu zu denken und Kooperationen strategisch aufzubauen.

Die Verbindung aus gestalterischer Vision und kaufmännischem Know-how war für MOOT von Beginn an ein Erfolgsfaktor – ebenso wie der Mut, das Geschäftsmodell weiterzuentwickeln.

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Welche messbare Wirkung erzielt MOOT heute?

Inzwischen stellt das Start-up für unterschiedliche Kunden Upcycling-Produkte aus verschiedenen Materialien her, von Basketbällen über Bauzaunbanner bis hin zu Verpackungen.

Aus einer Idee für nachhaltige Einzelstücke ist eine skalierbare Upcycling-Dienstleistung geworden. Mit bis zu 20.000 Produkten pro Monat trägt MOOT dazu bei, große Mengen ausrangierter Materialien wieder in den Wirtschaftskreislauf zu integrieren.

Welche Rolle spielt Klimaschutz heute in Ihrer Unternehmensstrategie?

Der Kern des Geschäftsmodells bleibt die Verlängerung von Materiallebenszyklen. Statt neue Rohstoffe einzusetzen, nutzt MOOT vorhandene Ressourcen und entwickelt daraus marktfähige Produkte.

Gerade in der Mode- und Textilbranche, die weltweit zu den ressourcenintensivsten Industrien zählt, zeigt das Beispiel, dass zirkuläre Ansätze wirtschaftlich tragfähig sein können – insbesondere in Kooperation mit Unternehmen, die ihre eigenen Materialreste sinnvoll weiterverwenden wollen.

 „Ich hätte 2021 nicht gedacht, dass wir mit großen Unternehmen zusammenarbeiten, aber es ist eine schöne Entwicklung“, sagt Neubauer. Gleichzeitig betont er, dass die ursprüngliche Vision des Unternehmens unverändert bleibt: Upcycling bekannt und für die breite Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Wettbewerb Klimaschutzpartner des Jahres 2026: Jetzt noch bewerben!

Der Bewerbungszeitraum der aktuellen Ausgabe des Wettbewerbs läuft noch bis zum 05. April 2026.

Unternehmen, Selbstständige, öffentliche Einrichtungen sowie Bürgerinnen und Bürger können sowohl realisierte Projekte als auch innovative Planungen einreichen.

Alle Informationen zum Klimaschutzpartner sowie zum Bewerbungsprozess finden Sie hier.