Strafabgabe für alle Berliner Unternehmen droht!

Ab 2027 droht die Ausbildungsplatzabgabe.

Das Gesetz würde jedes Unternehmen zusätzlich belasten ohne die eigentlichen Probleme auf dem Ausbildungsmarkt zu lösen. Statt mehr Ausbildung drohen mehr Bürokratie, Klagen und Unsicherheit.

Gut vorbereitet in die Gründung

So klappt es mit der Finanzierung: Profi-Tipps fürs Start-up von Susann Hoffmann

Gründerinnen und Gründer stecken meist viel Zeit und Energie in Anträge, Pitches und die Suche nach passenden Investoren. Die erfolgreiche Berliner Gründerin Susann Hoffmann gibt fünf Tipps, um Fehler zu vermeiden.

Eine junge, blonde, lachende Frau mit Brille und blauem Oberteil sitzt auf einer Fensterbank. Es ist Susann Hoffmann, Co-Founderin von Edition F und Manti Manti.

Mut, Ideen und ein genauer Blick auf die Zahlen: Die zweifache Gründerin Susann Hoffmann weiß, worauf es ankommt

  • Klarheit: Das Pitch Deck dient also als Guideance und Governance – gegenüber den Investoren und sich selbst
  • Minimalismus: Auf ein Produkt fokussieren und dieses gut platzieren
  • Persönlichkeit: Netzwerken, Mut beweisen und einen Überblick über die eigenen Zahlen gehören zur Finanzierungsstrategie

Die Idee ist brillant. Das Team motiviert. Der Businessplan steht. Und trotzdem ist der Weg zum eigenen Unternehmen steinig – weil die Start-up-Finanzierung nicht so gradlinig verläuft wie gedacht. Laut Analysen der amerikanischen Marktforschungs-Plattform CB Insights gehört Kapitalmangel zu den häufigsten Gründen für das Scheitern junger Unternehmen

Gleichzeitig wird eifrig gegründet: Dem Report des deutschen Start-up Verbandes zufolge liegt die Gründungsdynamik in Deutschland 2025 auf einem neuen Höchststand – mit 3.568 Neugründungen waren es 29 Prozent mehr als 2024.

Wie man mit einer Idee die Start-up-Finanzierung sichert und ein funktionierendes Unternehmen gründet, weiß Susann Hoffmann. Nach dem Online-Magazin EDITION F gründete sie gemeinsam mit Philippa Koenigdie nachhaltige Kinderbrillenmarke Manti Manti – die beiden Gründerinnen wurden vom Berliner Senat zu den „Berliner Unternehmerinnen 2024/2025“ im Bereich „Newcomerinnen“ ausgezeichnet. 

Susann Hoffmann verrät, was in ein Pitch Deck gehört, wie man Investoren findet und was man tun kann, damit die Start-up-Finanzierung nicht scheitert. 

1. Reden, reden und reden

Ohne Moos nix los: Viele Start-ups scheitern bereits vor oder während der Finanzierungssuche, weil sie keine Geldgeber überzeugen können. 
 

Weil es für die Investorensuche keinen einheitlichen Fahrplan gibt, hilft Eigeninitiative „Eine Idee ist nur gut, wenn man sich auch wirklich auf den Weg macht. Und dazu gehört: viel reden! Man sollte sich dabei weder von Scham zurückhalten lassen noch von der Angst, dass die eigene Idee geklaut werden könnte“, sagt Susann Hoffmann. 

„Netzwerken und Offenheit erhöhen die Chancen, auf gute Kontakte und die passenden Investoren zu treffen, die häufig auch noch eine nützliche Expertise mitbringen.“ 

Eine junge, blonde, lachende Frau mit Brille und blauem Oberteil steht vor einem lila Hinetrgrund. Es ist Susann Hoffmann, Co-Founderin von Edition F und Manti Manti.
Derzeit ist Investment eine Herausforderung. Vieles ist eingefroren. Wenn man da nicht unter die gehypten Cluster wie KI, Defence, Blockchain, Medical Tech oder Finance Tech fällt, muss man sich genau überlegen, welche Art von Investoren man eigentlich ansprechen will.“
Susann Hoffmann Co-Founderin von Edition F und Manti Manti

2. Fehlender Markt oder unklarer Product-Market-Fit

Investoren geben nur Geld, wenn sie erwarten, dieses zu vervielfachen. So weit, so logisch. Hier müssen Gründerinnen und Gründer ihre Hausaufgaben machen. 

