Startup-Metropole

Top 10 Unicorns in Berlin – diese Start-ups sind mehr als eine Milliarde wert

Berlin ist Deutschlands Start-up-Hauptstadt. Nirgendwo sonst gibt es mehr milliardenschwere Einhörner als hier. Aber welche sind die Top 10 Unicorns? Wir verraten es.

Von: Jana Illhardt
Eine Illustration eines blauen Einhornes.

Fast die Hälfte der deutschen Start-up Unicorns kommen aus Berlin

Von FinTech über ClimateTech bis Mobility: Berlin ist eine der wichtigsten Start-up-Metropolen Europas. In der Hauptstadt entstehen immer wieder sogenannte Unicorns – junge Unternehmen, die mitmehr als einer Milliarde Dollar bewertet werden. 

Wir zeigen, welche Unicorns die deutsche Start-up-Szene besonders stark prägen und klären die Frage, warum gerade in Berlin so viele dieser milliardenschweren Einhörner entstehen.

Welche sind die erfolgreichsten Unicorns in Berlin?

Platz 1: Trade Republic – der Milliarden-Broker, der den Börsenhandel per App revolutionierte

„Wie viele Zinsen zahlt deine Bank?“ Trade Republic ist 2015 angetreten, traditionellen Banken den Kampf anzusagen – auch mit provokanter Werbung. Mittlerweile gehört das Berliner FinTech längst zu den wertvollsten Startup-Unicorns Europas. Ist Deutschlands führender Neobroker.

Statt klassischer Bankfiliale setzt das Unternehmen auf eine schlanke App, über die Anleger Aktien, ETFs oder Kryptowährungen handeln können. Trade Republic hat den Börsenhandel für eine neue Generation geöffnet. Und wurde damit zu einem zentralen Player der europäischen FinTech-Szene. 

Neben Deutschland ist Trade Republic in 17 weiteren europäischen Ländern vertreten. Die Expansion außerhalb der Eurozone hat im Herbst 2025 begonnen.

Branche: FinTech / Online-Broker

Gründung: 2015

Bewertung: 12,5 Milliarden US-Dollar

Geschäftsmodell: App-basierter Wertpapierhandel für Privatanleger

Platz 2: N26 – die Berliner Smartphone-Bank mit Millionen Kunden weltweit

N26 hat das klassische Banking radikal digitalisiert. Das Berliner FinTech hat Millionen Kunden weltweit und zählt folgerichtig zu den bekanntesten Unicorn-Start-ups Deutschlands.

Statt Filiale bietet N26 ein vollständig mobiles Konto per App – inklusive Kreditkarte, Versicherungen und Investment-Features. Besonders bemerkenswert ist, wie schnell das Unternehmen international gewachsen ist. Und damit zum Symbol für die Berliner FinTech-Szene wurde.

Branche: FinTech / Neobank

Gründung: 2013

Bewertung: rund 9 Milliarden US-Dollar

Geschäftsmodell: Mobile Bank mit vollständig digitalem Konto und Finanzservices

Platz 3: n8n – das Berliner Automations-Start-up aus der Open-Source-Szene

Digitale Prozesse automatisieren, ohne dass die Anwender tiefe Programmierkenntnisse benötigen – genau das bietet n8n

Die Software des Berliner Start-ups verbindet unterschiedliche Apps und Systeme miteinander und automatisiert Workflows, ähnlich wie ein Baukasten. Besonders bemerkenswert ist der Open-Source-Ansatz: Entwickler auf der ganzen Welt arbeiten an der Plattform mit.

Branche: Software / Workflow-Automation

Gründung: 2019

Bewertung: 2,5 Milliarden US-Dollar

Geschäftsmodell: Plattform zur Automatisierung digitaler Workflows

Wann wird ein Start-up zum Unicorn?

Von einem Unicorn-Start-up spricht man, wenn ein junges, nicht börsennotiertes Unternehmen eine Bewertung von mindestens einer Milliarde US-Dollar erreicht. Der Begriff wurde im Venture-Capital-Umfeld geprägt, weil solche Firmen früher selten waren – ähnlich selten wie ein Einhorn.

Heute gibt es weltweit mehr als tausend solcher Unternehmen. Auch Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Standort für Start-up-Unicorns entwickelt.

Berlin – Deutschlands Unicorn-Hauptstadt: Innerhalb Deutschlands ist Berlin der wichtigste Standort für Unicorns. Laut Start-up-Datenbanken haben inzwischen mehr als 20 Einhörner ihren Hauptsitz in der Hauptstadt. Damit liegt Berlin deutlich vor anderen deutschen Start-up-Standorten wie München oder Hamburg.

