Zahlungssysteme

Warum Berlin die Akzeptanz von Kartenzahlung zur Pflicht machen will

Berlin treibt eine Bundesratsinitiative voran, um Kartenzahlung im Handel, in der Gastronomie und anderen Bereichen verfügbarer zu machen. Ziel ist es, Steuerbetrug und „Cash-only“-Modelle einzudämmen, von einer Abschaffung der Bargeldzahlungen ist nicht die Rede. Die Wirtschaftsvertreter sind geteilter Meinung.

Zu sehen ist ein Kartenlesegerät, an welches eine Kundin ihre Kredit- oder EC-Karte hält, um zu bezahlen.

Digitale Bezahlsysteme finden immer mehr Akzeptanz, jetzt sollen Unternehmen in die Pflicht genommen werden

Berlin setzt sich auf Bundesebene dafür ein, dass Händler, Dienstleister und Gastronomiebetriebe künftig mindestens eine bargeldlose Zahlungsmöglichkeit anbieten müssen. Mit der Initiative soll erreicht werden, dass Umsätze transparenter werden und Steuerhinterziehung wirksamer bekämpft werden kann. Zusätzlich würde laut der Befürworter des Vorschlags der Kundenservice verbessert werden.

Die Wirtschaft sieht den Vorschlag zwiegespalten. Während digitale Zahlungsmethoden vielerorts bereits etabliert sind, sehen insbesondere kleinere Betriebe zusätzlichen Aufwand und Kosten, da digitale Bezahlsysteme mit laufenden Aufwendungen verbunden sind. Es soll aber auch Ausnahmen für die Regelung geben. Sollte zum Beispiel die technische Infrastruktur dauerhaft fehlen, können Härtefälle angemeldet werden - auch Kleinstunternehmen könnten so um die geplante Pflicht, Cashless-Pay-Angebote zu schaffen, herumkommen. Insbesondere im Einzelhandel und in der Gastronomie wird der Vorstoß im Hinblick auf Kosten und technischen Aufwand skeptisch betrachtet.