Strafabgabe für alle Berliner Unternehmen droht!

Ab 2027 droht die Ausbildungsplatzabgabe.

Das Gesetz würde jedes Unternehmen zusätzlich belasten ohne die eigentlichen Probleme auf dem Ausbildungsmarkt zu lösen. Statt mehr Ausbildung drohen mehr Bürokratie, Klagen und Unsicherheit.

Messe 2026

Grüne Woche Berlin: Lebensmittelindustrie präsentiert ihre Innovationsstärke

100 Jahre Grüne Woche: Auf der internationalen Messe präsentieren Aussteller aus 50 Ländern in Berlin die Foodtrends von morgen. Warum die Grüne Woche auch nach einem Jahrhundert ein zentraler Impulsgeber für Wirtschaft und Nachhaltigkeit ist.

Großes Plakat an einem Gebäude. Es zeigt das Veranstaltungsdatum der Grünen Woche Berlin 2026.

Die Grüne Woche Berlin feiert in diesem Jahr 100-jähriges Jubiläum

Ingwer-Tafeln oder Grüner Gin, Currywurst und Sonnenblumenfleisch – selten findet sich eine solche kulinarische Vielfalt aus aller Welt wie auf der Internationalen Grünen Woche. Vom 16. bis 25. Januar öffnet die Messe, eine der weltweit bedeutendsten Veranstaltungen für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau, in Berlin ihre Tore. In diesem Jahr mit einem besonderen Anlass: Die Grüne Woche feiert ihr 100-jähriges Jubiläum.

Entsprechend beeindruckend ist die Dimension der Veranstaltung: Rund 1.600 Aussteller aus 50 Ländern präsentieren Produkte und Innovationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Lebensmittel- und Agrarwirtschaft – mehr als 300.000 Besucherinnen und Besucher werden erwartet. 

Berliner Unternehmen auf der Grünen Woche: Tradition trifft Innovation

Für Berliner Unternehmen ist die Grüne Woche ein ideales Schaufenster. Traditionsbetriebe wie beispielsweise Mampe oder Lemke Berlin sind auf der Messe vertreten. Daneben präsentieren sich zahlreiche Start-ups und innovative Anbieter, etwa Wild-Produzenten, Cocktail-Hersteller oder spezialisierte Importeure. Hinzu kommen Manufakturen wie Aseli und der Schokoladenhersteller Rausch. 

Robert Rausch vor dem Eingang des Rausch-Geschäfts in Berlin
Die Grüne Woche lebt davon, Trends abseits des Mainstreams zu zeigen. Wir merken in unserem Unternehmen sehr deutlich, dass sich die Menschen immer mehr Gedanken darüber machen, was sie konsumieren.“
Robert Rausch Rausch Geschäftsführer

Rausch Schokolade sucht Kundenkontakt

Rausch hat eigens für die Messe in seiner Patisserie ein Modell des Brandenburger Tors aus Schokolade neu entworfen und baut es live auf dem Messegelände auf. „Eigentlich sind wir Stammgäste. Für uns ist die Grüne Woche eine großartige Plattform,“ so Geschäftsführer Robert Rausch. 

Handwerker montieren ein Gebäude aus Schokolade

Schwere Köstlichkeit: Rausch-Mitarbeiter montieren das frisch gefertigte Brandenburger Tor aus Schokolade auf der Grünen Woche in Berlin

Gleichzeitig hat er in den vergangenen Jahren Veränderungen beobachtet: „Die Grüne Woche lebt davon, Trends abseits des Mainstreams zu zeigen. Wir merken in unserem Unternehmen sehr deutlich, dass sich die Menschen immer mehr Gedanken darüber machen, was sie konsumieren.“ 

Rausch führt das Familienunternehmen in fünfter Generation und freut sich vor allem auf eines: den direkten Austausch mit den Kundinnen und Kunden. „Das ungefilterte Feedback von Angesicht zu Angesicht ist der Grund, warum ich regelmäßig vor Ort bin – viele kennen uns noch von früher.“

Gentle Gin nutzt die Messe als Produkttest

Ähnlich sieht es Stanislav Bic, der 2014 in Kreuzberg die Manufaktur Gentle Gin Berlin gegründet hat. Dort produziert sein Team im Jahr rund 4.000 Liter Premium-Gin mit außergewöhnlichen Farben, Zutaten und Aromen. „Wir sind ein echtes, lokales Produkt, auch wenn viele Kräuter nicht aus Berlin stammen“, sagt Bic. 

