Strafabgabe für alle Berliner Unternehmen droht!

Ab 2027 droht die Ausbildungsplatzabgabe.

Das Gesetz würde jedes Unternehmen zusätzlich belasten ohne die eigentlichen Probleme auf dem Ausbildungsmarkt zu lösen. Statt mehr Ausbildung drohen mehr Bürokratie, Klagen und Unsicherheit.

Shared Mobility

Wie Carsharing den Berliner Verkehr verändert

Ob Roller, Fahrrad oder Auto: Shared Mobility Angebote sind aus Berlin nicht mehr wegzudenken. Michael Fischer, Head of Public & Governmental Affairs bei Miles Mobility und Speaker auf dem Kongress „Weltmetropole Berlin“ spricht im Interview über aktuelle Herausforderungen für die Berliner Mobilität.

Ein Mann lächelt freundlich in die Kamera. Es ist Martin Fischer von Miles Mobility

Martin Fischer, Head of Public & Governmental Affairs bei Miles Mobility

Herr Fischer, welche Themen beschäftigen Shared Mobility derzeit besonders?

Michael Fischer: Wir sprechen vor allem über die Rolle von Shared Mobility in der Stadt: Welche verkehrsentlastende Wirkung sie haben kann, wie sie mit der Flächenkonkurrenz umgeht und warum sich viele Angebote auf die Innenstadt konzentrieren. Grundsätzlich stellt sich die Frage, welchen Beitrag Shared Mobility für eine lebenswertere Stadt leisten kann – und wo wirtschaftliche Grenzen liegen, etwa durch Kosten und Gebühren.

Sie sprechen die Flächenkonkurrenz an. Warum ist sie so zentral für die Mobilitätsdebatte in Berlin?

Platz ist knapp, und alle konkurrieren darum. Die große Frage lautet: Wem geben wir wie viel Raum? Das sind politische Kämpfe, die schnell sehr emotional werden. Eigentlich müsste man einen Schritt zurückgehen und sich fragen: Wer wollen wir als Stadt sein? Welche Probleme haben wir, und wie wollen wir Verkehr insgesamt organisieren? 

Weltmetropole Berlin: Internationale Perspektiven für Stadtentwicklung und Mobilität

Der Stadtentwicklungskongress 2026  ist der Auftakt zu einem Wahljahr voller Weichenstellungen für die Berliner Metropole. Die IHK diskutiert mit führenden Köpfen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Stadtgesellschaft sowie internationalen Impulsgebern die großen Fragen unserer Zeit.

Wann: Am Mittwoch, den 28. Januar 2026, von 09:30 bis 17:30 Uhr
Wo: Ludwig Erhard Haus, Fasanenstr. 85, 10623 Berlin
Wer: Berliner Unternehmen
Teilnahme: kostenfrei

Weitere Infos:https://events.ihk-berlin.de/b?p=20260128-weltmetropoleberlin-web

Was bremst den Ausbau von Carsharing – gerade in den Außenbezirken – konkret aus?

Ein großes Thema sind die Parkgebühren. Carsharing-Anbieter zahlen in Kurzparkzonen ein Vielfaches dessen, was Anwohner zahlen, weil wir wie ortsfremde Fremdparker behandelt werden. Diese Gebührenlogik macht es wirtschaftlich unattraktiv, in den Außenbezirken präsent zu sein – obwohl genau dort Bedarf wäre, weil der ÖPNV noch Lücken hat. 

Fuhrpark
6000
Carsharing-Autos
stehen in Berlin zur Verfügung
Weitreichend
350
Mobilitätsstationen
stellen Sharing-Angebote bereit

Wo steht Berlin hinsichtlich Shared Mobility im internationalen Vergleich? 

Berlin ist europaweit ganz weit vorne – die Stadt bietet nahezu alle Shared-Angebote, die es gibt. Das liegt weniger an gezielter Förderung als an der Struktur der Stadt: Sie ist groß, bevölkerungsreich, polyzentrisch und hat andere Wegeketten als zentralistische Städte wie München. Dazu kommt eine junge, techaffine Bevölkerung mit vergleichsweise geringem Autobesitz. Viele Menschen wollen und müssen auf Sharing-Angebote zurückgreifen.

Das Warehouse von Lime in Berlin
Mikromobilität in Berlin Lime: Städtische Mobilität zwischen digitalem Umbruch und Handgriffen
Lesezeit: 4 Minuten
Mateusz HartwichFabian Nestler
Foto mehrerer E-Autos an Ladesäulen
Nachhaltige Flotte Unternehmen setzen auf E-Mobilität
Lesezeit: 4 Minuten
Eli Hamacher
Wichtig sind Vielfalt, Qualität und Wettbewerb – nicht Verbote oder eine einseitige Fixierung. Shared Mobility muss dabei deutlich stärker mitgedacht werden.“
Michael Fischer Head of Public & Governmental Affairs Miles Mobility

Was kann Berlin noch von anderen europäischen Städten lernen?

Jede Stadt hat eigene Ansätze: Kopenhagen mit starker Fahrradförderung, London mit einer City-Maut, Madrid mit Fokus auf ÖPNV und E-Mobilität. Aber keine Stadt hat ein perfekt integriertes Gesamtkonzept. Entscheidend ist, dass Berlin klar definiert, was das größte Problem ist – Stau, Emissionen, Parkraumnutzung oder Verkehrssicherheit. 

Diese Diskussion wurde mit dem Mobilitätsgesetz 2018 angestoßen, aber nie konsequent umgesetzt. Wichtig sind Vielfalt, Qualität und Wettbewerb – nicht Verbote oder eine einseitige Fixierung auf ein Verkehrsmittel. Shared Mobility muss dabei deutlich stärker mitgedacht werden.