Strafabgabe für alle Berliner Unternehmen droht!

Ab 2027 droht die Ausbildungsplatzabgabe.

Das Gesetz würde jedes Unternehmen zusätzlich belasten ohne die eigentlichen Probleme auf dem Ausbildungsmarkt zu lösen. Statt mehr Ausbildung drohen mehr Bürokratie, Klagen und Unsicherheit.

Wettbewerb KLIMASCHUTZPARTNER 2026 – Jetzt bewerben

Preisträger startet durch: Factor4Solutions macht mit KI Kältezentralen effizienter

Eine Energieersparnis bis zu 75 Prozent verspricht die KI-gestützte Systemmanagerin „SyMa“ von Factor4Solutions. Für das Konzept gab es 2024 die Auszeichnung „Klimaschutzpartner Berlin“ – zwei Jahre später steht das Start-up.

Drei Männer sitzen auf einer hellblauen Treppe und schauen freundlich in die Kamera.

V.l.n.r.: Jan Albers, Walther Hüls und Stefan Petersen (CEO, 54), Gründer von Factor4Solutions

25 Jahre Klimaschutzpartner-Wettbewerb – und zahlreiche Berliner Unternehmen, die dank der Auszeichnung sichtbar gewachsen sind. In dieser Artikelserie stellen wir ehemalige Preisträger vor und zeigen, wie sich ihre Projekte seit der Auszeichnung entwickelt haben – wirtschaftlich, strategisch und in ihrer messbaren Klimawirkung.

Nach Florida Eis, MOOT, energyECO und AfB zeigt nun Factor4Solutions, wie aus einer Auszeichnung als Klimaschutzpartner Berlin für ein Konzept ein Geschäftsmodell entstehen kann.

Sie möchten mit Ihrem Unternehmen ebenfalls ausgezeichnet werden? Lesen Sie hier, wie frühere Preisträger vom Wettbewerb profitiert haben – und bewerben Sie sich jetzt als Klimaschutzpartner des Jahres 2026

Factor4Solutions – Klimaschutzpartner 2024

  • Unternehmen: Factor4Solutions GmbH
  • Standort: Charlottenburg
  • Gründung: 2023
    Gründer: Stefan Petersen (CEO), Jan Albers, Walther Hüls
  • Geschäftsmodell: Reduktion des Energieverbrauchs von Kältesystemen durch einen KI‑basierten Assistenten
  • Besonderheit: setzt inzwischen nicht mehr nur auf klassische Gebäude, sondern zunehmend auch auf Rechenzentren
  • Auszeichnung: Klimaschutzpartner des Jahres 2024 – in der Kategorie „Innovative Planungen“

Drei Forscher der Technischen Universität Berlin wollten die Nutzung von Kühlsystemen grundlegend neu denken. Sie arbeiteten in Projekten, in denen neue Kältemittel entwickelt wurden. Dabei machten sie eine zentrale Beobachtung: Das größte Problem ist häufig nicht die Hardware selbst, sondern die fehlende Abstimmung zwischen den Komponenten – also die Lücke zwischen Planung und Bau einer Anlage und ihrem späteren Betrieb.

Um genau diese Lücke zu schließen, gründeten Stefan Petersen, Jan Albers und Walther Hüls 2023 das Unternehmen Factor4Solutions und entwickelten eine KI-gestützte Software zur Optimierung von Kälte- und Klimaanlagen: die „Systemmanagerin“ (SyMa).

SyMa steuert in Echtzeit, wie die einzelnen Komponenten einer Anlage angesteuert werden müssen, damit der Gesamtenergieaufwand möglichst gering ist.

Welche messbare Wirkung erzielt Factor4Solutions?

Das Gründerteam erkannte: Viele Gebäude verbrauchen deutlich mehr Strom für Kühlung als nötig. Im Durchschnitt lässt sich etwa ein Drittel des Strombedarfs und damit auch ein Drittel der CO₂-Emissionen einsparen. 

Stefan Petersen, CEO von Factor4Solutions, rechnet es vor: Für ein typisches Bürogebäude mit rund 2.000 Quadratmetern Nutzfläche ergibt sich daraus eine jährliche Stromeinsparung von etwa 150 bis 200 Megawattstunden. Das reduziert die CO₂-Emissionen – bei einem Emissionsfaktor von rund 400 Gramm pro Kilowattstunde – um etwa 60 bis 80 Tonnen pro Jahr.

Eine Person steuert eine Heizanlage über ein Tablet.

Mit "SyMa" sollen Unternehmen rund ein Drittel ihrer CO2-Emissionen einsparen können.

Wie funktioniert die Systemmangerin SyMa?

Petersen vergleicht eine Kälteerzeugungsanlage mit einem Orchester: Sie besteht aus vielen leistungsfähigen Komponenten, die zwar wissen, was sie selbst gut können, sich aber nicht gegenseitig zuhören. 

Die Systemmanagerin übernimmt dabei die Rolle der Dirigentin: „Die Dirigentin ist sich der Qualität der einzelnen Komponenten bewusst und steuert sie so, dass sie ideal zusammenspielen – damit es nicht nur laut wird, sondern am Ende auch wirklich schöne Musik entsteht”, sagt Petersen. Dabei werden auch äußere Einflüsse wie das Wetter berücksichtigt.

Was hat sich seit der Auszeichnung als Klimaschutzpartner verändert?

2024 wurde Factor4Solutions als Klimaschutzpartner des Jahres in der Kategorie „Innovative Planungen“ ausgezeichnet – für ein Konzept zur Optimierung der Kälteerzeugung in einem Gebäude der Investitionsbank Berlin, das voraussichtlich im nächsten Jahr umgesetzt wird.

Zwar wird das Gebäude bereits mit grünem Strom versorgt, doch für Stefan Petersen ist das kein Argument gegen Effizienz, sondern ein zusätzlicher Hebel: Je weniger Ökostrom die Bank benötigt, desto mehr erneuerbare Energie steht im Netz zur Verfügung, um konventionelle Erzeugung zu verdrängen. Auch wenn die direkte CO₂-Bilanz vor Ort geringer ausfällt, gilt für ihn: „Weniger Bedarf heißt, es muss insgesamt weniger produziert werden.“

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Wie sieht die Zukunft von Factor4Solutions aus?

Bisher legte Factor4Solutions ihren Schwerpunkt auf gebäudetechnische Klimatisierung, inzwischen nimmt das Unternehmen auch Rechenzentren ins Visier. Diese laufen ganzjährig im Dauerbetrieb, verursachen hohe Kühlleistungen und haben dadurch laut Petersen ein besonders großes Einsparpotenzial. Gleichzeitig seien sie ein wachsender wirtschaftlicher Faktor.

In Berlin wird die Technologie aktuell in zwei Rechenzentren umgesetzt: eines wird bereits in diesem Monat in Betrieb genommen, das zweite voraussichtlich im Sommer 2026. So wird in der Praxis sichtbar, dass ökologische und ökonomische Ziele Hand in Hand gehen können.

Wettbewerb Klimaschutzpartner des Jahres 2026: Jetzt noch bewerben!

Der Bewerbungszeitraum der aktuellen Ausgabe des Wettbewerbs läuft noch bis zum 05. April 2026.

Unternehmen, Selbstständige, öffentliche Einrichtungen sowie Bürgerinnen und Bürger können sowohl realisierte Projekte als auch innovative Planungen einreichen.

Alle Informationen zum Klimaschutzpartner sowie zum Bewerbungsprozess finden Sie hier.