Einhorn-Saison in Berlin: Milliarden-Startup gesucht
Stefan Ostwald und Malte Kosub von Unicorn Parloa
Hohe Unternehmensbewertungen Einhorn-Saison in Berlin: Milliarden-Startup gesucht
Lesezeit: 7 Minuten
Eva Scharmann

Platz 4: Enpal – das ClimateTech-Unicorn für Solaranlagen auf dem Dach

Enpal gehört zu den erfolgreichsten ClimateTech-Start-ups Deutschlands. Das Berliner Unternehmen macht Solarenergie für Privathaushalte zugänglicher – durch ein Mietmodell für Solaranlagen.

Kunden können Photovoltaik-Anlagen ohne hohe Anfangsinvestition nutzen und ihren eigenen Strom produzieren. Damit profitiert Enpal stark vom Boom der Energiewende.

Branche: ClimateTech / Solarenergie

Gründung: 2017

Bewertung: 2,5 Milliarden US-Dollar

Geschäftsmodell: Vermietung und Verkauf von Solaranlagen für Haushalte

Platz 5: Forto – die digitale Spedition für globale Lieferketten

Forto digitalisiert internationale Logistik. Über die Plattform des Berliner Start-ups können Unternehmen ihre Lieferketten steuern und Transporte weltweit organisieren.

Ziel ist es, die komplexe Welt der internationalen Fracht transparenter und effizienter zu machen. Gerade in Zeiten globaler Lieferketten-Probleme ist diese Technologie für viele Unternehmen besonders wertvoll.

Branche: Logistik / Supply-Chain-Tech

Gründung: 2016

Bewertung: 2,1 Milliarden US-Dollar

Geschäftsmodell: Digitale Plattform für internationale Transport- und Logistikprozesse

Platz 6: Sennder – Europas digitale Spedition für den Straßentransport

Sennder gehört zu den größten Logistik-Start-ups Europas. Das Unternehmen bringt Speditionen und Verlader über eine digitale Plattform zusammen und optimiert so den Straßengüterverkehr.

Mithilfe von Datenanalyse werden Transportkapazitäten effizienter genutzt. Damit modernisiert Sennder eine Branche, die lange als wenig digitalisiert galt.

Branche: Logistik / Digitale Spedition

Gründung: 2015

Bewertung: 2,1 Milliarden US-Dollar

Geschäftsmodell: Plattform zur Vermittlung und Optimierung von Lkw-Transporten

Berlin bleibt Deutschlands Startup-Motor: Die wichtigsten Insights aus dem Startup Ecosystem Report 2025
Titelbild, Symbolbild Berliner Fernsehturm vor grafischem Hintergrund
Berlin Startup Ecosystem Report 2025 Berlin bleibt Deutschlands Startup-Motor: Die wichtigsten Insights aus dem Startup Ecosystem Report 2025
Lesezeit: 1 Minute

Platz 7: GetYourGuide – die Berliner Plattform für Reiseerlebnisse weltweit

GetYourGuide gehört zu den bekanntesten Travel-Start-ups Europas. Die Plattform ermöglicht es Reisenden, Touren, Tickets und Aktivitäten in Städten auf der ganzen Welt zu buchen. Von Museumsbesuchen bis zu Stadtführungen bietet das Unternehmen tausende Erlebnisse an. 

Damit hat GetYourGuide einen globalen Marktplatz für touristische Aktivitäten aufgebaut.

Branche: Travel-Tech

Gründung: 2009

Bewertung: 2 Milliarden US-Dollar

Geschäftsmodell: Online-Marktplatz für Touren und Freizeitaktivitäten

Unicorns aus Berlin
13
von 29
der deutschen Unicorn-Startups haben ihren Hauptsitz in Berlin. Damit sitzen fast die Hälfte der milliardenschweren Startups Deutschlands in der Hauptstadt.
Gründer im Management
25
von 29
deutschen Unicorns haben weiterhin ihre Gründerinnen oder Gründer im Management – ein ungewöhnlich hoher Anteil für Unternehmen dieser Größe.

Platz 8: Choco – die App, die den Lebensmittelgroßhandel digitalisiert

Choco digitalisiert Bestellungen zwischen Restaurants und Lebensmittelgroßhändlern. Über die App können Gastronomen ihre Waren einfach bestellen und Lieferanten ihre Prozesse effizienter organisieren

Ziel des Berliner Startups ist es, eine der größten Branchen der Welt – den Lebensmittelhandel – digital zu vernetzen. Das schnelle Wachstum machte Choco zu einem der jüngeren Unicorns der Hauptstadt.

