Strafabgabe für alle Berliner Unternehmen droht!

Ab 2027 droht die Ausbildungsplatzabgabe.

Das Gesetz würde jedes Unternehmen zusätzlich belasten ohne die eigentlichen Probleme auf dem Ausbildungsmarkt zu lösen. Statt mehr Ausbildung drohen mehr Bürokratie, Klagen und Unsicherheit.

Projekt Nambridge

Gegen den Fachkräftemangel: Talente aus Namibia rekrutieren

Die IHK Berlin schlägt innovative neue Wege ein, um dem Fachkräftemangel etwas entgegenzusetzen – zum Beispiel mit einem Brückenschlag nach Namibia. Für Berliner Unternehmen besteht jetzt die Chance mitzumachen. Hier erfahren Sie, wie das geht.

Zu sehen ist eine Frau in einem roten Kleid. Sie hält einen aufgeklappten Laptop und unterhält sich mit einem Mann, der neben ihr steht und ein weißes Shirt sowie eine weiße Jacke trägt.

Partnerschaft gegen den Fachkräftemangel in Berlin: Nambridge schlägt Brücken nach Afrika

  • Berliner Unternehmen suchen nach Fachkräften im Ausland, um dem demografischen Wandel zu begegnen
  • Praktische Unterstützung bietet die IHK Berlin, u.a. mit einer Ausbildung nach deutschen Standards in Namibia
  • Interessierte Unternehmen sollten jetzt aktiv werden, um ab September afrikanische Nachwuchskräfte auszubilden

Der demografische Wandel und der zunehmende Fachkräftemangel stellen Berliner Unternehmen vor große Herausforderungen. Bereits heute sind laut IHK-Berechnungen allein in Berlin rund 60.000 Arbeitsstellen unbesetzt. Eine Zahl, die den Handlungsdruck für Unternehmen auch angesichts des baldigen Ausscheidens der „Babyboomer“ deutlich macht. Um nachhaltig den Arbeits- und Fachkräftebedarf zu sichern, müssen alle vorhandenen Potenziale genutzt und neue Zielgruppen erschlossen werden. Die Zuwanderung von Talenten und die Integration von bereits in Berlin ansässigen Zugewanderten bieten hierbei ein großes Potenzial. 

Welche Lösungen die IHK Berlin anbietet

Die IHK Berlin verfolgt hierbei eine klare Linie: Fachkräftesicherung gelingt nur durch ein praxisnahes Zusammenspiel aus Information, Begegnung und strategischem Handeln – und schafft passgenaue Angebote, um Unternehmen zu unterstützen und die Wirtschaft nachhaltig zu stärken. Nach mehr als einem Jahr intensiver Vorbereitung beginnt TalentsBridge , ein Projekt unter Beteiligung der IHK, in diesem Jahr mit der Umsetzung. Berliner Unternehmen können ab sofort einen Stipendienvertrag abschließen, um im ersten Ausbildungsjahrgang ab Mai 2026 dabei zu sein.

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Immer noch sehen sich Unternehmen, die Zugewanderte einstellen wollen – ob noch im Ausland oder schon in Berlin –, mit Problemen konfrontiert, was die Rekrutierung, Ausbildung und die nachhaltige Bindung dieser Zielgruppe angeht. Die IHK Berlin entwickelt neue Lösungen, die Berliner Betriebe dabei unterstützen sollen, internationale Fachkräfte zu gewinnen und erfolgreich zu integrieren. Ziel ist es, gemeinsam mit Unternehmen tragfähige und langfristige Lösungen zu entwickeln, um den aktuellen und zukünftigen Fachkräftebedarf zu decken. Das Projekt ist in verschiedene Teilprojekte gegliedert, die ineinandergreifen: So geht es zum Beispiel darum, Unternehmen dabei zu unterstützen, Bewerbungen internationaler Kandidatinnen und Kandidaten besser einordnen zu können.

Mit TalentsBridge wurde ein innovatives Ausbildungsprojekt initiiert, das sich derzeit in der Umsetzungsphase befindet: Zusammen mit dem Projektträger des Vorhabens, dem gemeinnützigen Verein Talentsbridge, entsteht in Namibia ein neues Ausbildungszentrum, in dem junge Menschen praxisnah und nach deutschen Standards qualifiziert werden sollen. Ziel ist es, insbesondere Absolventinnen und Absolventen der namibischen Berufsbildung, von denen jährlich Tausende ohne realistische Beschäftigungsperspektive auf den Arbeitsmarkt drängen, gezielt auf das Niveau eines deutschen Ausbildungsabschlusses weiterzubilden. Im Anschluss sollen sie als ausgebildete Fachkräfte in Berlin eingesetzt werden.

Wie läuft die Ausbildung in Namibia praktisch ab

Für den ersten Ausbildungsjahrgang werden folgenden Ausbildungsberufe angeboten:

  • Fachkraft für Gastronomie
  • Industrieelektriker/in
  • Verkäufer/in

Weiter befinden sich für die nächsten Jahre in Prüfung:

  • Fachkraft Küche
  • Fachkraft für Metalltechnik
  • Fachlagerist/in
  • Berufskraftfahrer/in
  • Tiefbaufacharbeiter/in

Neben der fachlichen Ausbildung werden Sprachförderung bis zum Niveau Deutsch B2 sowie umfassende Vorintegrationskurse angeboten. Die Ausbildung selbst soll bilingual erfolgen. Namibische Absolventen werden somit nicht nur Deutsch, sondern auch fließend Englisch sprechen. Darüber hinaus soll ein in Deutschland anerkannter Abschluss vergeben werden, was den Zuwanderungsprozess deutlich vereinfachen wird.

Berliner Unternehmen können sich aktiv einbringen, indem Sie eine oder mehrere Stipendien für einen Auszubildenden übernehmen und diesem danach ein Einstellungsangebot unterbreiten. Dazu besteht die Möglichkeit, eigene Ausbilderinnen und Ausbilder befristet an das Ausbildungszentrum zu entsenden und sich somit direkt in den Ausbildungsprozess mit einzubringen. Für Unternehmen aus den Bereichen Gastgewerbe, Logistik und Industrie besteht ab sofort die Möglichkeit, sich bei der IHK Berlin zu melden, wenn sie ab Mai 2026 einen Auszubildenden fördern möchten.

Die Berliner Wirtschaft ist dringend auf internationale Fachkräfte angewiesen, um die wachsende Fachkräftelücke zu schließen und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.“
Sebastian Stietzel Präsident der IHK Berlin

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ausbildungsstart: Mai 2026 (Vorbereitung), September 2026 (Ausbildung) – bis zu 100 Teilnehmende im Pilotdurchgang
  • Berufsbilder: Industrieelektriker/in, Verkäufer/in, Fachkraft für Gastronomie
  • Abschluss mit IHK-Ausbildungszeugnis nach deutschem Rahmenlehrplan
  • Stipendienkosten: ca. 300 – 500 € pro Monat und Fachkraft (je nach Berufsbild)
  • Bewerbungsphase läuft bis Ende März 2026 – aktuell liegen schon über 1.400 Bewerbungen vor
  • Unterstützung durch das namibische Bildungsministerium; Förderung durch deutsche Ministerien in Abstimmung