Strafabgabe für alle Berliner Unternehmen droht!

Ab 2027 droht die Ausbildungsplatzabgabe.

Das Gesetz würde jedes Unternehmen zusätzlich belasten ohne die eigentlichen Probleme auf dem Ausbildungsmarkt zu lösen. Statt mehr Ausbildung drohen mehr Bürokratie, Klagen und Unsicherheit.

Mietmöbel aus Berlin

Die Möbelmanufaktur Swoofle setzt auf Inklusion und Nachhaltigkeit

Swoofle bietet durchdachte Mietmöbel aus Berlin. Die Mission: Schnelle Logistik, lange Nutzungszyklen und ein Unternehmen, das einen inklusiven Arbeitsplatz schafft.

Ein Mann positioniert vor einem Regal. Es ist Georg Winkel, Gründer der Möbelmanufaktur Swoofle

Swoofle Gründer Georg Winkel mit seinen Sitzwürfeln

Ob Firmen-Event, Hochzeit oder Messe: Wo viele Menschen zusammenkommen, wollen sie sitzen. Aber wozu viele Möbel anschaffen, wenn sie nur einmal gebraucht werden? Mieten statt Besitzen, lautet die simple Idee. 

Swoofle ist allerdings kein gewöhnlicher Möbelverleih, darauf deutet schon der Name hin: Das Fantasiewort, abgeleitet vom englischen Wort „to swoop“ (herabstoßen, herabfliegen) und „to flee“ (fliehen) soll auf die schnelle und flexible Lieferung der Mietmöbel anspielen. Die Möbel schweben oder fliegen gewissermaßen herbei. Durch ganz Europa, bei Bedarf auch über Nacht. 

Das Berliner Unternehmen setzt konsequent auf Leihen statt Besitzen und legt seinen Fokus auf Logistik, Skalierbarkeit und inklusive Wertschöpfung. Der Bedarf ist offensichtlich: Events, Messen, Pop-ups, temporäre Arbeits- und Wohnformen nehmen zu. Lagerung und Logistik sind dabei die Hauptprobleme für viele Unternehmen – nicht jedoch mit den Mietmöbeln aus Berlin-Hellersdorf.

Flexible Sitzwürfel mit System und Nachhaltigkeit

Bevor Georg Winkel Swoofle 2013 gründete, arbeitete er als Berater für Event-Unternehmen. Dort lernte er die Branche kennen – mit all ihren Tücken, aber auch ihren Möglichkeiten. „Die Idee zu Swoofle entstand, als ich bei einer Veranstaltung hinter den Kulissen Mitarbeiter auf Getränkekisten sitzen sah und dachte, dafür muss es doch eine bessere Lösung geben!“

So entwickelte er aus einer Leergutkiste den „Flat Cube“. Dieser besteht aus einem zusammensteckbaren Unterbau und einem gepolsterten Überwurf aus Leder und lässt sich auf ein Minimum zusammenfalten. Rund 100 der nur anderthalb Kilo leichten Hocker lassen sich bequem in einem Kleinwagen verstauen. Einzelne Stücke können sogar per Post verschickt werden. 

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Jürgen Schepers

Die Transporteffizienz ist ein entscheidender Vorteil von Swoofle. Sie senkt Kosten, reduziert Emissionen und ermöglicht auch kurzfristige Overnight-Einsätze in ganz Europa. Unternehmen wie die Allianz, Fahrstuhlhersteller Schindler oder die Messe Berlin zählen unter anderem zu den Kunden von Swoofle. Derzeit sind rund 1.000 „Flat Cubes“ in der Vermietung. 

Das Sortiment ist mit der Zeit gewachsen. Die Produkte sind bewusst neutral gestaltet und auf Funktionalität optimiert.  „Diese Reduktion ist kein Designstatement, sondern ein betriebswirtschaftlicher Faktor“, sagt Winkel.  Dazu gehören eine geringere Komplexität, kalkulierbare Wartung und lange Nutzungszyklen für mehr Nachhaltigkeit. 

Messemöbel für ganz Berlin: Doch Corona hinterlässt Spuren

Ursprünglich war Swoofle als klassisches Produktunternehmen gedacht – mit dem Ziel, modulare Eventmöbel zu verkaufen. „Der Markt war dafür 2014/2015 jedoch noch nicht bereit. 2015/2016 haben wir das Geschäftsmodell konsequent auf Vermietung umgestellt – und damit den Grundstein für das heutige Wachstum gelegt“, erklärt Georg Winkel.

In den Folgejahren ist das Unternehmen um 200 bis 400 Prozent pro Jahr gewachsen, bis die Corona-Pandemie 2020 den gesamten Eventmarkt abrupt zum Stillstand brachte.

Ich wünsche mir für die kommenden Monate mehr Augenmaß und unterstützende Lösungen, die wirtschaftliche Erholung nicht ausbremsen, sondern ermöglichen.“
Georg Winkel Swoofle Gründer

Die größte Herausforderung für Swoofle ist aktuell die Kombination aus kurzfristiger Eventlogistik und langfristiger bürokratischer Nachbearbeitung der Corona-Hilfen. Während das operative Geschäft wieder anläuft, binden Prüf- und Abrechnungsprozesse aus den Pandemie-Jahren heute personelle und finanzielle Ressourcen. 

„Die Überbrückungshilfen haben in der akuten Phase gewirkt und unser Unternehmen durch die Pandemie getragen. Aber die heutige Art der nachgelagerten Abrechnung und Rückforderung ist für uns existenziell bedrohlich. Wir investieren in Ausbildung, Inklusion und neue, barrierefreie Produkte für den Eventmarkt, und genau diese Zukunftsprojekte geraten dadurch unter Druck. Ich wünsche mir für die kommenden Monate mehr Augenmaß und unterstützende Lösungen, die wirtschaftliche Erholung nicht ausbremsen, sondern ermöglichen“, sagt CEO Georg Winkel.

Viele bunte Sitzwürfel sind in Reihen in einem Theater aufgebaut.

Die Swoofle Sitzwürfel lassen sich flexibel einsetzen und schnell aufbauen

Für Swoofle gehört Inklusivität längst zum Alltag

In der Swoofle GmbH in Hellersdorf arbeiten derzeit drei festangestellte Mitarbeiter an den Mietmöbeln aus Berlin, darunter eine duale Studentin sowie vier Umschüler und eine Schülerpraktikantin. 

„Viele unserer Umschüler wissen zu Beginn nicht einmal, dass sie Anspruch auf eine Anerkennung als schwerbehindert haben. Häufig kommen sie aus Berufen, die sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können – und finden bei uns eine neue berufliche Perspektive“, so Georg Winkel. 

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Alaister Lummerzheim

Im Schnitt arbeiten bei Swoofle zwischen 40 und 60 Prozent Menschen mit anerkannter Schwerbehinderung oder laufendem Feststellungsverfahren. Aktuell sind es fünf Personen mit anerkannter Schwerbehinderung und zwei weitere, bei denen der Grad der Behinderung noch geprüft wird.

„Für uns ist Inklusion kein Projekt, sondern Teil der Unternehmenskultur“, sagt Winkel. Für die inklusive Ausbildung von Menschen mit Behinderungen wurde Swoofle vom Senat mit dem Berliner Inklusionspreis 2025 ausgezeichnet. „Inklusion ist kein Sonderfall, sie ist unser Alltag“, sagt Geschäftsführer Georg Winkel.