Wettbewerb KLIMASCHUTZPARTNER 2026 – Jetzt bewerben

Klimaschutz im Klassenzimmer: Schülerfirma energyECO macht Schulen energiebewusster

Die Schülerfirma energyECO aus Pankow zeigt, wie Klimaschutz im Schulalltag funktioniert: Die Jugendlichen messen Luftqualität und Heizverhalten, entwickeln eigene Messboxen und helfen Schulen, Energie zu sparen. 2025 wurden sie dafür mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Jetzt werden neue Projekte für den Wettbewerb 2026 gesucht.

Von: Laurenzia Kiesche
Ein Jugendlicher sitzt mit zwei anderen Kindern an einem Tisch und erklärt etwas an einem Handy.

Hannes Braune (rechts) ist Mitgründer von energyECO und seit der 7. Klasse in der Schülerfirma aktiv.

25 Jahre Klimaschutzpartner-Wettbewerb – und zahlreiche Berliner Unternehmen, die dank der Auszeichnung sichtbarer gewachsen sind. In dieser Artikelserie stellen wir ehemalige Preisträger vor und zeigen, wie sich ihre Projekte seit der Auszeichnung entwickelt haben – wirtschaftlich, strategisch und in ihrer messbaren Klimawirkung.

Nach MOOT und Florida Eis [JI1] zeigt nun die Schülerfirma energyECO, wie Klimaschutzpartner Berlin auch junge Initiativen stärkt – und welche Dynamik durch die Auszeichnung entstehen kann.

Sie möchten mit Ihrem Unternehmen ebenfalls ausgezeichnet werden? Lesen Sie hier, wie frühere Preisträger vom Wettbewerb profitiert haben – und bewerben Sie sich jetzt als Klimaschutzpartner des Jahres 2026.

energyECO – Publikumspreis 2025 und Klimaschutzpartner 2020

  • Organisation: Schülerfirma energyECO
  • Gründung: 2019 am Robert-Havemann-Gymnasium (aus dem Projekt „Köpfchen statt Kohle“)
  • Ziel: Schulen energieeffizienter und umweltfreundlicher gestalten
  • Schwerpunkte: Workshops, Messungen, Produktentwicklung (engyBOX)
  • Auszeichnungen: Klimaschutzpartner des Jahres 2020, Publikumspreis 2025
Fünf Schüler halten einen Vortrag in einem Klassenzimmer.

In Workshops teilt die Schülerfirma energyECO ihr Wissen mit anderen Kindern und Jugendlichen.

Wie ist die Idee für energyECO entstanden?

2019 gründete sich die Schülerfirma energyECO am Robert-Havemann-Gymnasium aus dem Klimaschutzprojekt „Köpfchen statt Kohle“ an Schulen heraus. Die Schülerfirma will Schulen energieeffizienter und umweltfreundlicher gestalten. Schüler geben Workshops zu effizientem Lüften, Feinstaub und Energieeinsparung, entwickeln eigene Produkte und führen Messungen an anderen Schulen durch.

Hannes Braune ist von Anfang an mit dabei: Seit der 7. Klasse gestaltet er energyECO mit. „Mein Interesse am Klimaschutz ist durch die Schülerfirma enorm gewachsen“, sagt er.

Heute, mit 22 Jahren, studiert Braune Physik an der Technischen Universität Berlin und betreut die Schüler, die sich beteiligen. „Der Kernpunkt ist, das mit den Schülerinnen und Schülern gemeinsam zu machen. Mir geht es darum, dass sie Kompetenzen entwickeln.“

Die Schülerfirma funktioniert wie ein kleines Unternehmen: Sie hat ein eigenes Konto, auf das alle Einnahmen fließen und von dem ausschließlich in die Firma investiert wird. Unterstützer können für 10 Euro Aktien kaufen – so wird unternehmerisches Handeln ganz praktisch erprobt.

Ein Schüler arbeitet mit einem Schraubendreher an einer Feinstaubmessstation.

energyECO hat die engyBOX entworfen. Sie gibt Empfehlungen zum Heizen und Lüften.

Wie hat sich das Projekt seit den Auszeichnungen entwickelt?

Im vergangenen Jahr gewann energyECO den Publikumspreis und erhielt 1000 Euro, mit denen drei neue Computerarbeitsplätze eingerichtet wurden. Bereits 2020 wurde die Schülerfirma außerdem als Klimaschutzpartner des Jahres ausgezeichnet.

Was sie besonders macht, ist ihr Ideenreichtum: Mit der engyBOX arbeitet die Schülerfirma jüngst an einem eigenen Produkt, das in Echtzeit Empfehlungen zum Heizen und Lüften gibt. Sensoren erfassen Temperatur, Luftfeuchte und CO₂-Gehalt und senden die Daten per WLAN ans Smartboard. Das System zeigt nicht nur Grenzwerte an, sondern gibt konkrete Hinweise – zum Beispiel, wann gelüftet werden sollte.

Zu jeder Box ist ein begleitender Workshop geplant, in dem Technik und Datennutzung erklärt werden. „In den vergangenen Jahren haben wir Know-how gesammelt, jetzt wollen wir das zu einem Produkt zusammenbringen – und sind gerade dabei, ein Prototyp zu bauen“, sagt Hannes Braune.

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Welche messbare Wirkung erzielt energyECO?

Ein Schwerpunkt der Schülerfirma ist die Energieeffizienz an Schulen. Bei einer Messaktion im Winter statteten die Jugendlichen zehn Schulen in Pankow mit Sensoren aus und sammelten rund 50 Temperaturreihen.

Das Ergebnis: An vielen Schulen wird in den Ferien die Heiztemperatur nicht ausreichend abgesenkt. Selbst in neuen Gebäuden mit zentral gesteuerter Fußbodenheizung lagen die Klassenzimmer konstant bei rund 21 Grad – für Hannes Braune ein klar vermeidbares Energiesparpotenzial.

Der nächste Schritt: „Wir werden uns mit Entscheidungsträgern aus Politik und Verwaltung treffen und dafür sorgen, dass diese einfachen Einsparungen umgesetzt werden“, sagt Braune.

Wichtig sei ihm jedoch vor allem die Wirkung auf Schülerinnen und Schüler: „Wenn man ihnen beibringt, die Heizung runterzudrehen und richtig zu lüften, nehmen sie das mit nach Hause und ins weitere Leben. Aktiver Klimaschutz müsste an Schulen viel selbstverständlicher sein, als es momentan ist.“

Wettbewerb Klimaschutzpartner des Jahres 2026: Jetzt noch bewerben!

Der Bewerbungszeitraum der aktuellen Ausgabe des Wettbewerbs läuft noch bis zum 05. April 2026.

Unternehmen, Selbstständige, öffentliche Einrichtungen sowie Bürgerinnen und Bürger können sowohl realisierte Projekte als auch innovative Planungen einreichen.

Alle Informationen zum Klimaschutzpartner sowie zum Bewerbungsprozess finden Sie hier.