Strafabgabe für alle Berliner Unternehmen droht!

Ab 2027 droht die Ausbildungsplatzabgabe.

Das Gesetz würde jedes Unternehmen zusätzlich belasten ohne die eigentlichen Probleme auf dem Ausbildungsmarkt zu lösen. Statt mehr Ausbildung drohen mehr Bürokratie, Klagen und Unsicherheit.

Attraktive Büroflächen für mehr Präsenz

Was das Büro der Zukunft heute leisten muss

Was braucht es, damit Mitarbeitende wieder gerne ins Büro kommen? Der Col23 Workspace am Columbiadamm oder das N26 Headquarter am Alexanderplatz zeigen, welche Angebote wirklich ziehen. Auch die Immobilienwirtschaft muss sich auf neue Anforderungen einstellen.

Ein helles Büro mit Arbeitskabinen, Pflanzen und fröhlichen Mitarbeitenden

Einblick in das N26 Headquarter am Alexanderplatz: Das Unternehmen bietet ein Büro der Zukunft

  • Schönes Büro schlägt Gehalt: Rund ein Drittel der Arbeitnehmenden würde für eine attraktivere Arbeitsumgebung finanzielle Einbußen akzeptieren. Das ergibt eine neue Umfrage.
  • Attraktive Offices werden zum Wettbewerbsvorteil: Moderne Büros sind längst kein Nice-to-have mehr, sondern ein strategischer Faktor im Kampf um Talente.
  • Der Markt reagiert sichtbar: In Berlin verlieren veraltete Bürogebäude an Nachfrage, während nachhaltige, flexible Neubauten gezielt auf die Anforderungen hybrider Arbeit ausgerichtet werden.
  • Präsenz braucht Mehrwert: Damit Angestellte gerne ins Büro kommen, ist neben dem Wohlfühlfaktor vor allem der Nutzen entscheidend.

Auf die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, wollen viele Beschäftigte nicht mehr verzichten. Hybrides Arbeiten gilt längst nicht mehr als temporäres Entgegenkommen, sondern als neuer Standard, der selbstverständlich eingefordert wird. Denn zahlreiche Aufgaben lassen sich problemlos von zu Hause aus erledigen. 

Und doch bleibt das Büro als Arbeitsort relevant. Entscheidend ist daher die Frage: Was braucht es, damit Mitarbeitende wieder gerne ins Büro kommen?

Zurück ins Büro: Mitarbeitende würden für schönes Büro geringeres Gehalt akzeptieren

Wer Mitarbeitende wieder häufiger vor Ort sehen will, braucht Argumente – mit einem Büro der Zukunft, das mehr bietet als Schreibtisch und WLAN. 

Wie wichtig Arbeitnehmern die Attraktivität des Büros ist, zeigt nun auch eine Umfrage der Mindspace Germany GmbH mit Mitarbeitenden in Unternehmen, die hybrides Arbeiten anbieten: Rund 29 Prozent der Befragten würden ein um bis zu 20 Prozent geringeres Gehalt akzeptieren, um in einem schöneren Büro arbeiten zu können. In der Altersgruppe der unter 30-Jährigen liegt der Wert sogar bei knapp 37 Prozent.

Büro der Zukunft: Der Wohlfühlfaktor entscheidet

Aber wie sieht es aus, dieses Büro der Zukunft? „Mitarbeitende kommen bewusst ins Büro, wenn es ihnen Mehrwert gegenüber dem Homeoffice bietet“, beobachtet Thomas Bestgen, Geschäftsführer der UTB Projektmanagement GmbH. „Unternehmen suchen daher heute keine klassischen Flächen mehr, sondern Räume, die Zusammenarbeit, Kreativität und soziale Verbundenheit ermöglichen.“

Veraltete Bürogebäude verlieren an Nachfrage. Das belegt der Berliner Büromarktreport von CBRE Research: Zwar sank der Flächenumsatz am Bürovermietungsmarkt 2025 um 19 Prozent auf rund 531.000 Quadratmeter, gleichzeitig stieg die Zahl der neu abgeschlossenen Mietverträge um 20 Prozent auf etwa 900 – der höchste Wert seit Beginn der Erfassung 2009. Das zeigt: Unternehmen verabschieden sich nicht vom Office, sie justieren lediglich nach. 

Wie sich diese Idee in Berlin realisieren lässt, zeigt der Col23 Workspace am Columbiadamm in Kreuzberg: Der 2012 errichteter Bestandsbau wurde in den Jahren 2024/2025 umfassend und vor allem nachhaltig umgebaut. Das Projekt wurde von der UTB umgesetzt. 

Lage und Preis sind wichtig, aber sie erklären nicht, warum Teams gerne ins Büro kommen.“
Thomas Bestgen Geschäftsführer der UTB Projektmanagement GmbH

Der Workspace ist in Holzhybridbauweise errichtet, um ein angenehmes Raumklima zu gewährleisten. Dazu gehören der bewusste Erhalt und die Weiterentwicklung des Bestands, Tageslicht sowie offene, modulare Grundrisse, die es Teams ermöglichen, zwischen Fokus und Austausch zu wechseln. Begrünung, Entsiegelung, Photovoltaik und energieeffiziente Technik ergänzen das Konzept und sollen das Gebäude langfristig leistungsfähig machen.

