Strafabgabe für alle Berliner Unternehmen droht!

Ab 2027 droht die Ausbildungsplatzabgabe.

Das Gesetz würde jedes Unternehmen zusätzlich belasten ohne die eigentlichen Probleme auf dem Ausbildungsmarkt zu lösen. Statt mehr Ausbildung drohen mehr Bürokratie, Klagen und Unsicherheit.

Verkehr & Infrastruktur

Sanieren, erneuern, erbauen: Pläne für Autobahnausbau 2026 in und rund um Berlin

Das wird ein intensives Baujahr für die Regionen Berlin-Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Sanierungen, Ersatzneubauten und Großprojekte betreffen zentrale Verkehrsachsen und damit auch den Wirtschaftsverkehr der Metropolregion. Wir resümieren die Jahrespressekonferenz der Autobahn GmbH Nordost.

Zu sehen ist eine befahrene Autobahn. Auf einer Spur befindet sich eine Baustelle, weswegen eine Fahrbahn geteilt wurde, dort fahren die Fahrzeuge in beide Richtungen.

Baustellen und Ersatzneubauten prägen die Autobahninfrastruktur der Hauptstadtregion in den kommenden Jahren. Die Maßnahmen sind notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit der Region auszubauen.

Umfangreiche Bauprogramme auf zentralen Verkehrsachsen

In der Jahrespressekonferenz der Autobahn GmbH Nordost wurde deutlich, dass der Fokus weiterhin auf der Modernisierung und Instandsetzung der bestehenden Infrastruktur liegt. Viele Brücken und Streckenabschnitte erreichen ihre technischen Grenzen, weshalb Ersatzneubauten, Sanierungen und Kapazitätsanpassungen Priorität haben. In Berlin wurden Baumaßnahmen im Wert von 63 Mio. Euro angekündigt – in das gesamte Gebiet Nordost werden rund 320 Mio. Euro investiert.

Für die Hauptstadtregion bedeutet das eine hohe Dichte an Maßnahmen auf wichtigen Korridoren wie der Stadtautobahn A100, den Zubringern zum Berliner Ring sowie überregionalen Achsen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Die Projekte betreffen damit nicht nur den Pendlerverkehr, sondern vor allem Lieferketten, Logistik und Gewerbestandorte.

Gerade die Berliner Stadtautobahn steht exemplarisch für die Herausforderungen alternder Infrastruktur. Aber auch zahlreiche Brücken und Autobahntunnel benötigen dringend umfangreiche Instandsetzungsmaßnahmen. Angesichts der geplanten Bauvorhaben wird der Wirtschaftsverkehr leistungsfähige Umfahrungen brauchen, um die Stadt weiter versorgen zu können.

Baumaßnahmen im Überblick

  • Instandsetzung Hohenzollerndammbrücke 3/26 – 8/26
  • Technische Nachrüstung Tunnel der A100, OT Britz 10/25 – 10/28
  • Instandsetzung Tunnel A103, Feuerbachstraße 06/26 – 10/26
  • Instandsetzung A100, zwischen Innsbrucker Platz und Alboinstraße 05/26 – 07/26
  • Instandhaltung A100, zwischen Tempelhofer Damm und Gradestraße 10/24 – 04/26
  • Erneuerung A115, zwischen Grenze B/BB und Spanische Allee 09/24 – 12/27

Kartendarstellung unten

Auswirkungen auf den Berliner Wirtschaftsverkehr

Aus Sicht der Wirtschaft ist entscheidend, wie Bauphasen organisiert werden. Sperrungen oder Kapazitätsreduzierungen auf der A100, auf Zubringern wie der A24 oder im Umfeld des Berliner Rings wirken sich unmittelbar auf Lieferzeiten und Kosten aus. Entsprechend zuverlässige Koordination und Planbarkeit sind daher essenziell, um Verkehrsüberlastungen vorzubeugen.

Die Vielzahl parallel stattfindender Maßnahmen erhöht den Bedarf einer gut abgestimmten Verkehrssteuerung und frühzeitiger Kommunikation. Die kürzlich geschaffene Funktion des Baustellenkoordinators in Berlin soll dabei helfen, Verkehrsabläufe in Bauphasen effizienter zu gestalten. Ziel ist es, Beeinträchtigungen zu reduzieren und Bauzeiten zu verkürzen.

Verkehr Erweiterung der A100 stärkt Berliner Wirtschaft
Lesezeit: 4 Minuten
Jens Bartels

Gute Koordination ist zentraler Faktor im Autobahnausbau rund um Berlin

Aus Sicht der Wirtschaft, sind die Investitionen in Straßeninfrastruktur positiv zu betrachten. Auch wenn Baustellen zeitweise den Verkehr einschränken, ist die Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur ein wichtiger Faktor für die Standortattraktivität Berlins. 

