Strafabgabe für alle Berliner Unternehmen droht!!

Ab 2027 droht die Ausbildungsplatzabgabe.

Das Gesetz würde jedes Unternehmen zusätzlich belasten ohne die eigentlichen Probleme auf dem Ausbildungsmarkt zu lösen. Statt mehr Ausbildung drohen mehr Bürokratie, Klagen und Unsicherheit.

Interview mit Jürgen Grenz

Stellenmarkt in Berlin: Wonach Unternehmen suchen

Das Stellenangebot ändert sich rasant. Was heißt es genau, dass Berliner Unternehmen nach Fachkräften suchen? Welche Qualifikationen werden auf dem Markt nachgefragt und wie unterscheiden sich die angebotenen Jobs zwischen den Bezirken? Wir haben beim CEO der index Gruppe nachgefragt.

Das Bild zeigt Jürgen Grenz, einen weißen Mann mit blauem Hemd und Pullover, der freundlich in die Kamera guckt

Jürgen Grenz, Geschäftsführer der index-Gruppe

Herr Grenz, Ihr Unternehmen hat die Stellenmarktdaten zu gesuchten Fachkräften in Berlin analysiert. Wie sind Sie dabei vorgegangen?

Unser Datenmanagement erfasst tagesaktuell Stellenanzeigen aus Printmedien, Online-Jobbörsen, Firmenwebsites und dem Stellenportal der Bundesagentur für Arbeit. Alle ausgelesenen Inserate werden in den Stellenanzeigen-Datenbank Index Anzeigendaten eingespeist. Auf dieser Datengrundlage hat unsere Personalmarktforschung Index Research analysiert, wie viele Stellen die Berliner Arbeitgeber 2025 und in den Vorjahren öffentlich ausgeschrieben haben.

Im Vergleich der letzten beiden Jahre, was ist Ihnen besonders aufgefallen?

Der Berliner Stellenmarkt entwickelt sich gegen den Bundestrend. 2025 stieg das Stellenangebot in Berlin um 1,5 Prozent gegenüber 2024, während es deutschlandweit um 5 Prozent zurückging. 2024 ist es in der Hauptstadt verglichen mit dem Vorjahr hingegen noch um fast 10 Prozent gesunken. Für Personalverantwortliche heißt das: Recruiting bleibt anspruchsvoll.

Grafik der BxB Podcast Folge 13: "Happy work in Berlin. So sieht gelungene Rekrutierung aus."
Podcast Podcast: Gelungene Rekrutierung von Fachkräften
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Maria Tzankow
Foto von zwei Personen in einer Werkstatt. Eine der beiden Personen ist aus dem Bild geschnitten.
Strategie gegen Azubimangel In Berlin fehlen Azubis, nicht Lehrstellen - wie Unternehmen damit umgehen
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Jens Bartels
Gibt es auch regionale Unterschiede innerhalb Berlins bei den angebotenen Stellen?

Durchaus. Mit fast 96.000 Stellen schrieben Unternehmen und öffentliche Einrichtungen im Gesamtjahr 2025 in Mitte die meisten Jobangebote aus. Auf Platz zwei folgte Marzahn-Hellersdorf mit fast 44.000 Stellen. Auf Platz drei lag Charlottenburg-Wilmersdorf mit über 39.000 Stellen. Am anderen Ende der Skala stand Reinickendorf. Dort gab es im vergangenen Jahr etwas mehr als 6.000 ausgeschriebene Positionen.

Welche Fachkräfte waren im vergangenen Jahr in Berlin am gefragtesten?

Das hing stark vom Bezirk ab. In Charlottenburg-Wilmersdorf, Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Neukölln und Reinickendorf gab es die meisten Ausschreibungen für Bauarbeiter und Handwerker. In den Bezirken Mitte, Pankow, Spandau, Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg und Treptow-Köpenick war das Stellenangebot für Gesundheits- und Pflegekräfte am größten. Eine Ausnahme bildete Friedrichshain-Kreuzberg. Hier richteten sich die meisten Stellen an Verkäufer und Vertriebler.

Konnten Sie anhand Ihrer Datenanalysen bereits Auswirkungen des verstärkten Einsatzes von Künstlicher Intelligenz feststellen? Etwa, weil Einsteigerjobs zunehmend ersetzt werden?

Für Berlin sehen wir keinen klaren KI-Effekt auf die Einstiegsrollen. 2025 schrieben die hier ansässigen Arbeitgeber sogar mehr Stellen für Young Professionals aus als 2024. Mit Young Professionals meinen wir Hochschulabsolventen mit maximal drei Jahren Berufserfahrung. 

Das überrascht. Haben Sie dafür eine Begründung?

Dass Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt schon jetzt spürbar verändert, steht außer Frage. Trotzdem greift die pauschale Erklärung „KI führt zu Stellenabbau“ zu kurz. Viele Unternehmen begründen ihren sinkenden Personalbedarf zwar mit dem verstärkten Einsatz von KI. Die eigentlichen Gründe sind jedoch oft wirtschaftlichen Problemen aufgrund eigener Fehlentscheidungen und der angespannten Konjunktur.