Branche: Food-Tech / B2B-Software

Gründung: 2018

Bewertung: 1,2 Milliarden US-Dollar

Geschäftsmodell: Digitale Plattform für Bestellungen im Lebensmittelgroßhandel

Choco und OpenAI bringen KI-Sprach-Agent für die Lebensmittelbranche auf den Markt
Von Links: Daniel Khachab, Co-Founder und CEO von Choco. sowie Niklas Harzheim, Director, Technology & Digital Industries bei OpenAI
KI-Lösungen für Gastronomie und Lieferanten Choco und OpenAI bringen KI-Sprach-Agent für die Lebensmittelbranche auf den Markt
Lesezeit: 1 Minute
Leah Wilp

Platz 9: Raisin – der Berliner Marktplatz für europäische Sparangebote

Raisin gehört zu Europas führenden Online-Marktplätzen für Spar- und Anlageprodukte. Nutzer können dort Festgeld- oder Tagesgeldangebote aus verschiedenen Ländern vergleichen und abschließen.

Das Start-up verbindet damit Anleger und Banken über eine gemeinsame Plattform. Raisin gehört zu den wichtigsten FinTech-Unicorns aus Berlin.

Branche: FinTech / Banking-Marketplace

Gründung: 2012

Bewertung: 1,1 Milliarden US-Dollar

Geschäftsmodell: Plattform für Spar- und Anlageprodukte europäischer Banken

Platz 10: OneFootball – die Berliner Fußball-App für Fans weltweit

Nachrichten, Liveticker, Statistiken und Video-Inhalte aus mehr als 200 Fußball-Ligen weltweit in einer App – das ist OneFootball

Millionen Fans weltweit nutzen die Plattform täglich. Damit gehört OneFootball nicht nur zu den erfolgreichsten Sport-Start-ups Europas, sondern hat sich auch zu einem globalen Medien-Player im Sport entwickelt.

Branche: Sports-Tech / Medienplattform

Gründung: 2008

Bewertung: 1 Milliarden US-Dollar

Geschäftsmodell: Digitale Plattform für Fußball-News, Liveticker und Inhalte

Warum gibt es in Berlin so viele Unicorn-Start-ups?

Dass so viele Start-up-Unicorns aus Berlin kommen, ist kein Zufall. Mehr als die Hälfte der deutschen Milliarden-Start-ups haben ihren Sitz in der Hauptstadt. Mehrere Faktoren haben dazu beigetragen:

  1. Internationales Talent: Berlin zieht Gründerinnen, Entwickler und Investoren aus der ganzen Welt an. Die internationale Start-up-Szene der Stadt erleichtert es jungen Unternehmen, schnell Teams mit globaler Perspektive aufzubauen.
  2. Zugang zu Kapital und Investoren: Für stark wachsende Start-ups ist Kapital entscheidend. In Berlin sitzen zahlreiche Venture-Capital-Investoren und internationale Fonds, die jungen Tech-Unternehmen bereits in frühen Phasen Finanzierung ermöglichen.
  3. Starkes Start-up-Ökosystem: Acceleratoren, Coworking-Spaces und Netzwerke bringen Gründer, Investoren und Technologieunternehmen zusammen. Dieses Ökosystem erleichtert es Start-ups, schneller zu wachsen und international zu skalieren.
  4. Skalierbare digitale Geschäftsmodelle: Viele Berliner Unicorn-Start-ups kommen aus Bereichen wie Software, Plattformökonomie oder FinTech. Solche digitalen Geschäftsmodelle lassen sich besonders schnell international ausrollen und erreichen dadurch hohe Bewertungen.

Diese Mischung macht Berlin zum wichtigsten Start-up-Hub Deutschlands – und zu einem der spannendsten Standorte für Start-up-Unicorns in Europa. Gleichzeitig zeigt der Bitkom Unicorn Report, dass politische Rahmenbedingungen, Zugang zu Fachkräften und Wachstumskapital entscheidend bleiben, damit künftig noch mehr Milliarden-Startups entstehen können.

Hinweis: Eine verbindliche Rangliste der größten Unicorn-Start-ups gibt es nicht. Die Auswahl in diesem Artikel orientiert sich am Unicorn Report 2026 des Digitalverbands Bitkom. Die genannten Unternehmensbewertungen entsprechen dem Stand Januar 2026. Berücksichtigt wurden Berliner Start-ups mit einer Bewertung von mindestens einer Milliarde US-Dollar, die weiterhin privat sind.