Das Unternehmen ist zum vierten Mal auf der Grünen Woche. „Man merkt, dass die Menschen weniger Geld zur Verfügung haben. Auch wir kämpfen mit steigenden Kosten für Energie, Glasflaschen und Rohstoffe“, sagt Bic. Die Antwort darauf seien neue Produkte – und die Grüne Woche sei der ideale Ort, um sie direkt mit den Kunden zu testen. 

Der Gründer von Gentle Gin, Stanislav Bic, steht in schwarzer Bekleidung an einem Marktstand. Mehrere Flaschen Gin sind vor ihm aufgereiht.

Stanislav Bic möchte seine Kundinnen und Kunden mit neuen Gin-Varianten überzeugen

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Mehr als 300 Veranstaltungen zum Kongress

Parallel zur Messe bringt das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) rund 70 Agrarministerinnen und -minister sowie Fachleute aus aller Welt zusammen, um über politische Entwicklungen und globale Lebensmitteltrends 2026 zu diskutieren – das Thema Wasser steht dabei im Fokus. Mehr als 300 Fachveranstaltungen stehen auf dem Programm. Die Nähe zum politischen Entscheidungszentrum Berlin ist dabei ein klarer Standortvorteil.

Wie sich die Agrar- und Ernährungsindustrie neu erfindet

Dieses unmittelbare Feedback ist für viele Unternehmen einer der wichtigsten Gründe für ihre Präsenz. „Wir erleben derzeit einen massiven Wandel in der Agrar- und Ernährungsindustrie. Klimawandel und Rohstoffsicherheit beschäftigen die Unternehmen stark“, sagt Simone Poppe, New-Food-Beraterin bei und langjährige Beobachterin der Grünen Woche. 

Proteintrends, funktionale Lebensmittel, Nachhaltigkeit, neue Anbaumethoden oder wiederentdeckte alte Saatgüter – all das sind Themen, mit denen sich Unternehmen und Konsumenten zunehmend auseinandersetzen. Wer sich frühzeitig darauf einstelle, profitiere, so Poppe.

Nachhaltige Lebensmittelwirtschaft als Zukunftsmodell – von Berlin in die Welt

Für das Fachpublikum bietet die Grüne Woche zudem hervorragende Gelegenheiten zum Netzwerken, etwa bei den Start-up-Days. Dort erhalten junge Unternehmen die Chance, ihre Ideen einem fachkundigen Publikum zu präsentieren. Zehn Finalisten stellen ihre Konzepte vor – von Ingwer-Tafeln und Matcha-to-go über E-Traktoren bis hin zu smarten Sensorsystemen für die Landwirtschaft.

Nicht zuletzt ist die Grüne Woche Berlin auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Tatsächlich wirkt die Messe weit über die Ausstellungsflächen hinaus: Hotels, Gastronomie, Einzelhandel und der Tourismus profitieren gleichermaßen. Ökonomen haben errechnet, dass jeder Euro Messe- und Veranstaltungsumsatz rund sechs Euro zusätzliche Kaufkraft in Berlin generiert.

100 Jahre Grüne Woche – ein Schaufenster für Agrar, Industrie und Verbraucher

1926 startete die Grüne Woche als kleine Berliner Warenbörse. Idee: Die Wintertagung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft mit einer Ausstellung für die Öffentlichkeit verbinden. 50.000 Besucher kamen im ersten Jahr.

1962 wurde daraus die Internationale Grüne Woche mit den Schwerpunkten Ernährungswirtschaft, Landwirtschaft und Gartenbau. Nach dem Mauerfall und der EU-Osterweiterung wuchs die Messe weiter: Heute stammen rund ein Drittel der Aussteller aus Mittel- und Osteuropa.

Die Internationale Grüne Woche ist eines der weltweit wichtigsten Schaufenster für Lebensmittel, Agrarprodukte und Gartenbau geworden: Ein Treffpunkt für Innovation, Tradition und den Dialog zwischen Industrie und Verbrauchern. 2025 kamen 310.000 Besucherinnen und Besucher.