Die wichtigsten Punkte sollten dann in einem Pitch Deck auf 10 bis 15 Slides zusammengefasst werden, sagt Susann Hoffmann: „Dabei legt man kurz und knackig dar, worum es eigentlich geht: Problem, Lösung, USP, der aktuelle Markt, Wettbewerber, Skalierungspotentiale etc.“

„Ein gutes Pitch Deck öffnet idealerweise die Tür, damit man dann in ein echtes Gespräch mit mehr Tiefe eintreten und die Investoren begeistern kann. Das Pitch Deck dient also als Guideance und Governance – gegenüber den Investoren, aber auch für die eigene Leitlinie.“

3. Schwache Finanzplanung vermeiden

Vorausschauende Finanzplanung schützt bei der Start-up-Finanzierung vor der Pleite. Oder man plant erstmal bewusst minimalistisch, sagt Susanne Hoffmann: „Eine Freundin von mir gründet gerade und ich habe ihr gesagt: mach doch erstmal schlank! Viele Leute verwechseln Komplexität mit Knowhow, aber gerade am Anfang lohnen sich Simplizität und Übersichtlichkeit, weil man genauer tracken kann und nicht in Aufgaben und Kosten ertrinkt.“ 

Was die Finanzplanung betrifft, gilt gleichermaßen für die Produktentwicklung, sagt Susann Hoffmann: „Ein Fallstrick ist, zu viele Ideen auf einmal umsetzen zu wollen. Erstmal sollte man ein Produkt richtig gut machen und eine gute Positionierung entwickeln, später bläht sich schon alles von selber auf.“  

Mehr zum Thema:

Neuer Bewerbungsrekord Berliner Unternehmerinnen des Jahres: Die Ausgezeichneten
Lesezeit: 1 Minute
Leah Wilp
Foto von Dr. Andrea Schirrmacher, Vorstand der Weiberwirtschaft e.G.
Female Entrepreneurship Frauen gründen anders
Lesezeit: 3 Minuten
Ulrike Menn
Eine Gruppe von jungen Unternehmern bespricht sich in einem Büro
Leitfaden und Tipps Start-up Businessplan: Warum er die Basis für jede Gründung ist
Lesezeit: 3 Minuten

4. Budget geschickt einsetzen

Nicht nur zu wenig Geld, sondern auch falscher Einsatz kann bei der Start-up-Finanzierung für Probleme sorgen. Susann Hoffmann: „Man muss sich die Zahlen anschauen. Ich selbst bin gar kein Zahlenmensch, aber ich will verstehen was funktioniert und was nicht. Damit ich dann qualitativ nachhaken und konkret optimieren kann.“
 

Es gehe darum, die Zahlen im Blick zu behalten, sagt die Edition F-Gründerin: „Es ist durchaus unangenehm festzustellen, dass man in etwas investiert hat, das nicht so gut funktioniert. Aber da sollte man nicht die Augen verschließen, sondern transparent mit den Investoren ins Gespräch gehen. Eine Downside vom Investment sind die Reportings, Erwartungshaltungen und mehr Druck – auch damit muss man als Gründerin lernen umzugehen.“

5. Den Sprung wagen

Das Erfolgsgeheimnis ist, die eigene Geschäftsidee geschickt mit dem Markt zu verbinden. Deshalb ist es essentiell, die wirtschaftliche und gesellschaftliche Lage genau in den Blick zu nehmen, so Hoffmann: „Derzeit ist Investment eine Herausforderung. Vieles ist eingefroren. Wenn man da nicht unter die gehypten Cluster wie KI, Defence, Blockchain, Medical Tech oder Finance Tech fällt, muss man sich genau überlegen, welche Art von Investoren man eigentlich ansprechen will – da hilft es breit zu recherchieren.“ 
 

Was außerdem hilft: Mut. Ohne den geht nämlich gar nichts, sagt Susann Hoffmann: „Es gibt Millionen von Ideen, aber nicht Millionen von Gründungen. Aber wenn eine Idee länger nagt als zwei Wochen, dann sollte man sich auf den Weg machen.“