Strafabgabe für alle Berliner Unternehmen droht!

Ab 2027 droht die Ausbildungsplatzabgabe.

Das Gesetz würde jedes Unternehmen zusätzlich belasten ohne die eigentlichen Probleme auf dem Ausbildungsmarkt zu lösen. Statt mehr Ausbildung drohen mehr Bürokratie, Klagen und Unsicherheit.

Konjunktur Berlin

Familienunternehmen Obeta: So blickt der Elektrogroßhandel auf das Geschäftsjahr 2026

Kaum Aufwärtstrend, aber Bodenbildung: Obeta ist seit 125 Jahren am Markt und besonders geübt, mit Konjunkturschwankungen umzugehen. Wie, das verrät der Geschäftsführer des Berliner Familienunternehmens.

Zwei Weiße LKW stehen vor einem Bürogebäude mit der Aufschrift "Obeta"

Die Berliner Konjunktur 2026 steht vor einem gemischten Befund. Mit Spannung wurde der Konjunkturbericht der IHK erwartet. Die Unternehmen bleiben skeptisch, die Geschäftserwartungen haben sich geringfügig verbessert. Für das gesamte Jahr geht die Investitionsbank Berlin (IBB) von einem Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent aus. 

Gleichzeitig bleibt die konjunkturelle Situation nach Jahren der Flaute komplex. Nach einem sehr schwierigen 2024 war das vergangene Jahr von Stillstand geprägt, von der Wirtschaft gingen kaum Impulse aus. Auch wenn der Aufwärtsschwung jetzt kommt, stecken die mageren, schwierigen Jahre noch allen in den Knochen. Zwei Drittel der Unternehmerinnen und Unternehmen nennen laut IHK Berlin die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen das größte Risiko für ihre Geschäftsentwicklung.

Das Berliner Familienunternehmen Obeta kennt Krisen und Aufschwünge aus seiner 125-jährigen Firmengeschichte nur zu gut. Vielleicht klingt Geschäftsführer Dr. Dirk Jandura deshalb so gelassen, wenn er über die Prognose über das Geschäftsjahr 2026 spricht: „Wir gehen davon aus, dass es erneut ein recht schwieriges Jahr wird. Wir haben in Deutschland eine starke Verunsicherung der Konsumenten und auch der Unternehmen. Es wird nicht investiert, weder im Wohnbau noch in Anlageinvestitionen – und als baunaher Großhandel betrifft uns das direkt.“ 

Ein mittelalter lachender Mann mit Brille und weißem Oberhemd vor einem hellen, unscharfen Hintergrund. Es ist der Geschäftsführer des Elektrogroßhandels Obeta.
Ich hätte mir da etwas herzhaftere Reformen gewünscht, mit mehr Tempo und mehr Fokus auf den Mittelstand. Die Richtung stimmt zwar, aber mehr Geschwindigkeit wäre gut gewesen.“
Dr. Dirk Jandura Geschäftsführer Obeta

Obeta: Trotz Krise sicher am Markt

Der B2B-Elektrogroßhandel Obeta ist mit 60 Filialen bundesweit aktiv und beliefert lokal und regional agierende Kunden aus dem Elektrohandwerk, Industrieunternehmen, Servicedienstleister und öffentliche Auftraggeber. Zudem lernen derzeit 85 Auszubildende ihren Beruf im Traditionsunternehmen.  

Zu sehen ist ein sich im Bau befindendes Mehrfamilien-Wohnhaus. Der Rohbau steht fast, es steht jeweils ein großer gelber Baukran vor und hinter dem Gebäude.
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Auch wenn derzeit immer wieder von der Trendwende im Bau die Rede ist, ist Dirk Jandura für seinen Betrieb verhalten optimistisch: „Es gibt Hinweise auf diese Trendwende. Die Bundesregierung hat mit dem Bauturbo ein recht pfiffiges Instrument geschaffen, wie man den Bau beschleunigen kann – bei uns ist das allerdings noch nicht angekommen. Ich gehe davon aus, dass es noch Monate dauern wird, bis der Effekt daraus erkennbar sein wird. Stand jetzt können wir nicht von einem Aufwärtstrend reden, höchstens von einer Bodenbildung.“

Anlass zur Hoffnung auf große Sprünge gebe es derzeit nicht, sagt Dirk Jandura: „Dazu ist die Bundesregierung zu zaghaft. Ich hätte mir da etwas herzhaftere Reformen gewünscht, mit mehr Tempo und mehr Fokus auf den Mittelstand. Die Richtung stimmt zwar, aber mehr Geschwindigkeit wäre gut gewesen.“ 

Obeta: Mehr Resilienz durch große Bandbreite

Dass sich der Elektrogroßhandel Obeta trotz aller Herausforderungen am Markt halten kann, liegt an der breiten Aufstellung, so der Geschäftsführer: „Wir kommen durch die aktuell schwierige Zeit relativ gut, weil wir die ganze Bandbreite des Elektrohandwerks bedienen – wir beliefern Betriebe mit hunderten Installateuren ebenso wie den Einzelkämpfer, der einen Durchlauferhitzer oder Schalter ersetzt.“ Gebaut wird gerade nicht viel, dafür aber nach wie vor repariert. So bearbeitet man bei Obeta derzeit eben viele kleinere Aufträge ohne lange Vorlaufzeit und hält sich somit solide über Wasser. 

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Antizyklisch denken zahlt sich aus

Die Hände in den Schoß legen und auf bessere Zeiten hoffen – das war bei Obeta noch nie Unternehmensstrategie. Trotz schwieriger Auftragslage wird für das neue Geschäftsjahr und darüber hinaus viel geplant, sagt Dirk Jandura: „Wir eröffnen in diesem Jahr zwei neue Filialen im westlichen Vertriebsgebiet. Außerdem investieren wir stark in die Logistik. Dabei arbeiten wir während des laufenden Geschäfts sowohl an der Kapazitätserweiterung wie an der Geschwindigkeit. Das sind große Projekte, die sehr gute Planung erfordern.“

Es ist nicht das erste Mal, dass das Unternehmen gerade dann investiert, wenn es sonst keiner tut, sagt Dirk Jandura: „In unserer Firmengeschichte haben wir häufig antizyklisch gehandelt und sind immer gut damit gefahren. So haben wir in den Jahren 2012/2013 trotz großer Krise am Markt für über 20 Millionen Euro eine vollautomatisierte Logistikhalle in Ludwigsfelde gebaut – dieser Mut hat sich voll ausgezahlt.“

Viele kleine Kartons stehen auf Rollfließbändern

Auf Aufschwung setzen: Bei Obeta sind für das laufende Geschäftsjahr zwei neue Filialeröffnung und Investitionen in die Logistik geplant

Obeta: In die Zukunft investieren

Trotz langer Tradition setzt Obeta voll auf die Zukunft, vor allem im Bereich Energiewende und Nachhaltigkeit. „Wir definieren uns als Lieferanten der Energiewende, allein schon deshalb bleiben wir mutig und zuversichtlich,“ so Jandura. Diese Zuversicht zeigt sich auch hinsichtlich der Belegschaft, auf Entlassungen versucht man bei Obeta möglichst zu verzichten, sagt Dirk Jandura: „Wir müssen jetzt einfach durch die Krise. Der Arbeitsmarkt hat sich derzeit stark entspannt, er ist aber immer noch eng. Wenn die Konjunktur wieder anzieht, könnte es wieder schwierig werden, Arbeitskräfte zu kriegen – deshalb wollen wir die Belegschaft halten.“