Wettbewerb KLIMASCHUTZPARTNER 2026 – Jetzt bewerben

Preisträger auf Wachstumskurs: AfB verändert den Refurbishing-Markt

Der Markt für refurbished Hardware wächst. AfB hat sich darauf spezialisiert. Heute ist der Klimaschutzpartner Europas größtes gemeinnütziges IT-Unternehmen. Was ist ihr Geheimnis?

Von: Laurenzia Kiesche
Ein Mann sitzt an einem Schreibtisch und repariert einen Laptop.

Das nachhaltige IT-Unternehmen AfB wurde 2014 Klimaschutzpartner

25 Jahre Klimaschutzpartner-Wettbewerb – und zahlreiche Berliner Unternehmen, die dank der Auszeichnung sichtbar gewachsen sind. In dieser Artikelserie stellen wir ehemalige Preisträger vor und zeigen, wie sich ihre Projekte seit der Auszeichnung entwickelt haben – wirtschaftlich, strategisch und in ihrer messbaren Klimawirkung. Nach Florida Eis, MOOT und energyECO zeigt nun AfB, wie Klimaschutz und Inklusion vereint werden können.

Sie möchten mit Ihrem Unternehmen ebenfalls ausgezeichnet werden? Lesen Sie hier, wie frühere Preisträger vom Wettbewerb profitiert haben – und bewerben Sie sich jetzt als Klimaschutzpartner des Jahres 2026.

AfB – Klimaschutzpartner 2014

  • Unternehmen: AfB gemeinnützige GmbH
  • Standort: u. a. Tempelhof-Schöneberg 
  • Gründung: 2004
    Geschäftsmodell: IT-Refurbishing – Aufbereitung gebrauchter Hardware
  • Besonderheit: fast die Hälfte der Mitarbeitenden sind Menschen mit Beeinträchtigungen
Ein Mann in einem hellblauen Hemd lächelt freundlich in die Kamera.

Geschäftsführer Daniel Büchle (43)

Jedes Jahr ein neues Smartphone? Dagegen setzt AfB ein klares Zeichen: mit einem IT-Refurbishing-Konzept, das nicht nur Klimaschutz, sondern auch Inklusion in den Fokus rückt. 2014 wurde das Unternehmen als Klimaschutzpartner Berlin ausgezeichnet und wächst seitdem kontinuierlich.

Das Geschäftsmodell basiert auf Kreislaufwirtschaft: AfB kauft gebrauchte Elektronik wie Laptops und Smartphones von Unternehmen an, löscht alle Daten nach höchsten Sicherheitsstandards, bereitet die Geräte technisch und optisch auf und verkauft sie anschließend weiter – vor allem an Privatpersonen. So erhalten Geräte ein zweites Leben und der Nutzungszyklus von Hardware wird deutlich verlängert. 

Das hat spürbare ökologische Effekte: Es müssen weniger Neugeräte produziert werden, das Aufkommen an Elektroschrott sinkt – und damit auch die CO₂-Emissionen. Allein 2025 konnten so 70.000 Tonnen CO₂, 483 Millionen Liter Wasser und 261.400 Megawattstunden Primärenergie eingespart werden.

Wie kam es zum nachhaltig-sozialen Geschäftsmodell?

Gegründet wurde AfB 2004 von Paul Cvilak, der selbst aus der IT-Branche stammt. Ein zufälliger Kontakt zum Leiter einer Behindertenwerkstatt legte den Grundstein für das heutige Inklusionskonzept: Fast die Hälfte der aktuell 652 Mitarbeitenden haben Beeinträchtigungen. 

Jeder, der etwas produziert, sollte sich mit Klimaschutz beschäftigen. Wir haben Ressourcenknappheit – und auch die Preise werden steigen.“
AfB-Geschäftsführer Daniel Büchle

Was sich heute als erfolgreich herausstellt, war anfangs vor allem kommunikativ eine Herausforderung. „Wenn Menschen an Inklusion denken, verbinden viele damit weniger Professionalität und Effizienz“, sagt Daniel Büchle, der damals als dualer Student zu AfB kam und heute Geschäftsführer ist.

AfB musste zeigen, dass die Integration von Menschen mit Beeinträchtigungen in den Arbeitsmarkt mit wirtschaftlichem Erfolg vereinbar ist. „Das hat AfB erfolgreich gemacht – wir wollten nicht die Welt retten, sondern haben es rein wirtschaftlich betrachtet“, erklärt Büchle. Gleichzeitig gilt es, die Interessen der Mitarbeitenden zu berücksichtigen und Arbeitsmodelle neu zu denken.

Eine junge Frau arbeitet an einem Laptop und lächelt in die Kamera.

Eine AfB-Mitarbeiterin im Refurbishment bereitet Laptops für den Wiederverkauf vor.

Was braucht es, damit Inklusion im Arbeitsalltag gelingt?

Der Schlüssel zum Erfolg liegt dabei in einer konsequent inklusiven Personal- und Arbeitsgestaltung: AfB setzt auf Vertrauen, klare Anforderungen, intensive Kommunikation, Schulungen – etwa zu Krankheitsbildern – und eine gezielte Anpassung der Arbeitsplätze. „Nicht der Mensch sollte sich dem Arbeitsplatz anpassen, sondern der Arbeitsplatz dem Menschen“, so Büchle.

Das Unternehmen hat sich eine Mindestquote von 40 Prozent Mitarbeitenden mit Beeinträchtigungen gesetzt – und hat sich zum Ziel gemacht, die Zahl auf insgesamt 500 zu erhöhen. „Wir müssen nur gut sein, Gas geben und wachsen – dann steigen die Beschäftigtenzahlen automatisch. Wir machen uns keinen großen Druck, ob wir die 500 Arbeitsplätze bis 2030 oder 2035 erreichen. Das Ziel bleibt bestehen.“

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Welche Rolle spielt der Klimaschutz in der Branche?

Auch mit Blick auf die Zukunft des IT-Refurbishings zeigt sich Büchle sicher: „Es wird am Markt nicht weniger IT-Hardware geben, daher wird es immer Refurbisher brauchen, die Geräten ein zweites Leben ermöglichen.“ Und er richtet einen Appell an die gesamte Wirtschaft: „Jeder, der etwas produziert, sollte sich mit dem Thema beschäftigen. Wir haben Ressourcenknappheit – und auch die Preise werden steigen.“ 

AfB macht deutlich: Ein Geschäft, das an Umwelt und Menschen denkt, kann sich trotzdem wirtschaftlich lohnen.

Wettbewerb Klimaschutzpartner des Jahres 2026: Jetzt noch bewerben!

Der Bewerbungszeitraum der aktuellen Ausgabe des Wettbewerbs läuft noch bis zum 05. April 2026.

Unternehmen, Selbstständige, öffentliche Einrichtungen sowie Bürgerinnen und Bürger können sowohl realisierte Projekte als auch innovative Planungen einreichen.

Alle Informationen zum Klimaschutzpartner sowie zum Bewerbungsprozess finden Sie hier.