Strafabgabe für alle Berliner Unternehmen droht!

Ab 2027 droht die Ausbildungsplatzabgabe.

Das Gesetz würde jedes Unternehmen zusätzlich belasten ohne die eigentlichen Probleme auf dem Ausbildungsmarkt zu lösen. Statt mehr Ausbildung drohen mehr Bürokratie, Klagen und Unsicherheit.

aktualisiert - neues geschäftsmodell ab januar 2026

House of Finance will mehr Finanzkompetenz für Berlin

Das House of Finance and Tech Berlin vernetzt die Finanzwirtschaft, stärkt Kooperationen zwischen Mittelstand und Start-ups und untersucht auch die finanzielle Gesundheit der Bevölkerung. Auch diese Studien zum Financial Wellbeing kommen der Wirtschaft zugute.

Sechs Personen stehen nebeneinander vor einer blauen Leinwand mit der Aufschrift 'See you at FinWell Summit 2026, 2 December, 2026'.

Am 10. Dezember versammelte sich Berlins Finanzwirtschaft zum Finwell Summit 2025

Es herrschte reges Treiben im „Spielfeld Digital Hub“ in Kreuzberg als am 10. Dezember das House of Finance & Tech Berlin (HoFT) zum „Finwell Summit 2025“ geladen hatte. Hochkarätige Sprecher standen auf dem Podium oder wurden via Videokonferenz zugeschaltet, etwa die Professorin Annamaria Lusardi, Senior Fellow und Director der Stanford University oder Andrea Grabner vom Bundesverband deutscher Banken. 

Das Event zeigt: Das House of Finance will in der Stadt sichtbar werden. Im Frühjahr 2024 wurde es als öffentlich-private Partnerschaft zwischen dem Land Berlin und Akteuren aus der Finanz- und Technologiebranche gegründet, um diese strukturell weiterzuentwickeln. Ab dem 1. Januar 2026 ändert sich das Geschäftsmodell hin zu einer vom HoFT Berlin Förderverein getragenen Plattform auch mit marktlichen Angeboten. Die institutionelle Förderung aus Mitteln des Berliner Landeshaushalts endete planmäßig zum 31. Dezember 2025. 

Das HoFT hat sich als zentrale Anlaufstelle für die Szene etabliert. Es bündelt Unterstützungsangebote und Initiativen und stärkt Berlin als führenden europäischen Fintech-Hub. 

Drei Personen sitzen auf einer Bühne vor einem Publikum in einem Raum mit blauen Vorhängen und einer großen Projektionsfläche mit Text und Bildern.

Podiumsdiskussion auf dem Finwell Summit

House of Finance bindet auch den Mittelstand ein

Die Ausrichtung des HoFT umfasst die Zusammenarbeit im Ökosystem, das neben Start-ups auch Wissenschaft und Politik einschließt. Auch der Mittelstand ist eingebunden. „Mittelständischen Unternehmen eröffnet sich die Möglichkeit, frühzeitig Fintech-Kooperationen einzugehen, Innovationen im Finanzbereich zu integrieren und sich als Partner zu positionieren“, sagt HoFT-Geschäftsführer Dr. Sebastian Schäfer. 

Studien zum Financial Wellbeing

Eine weitere Säule ist die Unterstützung von Fintechs bei der Skalierung. Daneben befasst sich das House of Finance mit der „finanziellen Gesundheit“, neudeutsch „financial wellbeing“ der Bevölkerung. Es geht der Frage nach, wie es um die Finanz- und Investmentbildung steht. Drei Zahlen, die auf dem Summit genannt wurden, geben zu denken: 52 Prozent der Deutschen verspüren demnach mindestens wöchentlich finanzielle Sorgen, 27 Prozent haben keinen Überblick über ihre Finanzen und planen nicht für die Zukunft, 48 Prozent halten Probleme beim Lebensstandard im Alter für wahrscheinlich. Ermittelt wurden diese Daten in einer gemeinsamen Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger und dem House of Finance.

