Strafabgabe für alle Berliner Unternehmen droht!

Ab 2027 droht die Ausbildungsplatzabgabe.

Das Gesetz würde jedes Unternehmen zusätzlich belasten ohne die eigentlichen Probleme auf dem Ausbildungsmarkt zu lösen. Statt mehr Ausbildung drohen mehr Bürokratie, Klagen und Unsicherheit.

Innovation trifft Verantwortung

Nachhaltigkeit im Unternehmen: Interview zu Strategien und Technologien für die Zukunft

Wie funktioniert echte Corporate Sustainability? Nachhaltigkeit im Unternehmen bedeutet heute mehr als Umweltschutz: Es geht darum, Ressourcen effizient zu nutzen, Risiken zu minimieren und langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Der Orbisens Co-CEO Lamping.

Dr. Jens Lamping gibt Einblicke, wie das Team von Orbisens Nachhaltigkeit in ihre Unternehmensstrategie integriert

Mehr Chancen durch Nachhaltigkeit im Unternehmen

Unter Nachhaltigkeit fallen viele Aspekte: Ressourcenschonung, Energieeffizienz, soziale Verantwortung – und zunehmend auch datengetriebene Entscheidungen. Unternehmen wie die Berliner Orbisens GmbH nutzen Daten und Technologien, um das Thema Nachhaltigkeit in der Gesellschaft voranzutreiben. 

Dr. Jens Lamping ist Mitgründer und Co-CEO des Unternehmens, das modulare Umweltmesssysteme entwickelt. „Unser Ziel ist, urbane Räume besser mit Daten über Klima und Umwelt zu versorgen, damit fundierter auf Klimarisiken reagiert werden kann“, erklärt er. Und auch in sämtlichen eigenen Bereichen stellt sich die Firma nachhaltig auf. 

IHK Sustainability Day am 25.3.2026

Der Sustainability Day ist die zentrale Plattform der IHK Berlin für nachhaltiges Wirtschaften. Er bietet Ihnen einen ganzen Tag voller Impulse, praxisnaher Lösungen und gezielter Vernetzung – speziell für Berliner Unternehmen, die Zukunftsthemen aktiv gestalten möchten.

Kostenfrei und nur für Mitgliedsunternehmen der IHK Berlin. Zur Anmeldung

Herr Lamping, warum wird Nachhaltigkeit für Unternehmen immer wichtiger – sowohl in ökologischer als auch in sozialer Hinsicht?

Es liegen enorme Potenziale im nachhaltigen Wirtschaften. Wer Nachhaltigkeit im Unternehmen verankert, schafft langfristige Wettbewerbsvorteile, reduziert Risiken und stärkt Vertrauen bei Mitarbeitenden sowie Kundinnen und Kunden. Wir bewegen uns mit Orbisens ja im Bereich Smart City & Urban Innovation – da ist Nachhaltigkeit kein Nice-to-have, sondern zentral für die Planung und den Erfolg urbaner Projekte.

Wie genau trägt Ihre Technologie dazu bei, Umweltbelastungen zu reduzieren?

Unsere Sensoren zeigen, welche Schadstoff- oder Hitzebelastung an welchem Ort vorhanden ist. Häufig kommen dabei überraschende Erkenntnisse ans Licht. An diesen Hotspots kann die Stadtplanung gezielt eingreifen – etwa durch Begrünung, wo zusätzliche Pflanzen Schatten spenden und die Luftqualität verbessern. Oder durch die Öffnung von sogenannten Kaltluftschneisen, bei denen bestimmte Windrichtungen für natürliche Belüftung sorgen. Zudem ist es bei Extremwettersituationen wichtig, dass Starkregen nach dem Schwammstadtprinzip so gesteuert wird, dass Regenwasser vor Ort versickert und Überschwemmungen verhindert werden.

Ein Mast mit einem angebrachten Orbisens-Sensor.

Orbisens entwickelt Sensoren, die das Mikroklima in Städten misst – und den Städten so ermöglicht, die Transformation zur Klimaresilienz umzusetzen

Ökologisches Wirtschaften zahlt sich aus

Viele Unternehmen sehen Nachhaltigkeit noch als Kostenfaktor. Welche wirtschaftlichen Chancen sehen Sie darin? 

Nachhaltigkeit ist meines Erachtens heutzutage kein Kostenfaktor mehr. Wir als Gründerteam kommen alle aus der Umwelttechnik und beschäftigen uns dadurch natürlich schon sehr lange mit dem Thema Ressourcenknappheit und nachhaltiger Produktentwicklung. Für das produzierende Gewerbe gesprochen kann ich sagen: Es gibt inzwischen eine Menge recycelter Materialien, die oft eine bessere Qualität aufweisen als die Grundmaterialien, die früher auf dem Markt waren. Durch die Kreislaufwirtschaft entstehen zudem Einsparungen bei Materialkosten, Logistik und Energieverbrauch – und zugleich neue Geschäftsmodelle.

Welche Trends oder Entwicklungen sehen Sie, die nachhaltiges Wirtschaften in den nächsten Jahren besonders prägen?

Erstens: Risikoanalyse. Unternehmen müssen zunehmend Resilienz aufbauen, um für Extremwettersituationen gewappnet zu sein, etwa durch Energieautarkie. Zweitens wird es immer wichtiger, seine Produktions- und Warenströme zu überwachen und zu schauen: Wo kommt die Ware genau her? Was kann ich davon innerhalb meines Zyklus‘ wiederverwerten?

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Tipps und Unterstützung für Nachhaltigkeit im Unternehmen

Welche Tipps geben Sie Unternehmern oder Start-ups, die nachhaltiger werden wollen?

Mir fallen da drei Dinge ein:

  • Es ist wichtig, sich Anlaufstellen zu suchen, um praxisnahe Unterstützung zu erhalten und von anderen Unternehmen zu lernen. Es gibt vielerorts gute Angebote, auch von der IHK. Die gehen oft einher mit einer Analyse der eigenen Produktion und Wirtschaftlichkeit. 
  • Ich rate auch immer dazu, sich nachhaltiger im Energieverbrauch aufzustellen – also zu schauen, wo kann ich auf den eigenen Anlagen Energie produzieren beziehungsweise rückgewinnen. Das ist einfach ein riesengroßer Kostenfaktor für viele Unternehmen. 
  • Für uns war es zudem wichtig, seine Investitionen nachhaltig zu tätigen und mit einer Bank zu arbeiten, die sozial-ökonomisch und nachhaltig agiert.

Wie könnten nachhaltige Unternehmen besser unterstützt werden?

Zu einen sollten Anreize bezüglich steuerlicher Abgaben geschaffen werden. Zum anderen braucht es eine stärkere Förderkultur. Die Förderlandschaft hierzulande ist im Vergleich zu anderen Ländern sehr begrenzt: Viele Startups wandern ins Ausland ab, weil die Hilfe dort besser ist. Wir brauchen Programme für Finanzierungs- und Investitionsmöglichkeiten, deren Gelder zügig in Projekte, Produkte und bestehende Systeme fließen.