Unternehmenssicherheit

Blackout & Cyberangriffe: Zehn Unternehmens-Tipps, um sich auf den Ernstfall vorbereiten

Stromausfälle, Cyberattacken oder Sabotage: Auch Berliner Unternehmen sind zunehmend Risiken ausgesetzt. Eine Checkliste der IHK Berlin zeigt, wie Betriebe ihre Resilienz stärken und im Ernstfall handlungsfähig bleiben.

Von: Holger Lunau
Zu sehen ist ein Laptop und eine Hand über der Tastatur. Hologramartig schwebt die Benachrichtigung "System Hacked" - also System gehackt über der Tastatur.

Unternehmen sollten sich auf Blackouts und Cyberangriffe vorbereiten, um ihre betriebliche Resilienz zu stärken.

Unternehmen aller Branchen sind permanent Cyberangriffen ausgesetzt. Durch Extremisten verursachte Stromausfälle sind zwar seltener, können jedoch flächendeckend Millionenschäden verursachen. Hinzu kommen potenzielle Gefahren wie Sabotageakte im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten oder der Ukraine sowie durch extreme Wetterereignisse.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die betriebliche Resilienz an Bedeutung. Unternehmen müssen sich so aufstellen, dass sie flexibel auf Störungen reagieren und den Betrieb möglichst aufrechterhalten können. Die IHK Berlin unterstützt dabei mit einer praxisnahen Checkliste.

Operatives Krisenmanagement etablieren

Bereits mit einfachen organisatorischen Maßnahmen lassen sich wesentliche Grundlagen für die Resilienz im Betrieb schaffen. Viele dieser ersten Schritte erfordern keine großen Investitionen, helfen im Ernstfall aber bei der Aufrechterhaltung zentraler Abläufe. Nachfolgend die wichtigsten Punkte:

1. Eigenes Lagebild erstellen

Analysieren Sie, ob für Ihr Unternehmen oder Teile der Lieferkette ein erhöhtes Risiko besteht – etwa durch sicherheitsrelevante Tätigkeiten. Berücksichtigen Sie zudem, wie sich verschiedene Krisen- oder Störungsszenarien konkret auswirken könnten.

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2. Zuständigkeiten und Prozesse festlegen

Definieren Sie klare Strukturen für den Ernstfall. Dazu gehören unter anderem:

  • Einrichtung eines Krisenstabs
  • Alarmierungs- und Entscheidungswege
  • Krisenkommunikationspläne
  • Notrufnummern
  • Festlegung wichtiger Unterlagen in Papierform als Backup

3. Übungen durchführen

Testen Sie regelmäßig Ihre Notfallpläne und überprüfen Sie die Funktionsfähigkeit von Back-ups, um im Ernstfall vorbereitet zu sein.

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4. Mit Sicherheitsakteuren vernetzen

Prüfen Sie Ihre Kontakte zu lokalen Behörden wie Landeskriminalamt, Feuerwehr oder Technischem Hilfswerk. Im Ernstfall sollte klar sein, an wen Sie sich wenden können.

Weiterbilden und Redundanzen aufbauen

Ob, wie und in welchem Umfang zusätzlich in Resilienz investiert wird, muss jedes Unternehmen auf Basis einer individuellen Risikoanalyse selbst entscheiden. Technische, bauliche oder personelle Lösungen können sinnvoll sein, sind aber in der Regel mit Kosten verbunden und erfordern eine strategische Abwägung. Nachfolgend die wichtigsten Schlagworte:

  1. Schulungen für Mitarbeitende
  2. Cybersecurity & IT-Systeme sichern
  3. Objektschutz prüfen
  4. Energievorsorge treffen
  5. Lieferketten und Abhängigkeiten prüfen
  6. Finanzielle Reserven aufbauen

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Die IHK Berlin bietet diverse Informationen, die Ihnen beim Ausbau der eigenen Unternehmens-Resilienz helfen.

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