Bestgen ordnet die Atmosphäre von Büroobjekten dabei als wirtschaftliche Kategorie ein: „Der Wohlfühlfaktor ist entscheidend. Lage und Preis sind wichtig, aber sie erklären nicht, warum Teams gerne ins Büro kommen.“ 

Ein Bürokomplex mit hölzernen Wänden, großen Fenstern und Begrünung

Projekte wie der Col23 Workspace verändern den Bürostandort Berlin

Mehr dazu:

Hoher moderner Bürogebäudekomplex mit gestuften Glasfassaden bei Dämmerung, im Vordergrund Bäume und niedrige Gebäude
GRÜNES BAUEN Nachhaltigkeit bei neuen Immobilien in Berlin
Lesezeit: 5 Minuten
Axel Novak
Fachkräfte Hybrides führen
Lesezeit: 4 Minuten
Mateusz Hartwich

Nachhaltig und Zukunftsfähig: Der Bürostandort Berlin verändert sich

Zugleich beobachtet die UTB eine klare Polarisierung: „Zukunftsfähige, nachhaltige, klimabewusste Gebäude sind gefragt – ältere Bestände ohne Entwicklungsperspektive verlieren an Attraktivität“, so Bestgen. „Natürlich ersetzt Architektur keine gute Führung oder Kultur, aber sie macht sie sichtbar und erlebbar. In hybriden Arbeitswelten ist sie ein zentraler Faktor.“

Ein Mann mit Brille steht an einem Stehschreibtisch in einem Büro und lächelt in die Kamera. Es ist Thomas Bestgen.

Thomas Bestgen, Gründer und Geschäftsführer UTB Projektmanagement GmbH

5 Best Practices für die Rückkehr ins Büro

  • Präsenz anlassbezogen organisieren: Teamtage, Projektphasen, Onboarding statt pauschaler Verordnung. 
  • In Basics investieren: Ergonomie, Licht, Akustik plus ruhige Zonen für Fokusarbeit. 
  • Flächen flexibel planen: modular, anpassbar, mit klaren Bereichen für Austausch und Konzentration.
  • Kultur bewusst unterstützen: Mentoring, Einarbeitung, spontane Zusammenarbeit gezielt ermöglichen. 
  • Umfeld mitdenken: ÖPNV-Nähe und Angebote im Quartier als Standortargument nutzen.
Wir achten darauf, dass Präsenz dort eingesetzt wird, wo sie einen echten Mehrwert schafft.“
Dan Hardaker Chief People Officer bei der Berliner Neobank N26

Nicht nur Anwesenheitspflicht: Das Büro der Zukunft braucht eine neue Rolle

Auch für Dan Hardaker, Chief People Officer bei der Berliner Neobank N26, hat sich durch die Coronajahre vor allem eines verändert: die Erwartung an das Büro. „Die Pandemie hat unsere Art zu arbeiten verändert – aber nicht den eigentlichen Zweck des Büros. Büros sind nach wie vor zentral für Zusammenarbeit, Lernen und den Aufbau von Beziehungen“, sagt Hardaker. 

Präsenz lohne sich aus seiner Sicht dort, wo sie Dinge ermögliche, die remote schwerer gelängen: „Das betrifft etwa spontane Zusammenarbeit, bereichsübergreifende Kontakte, Einarbeitung neuer Mitarbeitender und das Knüpfen von Beziehungen.“ Deshalb setze N26 auf hybrides Arbeiten: „In vielen Bereichen ist das Büro heute weniger ein Standardarbeitsplatz und mehr ein Ort für Austausch, Verbindung und echte Wirkung.“ 

In der Organisation funktioniere das durch flexible Strukturen. Alle Mitarbeitenden arbeiten mindestens zwei Tage pro Woche vom vertraglich festgelegten Bürostandort aus, jedes Team legt zudem einen gemeinsamen Bürotag fest. „Insgesamt achten wir darauf, dass Präsenz dort eingesetzt wird, wo sie einen echten Mehrwert für Teams, Prozesse und Ergebnisse schafft.“

Ein Mann mit kurzen Haaren und einem dunklen Hemd lächelt in die Kamera. Es ist Dan Hardaker von N26.

Dan Hardaker, Chief People Officer bei N26

Mehr dazu:

Anneke Scheper und Benjamin Gschnell von der Oxford Properties Group, Eigentümer des Center am Potsdamer Platz
Gewerbeimmobilien Center am Potsdamer Platz: Auferstanden aus Baugerüsten
Lesezeit: 3 Minuten
Mateusz Hartwich

N26 hat sich daher bewusst für ein modernes Büro der Zukunft entschieden. So hat das Fintech-Unternehmen sein Headquarter Ende 2022 auf rund 17.300 Quadratmetern in den VoltAir Workspace am Alexanderplatz verlegt. 

„Die Grundlage bildet für uns ganz klar die Arbeitsumgebung. Jeder Arbeitsplatz ist mit zwei Bildschirmen, ergonomischen Stühlen und höhenverstellbaren Schreibtischen ausgestattet“, sagt Hardaker. Dazu kommen ein Fitnessraum, ein Barista-Service und gesunde Snacks, ebenso dürfen Mitarbeitende ihre Hunde mit ins Büro bringen.

Für N26 scheint die bisherige Strategie am Bürostandort Berlin aufzugehen: „Wir verzeichnen insgesamt eine hohe Akzeptanz für die Rückkehr ins Büro“, so Dan Hardaker.