Strafabgabe für alle Berliner Unternehmen droht!

Ab 2027 droht die Ausbildungsplatzabgabe.

Das Gesetz würde jedes Unternehmen zusätzlich belasten ohne die eigentlichen Probleme auf dem Ausbildungsmarkt zu lösen. Statt mehr Ausbildung drohen mehr Bürokratie, Klagen und Unsicherheit.

Berliner Netzwerke

Wie ein Unternehmensnetzwerk die Zukunft von Lichtenberg mitgestaltet

Das Unternehmensnetzwerk Herzbergstraße verfolgt ehrgeizige Ziele: Gemeinsam wollen die Betriebe im Gewerbegebiet rund um Herzberg-, Siegfried- und Vulkanstraße unabhängig von fossilen Energien werden – und das mitten in Berlin. Der Vorstandsvorsitzende erklärt, wie die Gewerbetreibenden vorgehen.

Mit Zukunftstechnologien kennt sich Holger Klempnow aus. Als Geschäftsführer der Klero GmbH hilft er Industrieunternehmen, ihre Produktion zu automatisieren und Roboter in die Produktionsprozesse zu integrieren. Als Vorstandsvorsitzender des Unternehmensnetzwerks Herzbergstraße wendet sich der Ingenieur nun einer anderen Vision zu: Das Gewerbegebiet rund um Herzberg-, Siegfried- und Vulkanstraße in Lichtenberg soll energieautark werden, so seine Vision. „Einige der Unternehmen im Gewerbegebiet, auch wir selbst, haben bereits Photovoltaikanlagen auf den Dächern“, erklärt Holger Klempnow. Das Problem: Im Sommer übersteigt die Produktion den Eigenverbrauch deutlich – überschüssiger Strom muss nahezu verschenkt werden. Im Winter dagegen fließt der Sonnenstrom nur spärlich. 

Stadtentwicklungskongress mit internationalen Best Practices

Erleben Sie am 28. Januar 2026 im Ludwig-Erhard-Haus globale Impulse, Best Practices aus Metropolen wie Paris, Madrid und Kopenhagen sowie spannende Debatten zu Wohnen, Verkehr und Stadtentwicklung. Ausstellerinnen und Aussteller machen urbane Innovationen sichtbar und erlebbar – von Mobilitätslösungen bis zu innovativen Wohnkonzepten.

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Nachhaltiges Energiekonzept im Netzwerk Herzbergstraße

Nun könnte natürlich jedes Unternehmen eigene Speicher installieren, um den Sonnenstrom für den Winter einzulagern. „Aber wir wollen das cleverer lösen – gemeinsam. Unser Ziel ist ein autarkes, nachhaltiges Energiekonzept für das gesamte Gewerbegebiet.“ Aktuell laufen dafür detaillierte Untersuchungen, die klären sollen, wie hoch der Energieverbrauch der Betriebe ist, wann Spitzen auftreten und wie viel Potenzial in erneuerbarer Erzeugung und gemeinsamer Speicherung steckt. „Das wird ein Projekt für mehrere Jahre“, räumt Holger Klempnow ein und ist doch überzeugt: „Wenn wir Unternehmer an einem Strang ziehen, kann eine wirtschaftlich tragfähige und ökologisch vorbildliche Lösung entstehen.“

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Wachsendes Unternehmensnetzwerk

Ambitioniert ist das Vorhaben auch deshalb, weil es weit über den Kreis der Mitgliedsunternehmen des Netzwerks hinausreicht. Nur 23 von mehreren Hundert im Gebiet ansässigen Betrieben gehören bislang zum Netzwerk – Tendenz steigend. Seit seiner Gründung im Jahr 2017 wächst die Initiative stetig, getragen von engagierten Unternehmerinnen und Unternehmern, die Verantwortung übernehmen, Kooperationen stärken und Zukunft gestalten wollen – für ihren Standort und die Gemeinschaft. So hat sich das Unternehmensnetzwerk über die Jahre zu einem Sprachrohr für die Unternehmen im Gewerbegebiet und zu einem verlässlichen Bindeglied zwischen Wirtschaft und Politik entwickelt. „Wir gelten als Ansprechpartner für die regionale Politik, arbeiten eng mit Senat, Bezirk, Wirtschaftsförderung und dem Bürgermeister zusammen“, freut sich Holger Klempnow.

Wir gelten als Ansprechpartner für die regionale Politik, arbeiten eng mit Senat, Bezirk, Wirtschaftsförderung und dem Bürgermeister zusammen.“
Holger Klempnow Vorstandsvorsitzender des Unternehmensnetzwerks Herzbergstraße

Regelmäßige Treffen im Netzwerk

Dass das Netzwerk an Zugkraft gewinnt, liegt nicht zuletzt an den regelmäßigen Treffen, Diskussionen, Infoabenden und Workshops. Auf der Agenda stehen Themen, die alle angehen: Künstliche Intelligenz, Krisenmanagement oder der dringend benötigte Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Zwischen 50 und 60 Teilnehmende kommen regelmäßig zusammen – um voneinander zu lernen, sich auszutauschen und Impulse zu setzen.

Eine von ihnen ist Diana von Lützau, Geschäftsführerin eines mittelständischen Innenausbauunternehmens und heute selbst im Vorstand aktiv. Sie betreut die Website und den Instagram-Kanal des Netzwerks – und bringt ihre Stimme in den Dialog mit Politik und Verwaltung ein. „Durch unsere regelmäßigen Treffen tauschen wir uns offen über die Herausforderungen aus, die uns alle betreffen“, erzählt sie. „Wenn man über den Tellerrand schaut, andere Geschäftsmodelle kennenlernt und Erfahrungen teilt, entstehen Ideen, von denen alle profitieren – ein echter Best-Practice-Pool.“ 

Diana von Lützau, Geschäftsführerin der DSH GmbH, wurde als Lichtenberger Unternehmen des Jahres 2023 ausgezeichnet

Kooperationen unter Netzwerkpartnern

Für Diana von Lützau ist das Netzwerk mehr als eine Plattform zum Austausch. Durch ihre Mitgliedschaft und ihr Engagement im Vorstand fühlt sie sich mehr gesehen, stärker im Bezirk vernetzt und für die Politik relevanter. Zudem profitiert sie von den gemeinsamen Initiativen, Netzwerkveranstaltungen, Fachgruppen und Veranstaltungen, aber auch von Kooperationen mit anderen Netzwerkpartnern. „Insgesamt hilft uns die Netzwerkarbeit, Herausforderungen nicht isoliert, sondern gemeinsam und effizienter anzugehen“, freut sie sich. So kommt das Unternehmensnetzwerk Herzbergstraße dem Ziel, gemeinsam innovative Lösungen für die Herausforderungen der lokalen Wirtschaft zu entwickeln, Schritt für Schritt näher.

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