Gleichzeitig fordert die Wirtschaft eine stärkere Abstimmung zwischen Bund, Ländern, der kommunalen Verkehrsplanung sowie der Deutschen Bahn und BVG. Zudem müssen die Leitungsbetriebe (Wasser, Strom, Gas) eng mit eingebunden werden, da Hintergrund vieler Maßnahmen die Netzsanierung bzw. -erweiterung ist. Die Baustellen müssen räumlich und zeitlich koordiniert werden, um parallele Engpässe zu vermeiden. Auch die IHK-Berlin verweist auf die Bedeutung strategischer Projekte wie der Weiterentwicklung der A100 und regionaler Umfahrungen, die Gewerbegebiete entlasten können.

Regionale Perspektive: Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern

Die Pläne der Autobahn GmbH zeigen deutlich, wie essenziell die gemeinsame Verkehrsinfrastruktur für den gemeinsamen Wirtschaftsraum der Hauptstadtregion ist. Bauvorhaben auf Autobahnen außerhalb Berlins beeinflussen unmittelbar die Erreichbarkeit der Metropole, etwa für Hafenlogistik, Industriecluster oder den Tourismus.

Insbesondere Verbindungen zum Berliner Ring sowie Ost-West-Achsen haben strategische Bedeutung. Hier geht es nicht nur um Kapazität, sondern auch um Resilienz des Netzes, etwa bei Störungen oder Umleitungen.

Foto von Andreas Irngartinger, Sprecher der Geschäftsführung und technischer Geschäftsführer der Deges GmbH
Andreas Irngartinger, DEGES Autobahnbau in Berlin: „Nach dem Abriss der beiden Brücken im Frühjahr haben wir richtig Gas gegeben“
Lesezeit: 5 Minuten
Jens Bartels

2026: Intensives Baujahr für die Hauptstadtregion

Die Jahrespressekonferenz macht deutlich, dass die Transformation der Autobahninfrastruktur Fahrt aufnimmt. Ersatzneubauten und Sanierungen sind notwendig, es ist jedoch mit Übergangsbelastungen zu rechnen.

Für die Berliner Wirtschaft kommt es nun auf Umsetzung und Kommunikation an. Schnelle Genehmigungen, digitale Baustellenkoordination und transparente Zeitpläne entscheiden darüber, ob die geplanten Sanierungen und Modernisierungen effizient umgesetzt werden. So dürfen beispielsweise die Stadtautobahn und der Tiergartentunnel nicht wieder parallel gesperrt werden, um ein Verkehrschaos zu vermeiden.

Das Jahr 2026 dürfte damit zu einer Belastungsprobe für die Mobilität der Hauptstadtregion werden. Gleichzeitig bietet es die Chance, zentrale Verkehrsachsen zukunftsfähig aufzustellen und damit langfristig die Wettbewerbsfähigkeit Berlins zu sichern.

Zu sehen ist eine Karte, welche einen Ausschnitt in Berlin zeigt. In der Karte ist ein Bereich einer Straße markiert, welcher  2026 saniert wird. Es handelt sich um die Hohenzollerndammbrücke in Charlottenburg-Wilmersdorf.

Die Hohenzollerndammbrücke in Charlottenburg-Wilmersdorf wird voraussichtlich von März bis August 2026 instandgesetzt.

Zu sehen ist eine Karte, welche einen Ausschnitt in Berlin zeigt. In der Karte sind zwei Bereiche zweier Straße markiert, welche 2026 saniert werden. Es handelt sich um einen Tunnel im Ortsteil Britz sowie den Tunnel der Feuerbachstraße in Steglitz..

Der Tunnel im Ortsteil Britz (32) benötigt noch mehr als zwei Jahre bis zur Fertigstellung 2028. Deutlich schneller geht es am Tunnel Feuerbachstraße (33), welcher instandgesetzt wird.

Zu sehen sind zwei Karten, welche je einen Ausschnitt in Berlin zeigen. In den Karten ist ein Bereich einer Straße markiert, welcher  2026 saniert wird. Es handelt sich um einen Teil der A100 sowie der A115.

Mit den Bauarbeiten an der A100 zwischen Kreuz Schöneberg und Oberlandstraße sowie an der A115 zwischen Kreuz Zehlendorf und Spanischer Allee sind auch zwei Hauptverkehrsadern in Berlin betroffen.