Strafabgabe für alle Berliner Unternehmen droht!

Ab 2027 droht die Ausbildungsplatzabgabe.

Das Gesetz würde jedes Unternehmen zusätzlich belasten ohne die eigentlichen Probleme auf dem Ausbildungsmarkt zu lösen. Statt mehr Ausbildung drohen mehr Bürokratie, Klagen und Unsicherheit.

Gastbeitrag des IHK-Präsidenten

Der Wahlkampf beginnt – und Berlin kann sich wirtschaftspolitische Illusionen nicht mehr leisten

Der Wahlkampf zur Abgeordnetenhauswahl 2026 hat begonnen. In den kommenden Monaten werden viele Ideen, Programme und Versprechen diskutiert werden. Was dabei jedoch allzu oft untergeht, ist die Grundlage für fast alle politischen Ziele dieser Stadt: eine leistungsfähige Wirtschaft.

 Sebastian Stietzel, Präsident der IHK Berlin

„Es geht um die Leistungsfähigkeit Berlins!" - Sebastian Stietzel, Präsident der IHK Berlin

Ohne wirtschaftliches Wachstum gibt es keine Arbeitsplätze, keine Investitionen und keine Steuereinnahmen. Und ohne diese Einnahmen kann Berlin weder soziale Sicherheit finanzieren noch seine Infrastruktur modernisieren.

Wirtschaftspolitik ist deshalb kein Nebenschauplatz. Sie ist die Grundlage für die Zukunftsfähigkeit dieser Stadt.

Grafische Darstellung der erwarteten Geschäftslage
Wirtschaftliche Lage in Berlin & Brandenburg Konjunktur zum Jahresbeginn 2026: Wirtschaft tritt auf der Stelle
Lesezeit: 2 Minuten
Claudia Engfeld
Symbolbild Abgeordnetenhaus Berlin
WAHL BERLIN Wirtschaftsstandort im Wahljahr 2026: Appell von Verbänden und Kammern
Milena Fritzsche

Die Probleme sind seit Jahren bekannt

Die wirtschaftspolitischen Herausforderungen Berlins sind nicht neu. Im Gegenteil: Sie werden seit Jahren beschrieben – von Unternehmen, Verbänden und auch von vielen politischen Akteuren. Berlin braucht eine Verwaltung, die funktioniert. Genehmigungen dauern noch immer zu lange. Zuständigkeiten sind zu oft unklar. Entscheidungen werden zu häufig vertagt oder vermieden. Unternehmen brauchen Fachkräfte. Doch gleichzeitig gelingt es noch immer nicht ausreichend, Jugendliche besser in Ausbildung zu bringen oder internationale Fachkräfte schneller in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Und Berlin braucht dringend mehr Wohnungen. Denn eine wachsende Stadt kann nur dann wirtschaftlich erfolgreich sein, wenn Menschen hier auch Wohnraum finden.

Kurz gesagt: Die zentralen Hausaufgaben sind seit Jahren bekannt. Sie müssen endlich erledigt werden.

Weltmetropole ist kein Selbstbild, sondern eine Leistung

Berlin bezeichnet sich gern als Weltmetropole. Dieser Anspruch ist nachvollziehbar – aber er muss auch wirtschaftlich unterlegt sein. Eine Weltmetropole entsteht nicht durch Selbstbeschreibung. Sie entsteht durch wirtschaftliche Dynamik, starke Unternehmen, internationale Vernetzung und eine Verwaltung, die Entwicklung ermöglicht statt ausbremst. Dazu gehört auch der Mut zu klaren Entscheidungen: beim Wohnungsbau, bei Infrastrukturprojekten oder bei der Sicherung von Gewerbeflächen.

Wer Wachstum will, muss Wachstum auch ermöglichen.

Die Berliner Wirtschaft wird genau hinschauen

Die Industrie- und Handelskammer Berlin wird diese Themen im Wahljahr konsequent in die politische Debatte einbringen. Unternehmerinnen und Unternehmer werden in allen Berliner Bezirken mit Kandidatinnen und Kandidaten für das Abgeordnetenhaus diskutieren – über konkrete Standortfragen, nicht über allgemeine Wahlkampfrhetorik.

Mit der Veranstaltungsreihe „Weltmetropole Berlin“ werden zentrale Zukunftsfragen des Standorts diskutiert – von Stadtentwicklung und Mobilität über Fachkräfte bis hin zu Innovation und Verwaltungsmodernisierung. Und bei der Wahlarena der Berliner Wirtschaft kurz vor der Wahl am 2. September werden die Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten der Parteien zeigen müssen, wie ernst sie es mit wirtschaftlicher Stärke für Berlin meinen.

Jetzt entscheidet sich die Richtung

Berlin hat enormes wirtschaftliches Potenzial: kreative Unternehmen, exzellente Hochschulen, internationale Talente und eine dynamische Start-up-Szene. Doch Potenzial allein reicht nicht. Entscheidend ist, ob die politischen Rahmenbedingungen dieses Potenzial auch zur Entfaltung bringen. Der Wahlkampf beginnt.

Und die Berliner Wirtschaft wird sehr genau darauf achten, welche Antworten die Politik auf die wirtschaftlichen Herausforderungen dieser Stadt hat.