Strafabgabe für alle Berliner Unternehmen droht!

Ab 2027 droht die Ausbildungsplatzabgabe.

Das Gesetz würde jedes Unternehmen zusätzlich belasten ohne die eigentlichen Probleme auf dem Ausbildungsmarkt zu lösen. Statt mehr Ausbildung drohen mehr Bürokratie, Klagen und Unsicherheit.

Raumfahrt

Satelliten aus Berlin: The Sky is the Limit

Berlin Space Technologies (BST) gehört zu den Shootingstars der New-Space-Szene. Als Ausgründung der TU Berlin gestartet, liefert es mittlerweile Satelliten-Komponenten am Fließband. Und mit neuen Beschaffungsprogrammen auf Bundesebene ist weiteres Wachstum in Sicht.

Foto von Tom Segert von BST

Tom Segert, Gründer Berlin Space Technologies (BST)

BST hat mehr Nachfrage, als die Werkhallen derzeit hergeben. Ab dem Jahr 2027 will das Unternehmen aus Adlershof sogar ganze Satelliten-Konstellationen am Fließband liefern. „Wenn Sie ab 2027 eine Konstellation mit Satelliten bis 400 Kilogramm benötigen, sind wir die Firma, die sowohl eine Fabrik fertig haben wird, einen Satelliten gebaut hat, der im Weltraum fliegt und die bereits Satelliten im Auftrag haben“, freut sich Tom Segert, neben Matthias Buhl und Björn Danziger einer der Gründer von BST.

Drei Personen in weißen Schutzanzügen und blauen Handschuhen stehen hinter einem technischen Gerät mit mehreren Knöpfen und Hebeln in einem hellen Raum.

Gründer von Berlin Space Technologies

Vom Uni-Projekt zum Satellitenbauer

Gestartet ist das Unternehmen von den drei Luft- und Raumfahrtingenieuren als Ausgründung der TU Berlin, aus einem kleinen Workshop heraus, mit einer praxisnahen Arbeitsweise und einem klaren Bekenntnis zu Ingenieursleistung und Kundennutzen, lange bevor „.New Space“ zu einem Branchentrend wurde. Heute baut das Unternehmen komplette Kleinsatelliten für Erdbeobachtung, Kommunikation und Navigation. Statt nur Komponenten zuzuliefern, deckt BST fast die gesamte Wertschöpfungskette ab: Entwicklung, Fertigung, Integration und Test. Rund 80 Prozent der Teile kommen aus eigener Produktion. „Als vertikal integrierter Satellitenbauer sind unsere Satelliten am beliebtesten“, so Segert. „Diese bauen wir in unterschiedlichen Klassen und ganz nach dem Kundenbedarf.“

Satellit mit ausgebreiteten Solarpaneelen über der Erde, die von einem Netzwerk aus Lichtlinien umgeben ist.
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Wachstum aus Berlin

Für die Raumfahrt ungewöhnlich kam BST erst im Exportmarkt zum Erfolg und dann in der Heimat. „Das ist nicht die normale Vorgehensweise“, betont Segert. „Insofern sind Wettbewerb, Agilität und Industrialisierung seit 15 Jahren Teil unserer DNA.“ Alleine im Jahr 2025 hat BST im nachhaltigen, auftragsgetriebenen Wachstum die Anzahl der Mitarbeiter verdoppelt. „Wir haben die Flächen und den Umsatz verdreifacht und werden im nächsten Jahr noch 100 bis 150 weitere Personen einstellen, um dann unsere Fabrik, die jetzt gerade im Aufbau ist, zu bestücken und ab Ende des nächsten Jahres die Vollkapazität erreichen“, zeigt sich der Luft- und Raumfahrtingenieur optimistisch für weiteres Wachstum im neuen Jahr.

Zwei unterschiedlich große Satelliten mit rechteckigen Solarpaneelen auf mehreren Seiten, auf weißem Untergrund.

Kleinsatelliten für Erdbeobachtung, Kommunikation und Navigation

35-Milliarden-Programm als Hebel

Mit der neuen Weltraumsicherheitsstrategie und dem 35-Milliarden-Euro-Programm rückt aktuell der Bund das Orbit in das Zentrum einer sicherheitsrelevanten Infrastruktur. Dies könnte einen erneuten Wachstumsschub für BST bedeuten. „Für uns ist wichtig, dass die Beschaffungen des Bundes in Tranchen beauftragt wird“, betont Segert. Das verliefe nach dem Prinzip: wer fristgerecht und im Kostenrahmen bereitstellt, kann sich auf die nächste Tranche bewerben. „Wenn dieses Verfahren angewandt wird, dann werden wir auch von den 35-Milliarden angemessen profitieren“, sagt der Gründer. „Eines ist sicher: ohne Fähigkeiten im Weltraum, wird die Bundesrepublik nicht verteidigungsfähig sein.“