Mann mit hellblauem Hemd steht mit verschränkten Armen vor grauen Vorhängen.
Mittelständischen Unternehmen eröffnet sich die Möglichkeit, frühzeitig Fintech-Kooperationen einzugehen, Innovationen im Finanzbereich zu integrieren und sich als Partner zu positionieren.“
Dr. Sebastian Schäfer Geschäftsführer

Berlins Financial-Wellbeing-Score liegt nah am Bundes-Durchschnitt

Um die Situation speziell der Berliner Bevölkerung auszuloten, hat das HoFT gemeinsam mit der Financial Health Initiative e.V. Ende August nun erstmals auch fundierte Daten zur finanziellen Gesundheit der hiesigen Bevölkerung vorgestellt. Die Kernergebnisse der Studie, zu der knapp 1.300 Berliner im Rahmen eines repräsentativen Panels befragt wurden sind auf den ersten Blick nicht auffällig: Mit einem durchschnittlichen Financial Wellbeing Score von 52,6 Punkten liegt Berlin nahezu gleichauf mit dem bundesweiten Durchschnitt (52,9). Dieser Wert fällt in die Kategorie „mittlere bis hohe finanzielle Gesundheit“ – eine Stufe, in der viele Menschen ihre finanzielle Situation als grundsätzlich stabil empfinden. Allerdings: Im Vergleich zu den bundesdeutschen Daten sind „bei der Verteilung der Scores weniger mittlere Ausprägungen, dafür ein erhöhter Anteil an Befragten mit besonders niedrigen und besonders hohen Werten“ zu beobachten, erklärt Geschäftsführer Schäfer.

Beamte im höheren Dienst haben den höchsten Financial-Wellbeing-Score

Auch zwischen den Berufsgruppen sind die Unterschiede groß: Beamte im höheren Dienst erreichen den höchsten Score (59,4), gefolgt von leitenden Angestellten (57,1). Selbstständige haben trotz eines durchschnittlichen Wertes von 53,7 mit 45 Prozent einen hohen Anteil im kritischen Bereich unter 50. Angelernte Arbeiter schneiden mit 48,5 signifikant schlechter ab. 

Die Ergebnisse kommen den Mitgliedern des HoFT zugute, etwa der Berliner Volksbank, der Deutschen Bank oder N26. Sie haben damit bessere Vergleichsdaten an der Hand und können entsprechend beraten. Ebenso sind sie so eher in der Lage Programme zur Finanzbildung aufzulegen. 

Mann im Anzug steht an einem blauen Rednerpult vor einer Leinwand mit Text 'Dr. Sebastian Schäfer CEO HoFT Berlin'.

Sebastian Schäfer spricht auf dem Finwell Summit

Betriebliche Altersvorsorge als Ausweg

Auch für die Berliner Unternehmen abseits vom Finanzsektor sind die Ergebnisse interessant: „Wer finanziell nicht gut aufgestellt ist und sich um die Zukunft sorgt, ist weniger produktiv“, sagt Schäfer. Arbeitgeber könnten dem zum Beispiel mit einer betrieblichen Altersvorsorge entgegenwirken. Damit steht es derzeit allerdings in Deutschland recht schlecht. Auch diese Zahl wurde auf der Veranstaltung in Kreuzberg genannt: So hatten im Dezember 2023 nur 51,9 Prozent der bundesweit 34,9 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten eine aktive betriebliche Altersvorsorge. Bei kleinen und mittleren Unternehmen ist die Durchdringung deutlich geringer. 

Financial Wellbeing Score
52,6
Punkte
beträgt der Financial Wellbeing Score in Berlin. Zum Vergleich: Im bundesweiten Durchschnitt liegt er bei 52,9 Punkte.
Betriebliche Altersversorge
51,9
Prozent
der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland haben eine aktive beriebliche Altersvorsorge.