BW Business Backstage

Ding Dong Ping Pong – mit Community-Konzept im Schlägersport-Boom

Wie entsteht aus Tischtennis ein Geschäftsmodell? Mitgründer Kian Pariwar von Ding Dong Ping Pong gibt Einblicke in den Alltag des Start-ups – von den Herausforderungen eines Ladenbetriebes über Kundenakquise hin zu Begeisterung für Begegnungen.

Von: Katrin Lohse
Ding Dong Ping Pong-Mitgründer Kian Pariwar an einer Tischtennisplatte.

Kian Pariwar ist Mitgründer, CFO und COO von Ding Dong Ping Pong und bringt Menschen an Tischtennisplatten zusammen

Neue Business-Ideen entstehen tatsächlich manchmal einfach in der Pause. Als die Ding Dong Ping Pong-Gründer Kian Pariwar und Waldemar Zeiler im Sommer 2024 eine kurze Auszeit im Arbeitsalltag ihres damaligen Start-ups einlegten und eine Runde Tischtennis spielten, fantasierten sie: „Stell dir vor, wir hätten irgendwann einen Tischtennisladen“. 

Der Olympia-Content in ihren Feeds rund um die Lebrun-Brüder – französische Tischtennisprofis, die den Sport stark prägten – weckte weiter ihr Interesse. „Es folgte ein Besuch in den USA bei PingPod, die ein vollautomatisiertes Konzept auf die Beine stellten“, erzählt Kian Pariwar. „Die Leute konnten dort per Zero Touch in den Space und direkt Ping Pong spielen.“ Das Prinzip Tischtennis 2.0 nahmen sie mit nach Berlin – im Frühjahr 2025 eröffneten sie den ersten Laden im Prenzlauer Berg. 

Kian Pariwar und ein anderer Mann beim Ping Pong spielen.

Tisch buchen, reinkommen, Match-Metrics in Echtzeit checken: Bei Ding Dong Ping Pong sind sämtliche Prozesse digital und vollautomatisiert

Die Leute kommen 24/7 via App in den Laden. Jeder Tisch ist mit Bildschirm, Kamera und iPad ausgestattet: Punktestand, Spielanalyse und Replay-Funktion sind hier digital integriert. Kian und Waldemar sehen Ding Dong Ping Pong aber nicht nur als vollautomatisierten Tischtennisort, sondern vor allem als Community Space. „Menschen sehnen sich in digitalen Zeiten wieder mehr nach echten Begegnungen, Gemeinschaft und Playfulness“, sagt Kian. 

Im Februar dieses Jahres wurde der Besucherrekord geknackt: Die Tische waren rund zwölf Stunden am Tag voll ausgebucht. Kürzlich eröffnete ein weiterer Standort in Essen, weitere Städte folgen. Die Suche nach passenden Ladenflächen sei jedoch nicht immer einfach. Welche weiteren Hürden es gab, erzählt Kian im Interview.

Die 3 größten Painpoints für Ding Dong Ping Pong

Kian, welche bürokratischen Aufgaben haben euch am meisten zu schaffen gemacht?

Wir sind Seriengründer, Waldemar hat Einhorn gegründet, ich Soulchat und Kianava, wir beide zusammen Zweihorn Energy. Wir kennen Bürokratie-Pain also gut. Aber bei dieser Gründung wurde es echt absurd: Ein US-Gesellschafter mit nur 1 % Beteiligung musste durch einen extrem aufwendigen Prozess. Er musste sich in den USA bestätigen lassen, dass er Gründer ist, dann seine Identität beglaubigen lassen und anschließend alles nochmals apostillieren – vieles davon rein in Papierform. 

Er machte schon Witze, ich solle ihm die Papyrusrolle schicken, damit er mit der Feder unterschreiben kann. Am Ende standen 86 E-Mails zwischen Notariat und dem Gesellschafter. Gerade bei internationalen Beteiligungen zeigt sich, wie reformbedürftig unsere Prozesse sind.

Wenn die amerikanischen Investorinnen und Investoren sich darüber lustig machen, was wir in Deutschland machen, bin ich peinlich berührt. Ich wünsche mir, dass wir da moderner werden.“
Kian Pariwar CFO und COO Ding Dong Ping Pong

Was war eure bisher größte Herausforderung?

Einen Laden zu betreiben. Für uns war das echtes Neuland, wir kommen ja eigentlich aus dem Digitalen. Wir saßen da plötzlich wie Späti 2.0-Betreiber und haben jeder einzelnen Person erklärt, wie Tür und App funktionieren. Der Start hatte es zudem in sich – Sommer, kostenlose Tischtennisplatten draußen und uns kannte noch niemand. Da fragten wir uns: ‚War das wirklich die beste Idee?‘ Aber nach den Sommerferien hat es sich schlagartig geändert und die ganze Mühe hat sich ausgezahlt.

Wo seid ihr noch auf Schwierigkeiten gestoßen?

Schwierig war oft die Erklärung, warum man eine Kreditkarte braucht, um reinzukommen – für viele ein echtes Hindernis. Zwischen Misstrauen, also im Sinne von ‚Was passiert mit meinen Daten?‘, und grundsätzlicher Ablehnung von Kreditkarten mussten wir viel Überzeugungsarbeit leisten. Die Lösung kam letztes Jahr mit der PayPal Card, da konnten wir endlich eine einfache Alternative anbieten. 

Links: Zwei Männer beim Tischtennis spielen. Rechts: Eine Notiztafel mit Infos zu den Tischtennisaktivitäten.

Die „Playdates“ kann man bei Ding Dong Ping Pong auch unter Anleitung von Coaches abhalten

Die 3 größten Pluspunkte des Unternehmertums

Was lief bei Ding Dong Ping Pong leichter als erwartet?

Die Baustelle. Wir hatten im Vorfeld viele Horrorstorys gehört, aber am Ende lief es deutlich strukturierter als erwartet. Entscheidend war ein Architekturbüro, das unser Konzept eines inklusiven Community Spaces sofort verstanden und mit viel Leidenschaft umgesetzt hat. Mit der Architektin arbeiten wir weiter sehr eng zusammen für alle anderen Locations.

Was ist für dich der größte Gewinn am Gründen? 

Auf jeden Fall die Flexibilität. Gleichzeitig erlaubt uns das Unternehmertum, Arbeit und Sinn zu verbinden. Etwas zu tun, das sich wirtschaftlich trägt und gleichzeitig erfüllt. Wir können viel gestalten und ausprobieren. Und genau diese Freiheit spürt man auch im Alltag, ob im Büro oder hier im Laden. Die Energie der Menschen – das macht einfach Spaß. Deshalb versackt man hier auch gern mal freiwillig!

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Eine Person geht in den Laden von Ding Dong Ping Pong hinein.

Neue Kundschaft? Kommt oft direkt von der Straße in den trubeligen Space

Inwiefern profitiert Ding Dong Ping Pong von Berlin als Standort? 

Der Laden-Standort hier im Kiez ist unser größter Vorteil. Durch das gute ÖPNV-Netz sind wir aus der ganzen Stadt schnell und easy erreichbar, das bringt uns konstant Laufkundschaft. Dazu kommt die hohe Bevölkerungsdichte im direkten Umfeld. Wir sitzen hier in einem der am dichtesten besiedelten Bereiche Ost-Berlins, was sich deutlich bemerkbar macht.