Strafabgabe für alle Berliner Unternehmen droht!

Ab 2027 droht die Ausbildungsplatzabgabe.

Das Gesetz würde jedes Unternehmen zusätzlich belasten ohne die eigentlichen Probleme auf dem Ausbildungsmarkt zu lösen. Statt mehr Ausbildung drohen mehr Bürokratie, Klagen und Unsicherheit.

Fintech-Szene

Taxfix – vom Steuer-Tool zur KI-basierten Finanzplattform

Das Berliner Unternehmen Taxfix ist mit einer App für Steuererklärungen bekannt geworden. Heute arbeitet das Fintech daran, seine Technologie- und Produktstrategie stärker auf KI auszurichten.

Zu sehen ist ein mittelalter Mann im Büro, der freundlich-lächelnd ein Handy in der Hand hält – es ist der CEO von Taxfix, Martin Ott

CEO Martin Ott will Taxfix als KI-native Finanzplattform für digitale Steueranwendungen in die nächste Wachstumsphase führen

Als Lino Teuteberg und Mathis Büchi 2016 Taxfix gründeten, hatten sie eine Vision: eine mobile Anwendung, die Nutzerinnen und Nutzer „fix“ durch die Steuererklärung führt – ohne Fachchinesisch und Formulare. Dahinter der Anspruch: finanzielle Teilhabe für möglichst viele Menschen zu eröffnen.

Insbesondere Menschen, die von der Steuererklärung überfordert waren oder keine komplexen Steuerfälle hatten, nahmen die App schnell an. „Damals war der Markt für Steuer-Tools stark fragmentiert: auf der einen Seite Einzelkanzleien, die nur bestimmte Kundengruppen abdecken und auf der anderen Seite komplizierte Software, die eher für Profis gedacht war“, erklärt CEO Martin Ott. „Taxfix ist deshalb mit einem einfachen Produkt für das Smartphone gestartet.“ 

Die Weiterbildung unseres Teams ist von zentraler Bedeutung. Hier investieren wir bewusst und schaffen Freiräume, mit internen KI-Hackathons oder wöchentlichen KI-Trainingstagen für alle.“
Martin Ott CEO Taxfix

Ott führt seit 2021 das Unternehmen; die beiden Gründer sind mittlerweile ausgeschieden. Beim Thema Steuern sei er zunächst skeptisch gewesen. „Als ich dann verstanden habe, dass rund 12 Millionen Menschen in Deutschland aus Angst vor Fehlern oder wegen der Komplexität gar keine Steuererklärung abgeben und so auf mehr als 13 Milliarden Euro verzichten, war mir schnell klar, was für einen echten Unterschied wir leisten können.“

Einfachheit als Wettbewerbsvorteil

Im Kern basiert Taxfix auf einem Frage-Antwort-System, das steuerliche Sachverhalte für Laien verständlich übersetzt. „Die Nutzerfreundlichkeit steht auf zwei Säulen: KI-gestützte Interaktion, die die Steuerberatung im Hintergrund leistet, sowie Fokus auf individuelle Nutzerbedürfnisse“, erklärt Ott. Gleichzeitig gäbe es immer menschliche Expertise im Hintergrund: Steuerprofis gestalten und erweitern die Produkte laufend.

Ein Mann fotografiert seine Lohnsteuerbescheinigung mit der Taxfix-App auf seinem Smartphone ab

User können ihre Lohnsteuerbescheinigung einfach abfotografieren und in die Taxfix-App hochladen, KI hilft durch den ganzen Prozess

Wachstum mit KI-Technologien

Für die kommenden Jahre hat sich Taxfix deutlich mehr vorgenommen als die reine Steuererklärung. Das Fintech geht mittlerweile konsequent einen „AI first“-Ansatz

„Wir entwickeln Taxfix konsequent zur KI-Finanzplattform weiter“, sagt Ott. „Wir wollen dazu beitragen, dass unternehmerische Energie in Deutschland nicht in Formularen stecken bleibt, sondern in Wachstum, Innovation und gute Jobs fließt.“

Stefan Ostwald und Malte Kosub von Unicorn Parloa
Hohe Unternehmensbewertungen Einhorn-Saison in Berlin: Milliarden-Startup gesucht
Lesezeit: 7 Minuten
Eva Scharmann
Junger Mann sitzt mit Laptop auf einem Sofa
Digitales Finanzmanagement für KMU Lukas Zörner: "Fintechs sind fokussierter auf ihre Kunden"
Lesezeit: 5 Minuten
Michael Gneuss
Stockphoto einer Stadt bei Nacht
Fokus KI-Hotspot
Lesezeit: 5 Minuten
Eli Hamacher

Im Marketing seien bereits 90 % der Bilder und Videos KI-basiert. Mitarbeitende sind angehalten, KI-Tools zu nutzen, um Effizienz und Innovationsgeschwindigkeit zu erhöhen – so kommt KI etwa zur Weiterentwicklung der Nutzerführung sowie zur Optimierung interner Prozesse wie Feedback-Gesprächen zum Einsatz. 

„Die Weiterbildung unseres Teams ist dabei von zentraler Bedeutung“ erzählt Ott. „Hier investieren wir bewusst und schaffen Freiräume, mit internen KI-Hackathons oder wöchentlichen KI-Trainingstagen für alle.“ Das ist in der deutschen Unternehmenslandschaft noch immer eher die Ausnahme als die Regel. 

Taxfix skaliert mit Augenmaß

Mehr als acht Millionen Steuererklärungen wurden bislang mit Taxfix eingereicht und über 4,5 Milliarden Euro erstattet. Das Unternehmen sammelte über 330 Millionen US-Dollar Kapital ein und hat Unicorn-Status. Inzwischen arbeiten mehr als 400 Mitarbeitende in einem internationalen Team. 

Das Berliner Büro bildet dabei weiterhin das kulturelle Zentrum des Unternehmens. „Viele der bekanntesten Fintechs sind hier groß geworden – entsprechend groß ist der Pool an Top-Talenten, Expertinnen und Experten sowie Investorinnen und Investoren ‚um die Ecke‘“, sagt Ott.

Produkt
8
Millionen
Steuererklärungen wurden bereits mit Taxfix eingereicht.
Finanzielle Teilhabe
4,5
Milliarden
Euro an Steuern wurden bisher erstattet.

Hierzulande unterstützt Taxfix seit Kurzem auch Selbstständige, die unter die Kleinunternehmerregelung fallen. Taxfix ist mittlerweile auch in Spanien aktiv, und mit der Übernahme des Londoner Fintechs TaxScouts – jetzt Taxfix – im Vereinigten Königreich, wo sie Lösungen für KMU und Steuerberatungen anbieten.

„Die Expansion in neue Länder und strategische Unternehmenskäufe verfolgen wir nur dort, wo Rentabilität nachgewiesen ist und wir Wachstumspotenzial sehen“, so Ott. Man befinde auf einem sehr guten Weg zur Gewinnschwelle. 

„Wir haben tolle und namhafte Investorinnen und Investoren, die uns langfristig unterstützen. Dies ermöglicht es uns, weiterhin in nachhaltiges Wachstum zu investieren – und gleichzeitig einen klaren Fokus auf langfristige Profitabilität zu legen.“