Strafabgabe für alle Berliner Unternehmen droht!

Ab 2027 droht die Ausbildungsplatzabgabe.

Das Gesetz würde jedes Unternehmen zusätzlich belasten ohne die eigentlichen Probleme auf dem Ausbildungsmarkt zu lösen. Statt mehr Ausbildung drohen mehr Bürokratie, Klagen und Unsicherheit.

Berlinale 2026

Abseits des roten Teppichs: Berliner Hidden Champions der Filmbranche

Während bei der Berlinale 2026 alle Augen auf Premieren, Regisseure und Schauspieler gerichtet sind, bleiben viele entscheidende Akteure im Hintergrund. Wir rücken fünf Berliner Unternehmen ins Rampenlicht, die maßgeblich dazu beitragen, dass große Filme überhaupt entstehen.

Viele Menschen stehen am roten Teppich vor dem Berlinale Palast am Potsdamer Platz

Players Berlin: Die führende Arthouse-Schauspielagentur hinter preisgekrönten Filmgesichtern

Players wirkte in mehrfacher Hinsicht als Pionier der deutschen Filmbranche. Die 1993 gegründete Agentur zählt zu den ersten privaten und mittlerweile größten Schauspielagenturen des Landes.

Ende 1996 folgte der Umzug von Köln nach Berlin – womit Players erneut bewies, ihrer Zeit voraus zu sein. Denn die Filmindustrie konzentrierte sich damals vor allem auf Nordrhein-Westfalen, München und Hamburg. „In Berlin lebten jedoch vor allem die Kreativen, sodass die Nähe zu den Filmschaffenden gewährleistet war“, betont Geschäftsführerin Mechthild Jarzyk-Holter. 

Im Herzen der Stadt angesiedelt, entwickelte sich Players zur führenden Schauspielagentur im Arthouse-Bereich. Zu den vertretenen Schauspielerinnen und Schauspielern gehören unter anderem Meret Becker, Daniel Brühl, Fabian Hinrichs und Nina Hoss.

Zwei mittelalte Männer während einer Filmszene. Es sind die Schauspieler Matthias Schweighöfer und Frederick Lau

Matthias Schweighöfer und Frederick Lau gehören zu den erfolgreichsten Players-Schauspielern

Die Firmenphilosophie hat sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt: Heute vertritt Players auch Drehbuchautoren, Regisseure und Kameraleute. „Natürlich erfordert das ein höheres Maß an Flexibilität. Gleichzeitig entstehen Synergieeffekte, die es uns ermöglichen, Projekte von Beginn an beratend zu begleiten.“

Die Klienten profitieren von der engen Vernetzung der Agentur. Denn die Filmlandschaft befindet sich im Umbruch: Neben klassischen Produktionsfirmen und TV-Sendern sind zunehmend Streaming-Dienste beteiligt, Verträge werden komplexer. Darauf hat Players reagiert: „Bei uns arbeiten deshalb auch Kollegen mit juristischer Expertise.“

RISE Berlin: Wie das VFX-Studio mit digitalen Effekten Blockbuster-Welten erschafft

Sven Pannicke muss nicht lange überlegen, wie er seinen Berufsalltag beschreibt: „Wir bringen das ins Bild, was man mit der Kamera nicht aufnehmen kann“, schmunzelt der RISE-Geschäftsführer. RISE ist eines der größten Studios für Visual Effects in Europa. 2007 hat Pannicke zusammen mit Robert Pinnow, Markus Degen und Florian Gellinger die RISE | Visual Effects Studios in Berlin gegründet. Das Unternehmen spezialisierte sich von Beginn an auf Visual Effects (VFX) für Film und Serie. „Vor 20 Jahren waren die Arbeitsbedingungen ganz andere“, erinnert sich Pannicke. „Es gab in Deutschland nur wenige Projekte, die es sich leisten konnten, in nennenswertem Umfang mit CGI-Technik zu arbeiten.“

Ein lächelnder Mann trägt einen dunklen Pulli und steht in einem Vorführraum. Es ist Rise-Geschäftsführer Sven Pannicke.
Es gab in Deutschland nur wenige Projekte, die es sich leisten konnten, in nennenswertem Umfang mit CGI-Technik zu arbeiten.“
Sven Pannicke Geschäftsführer RISE

RISE agierte daher früh international. Das Portfolio reicht von „Harry Potter“ über Marvel-Blockbuster bis zu „Die Tribute von Panem“. Auch für die visuellen Effekte der Serie „Babylon Berlin“ zeichnet das Unternehmen verantwortlich. In diesem Jahr ist RISE für die visuellen Effekte bei „The Lost Bus“ für einen Oscar nominiert.

Eine Frau und ein Mann fliehen mit einem Fahrzeug. Es sind America Fererra und Matthew McConaughey in dem Film "The Lost Bus"

Szene aus „The Lost Bus“: Die visuellen Effekte stammen vom Berliner Studio RISE Visual Effects – aktuell sogar Oscar-nominiert

Dank leistungsfähigerer Hard- und Software können sich heute deutlich mehr Produktionen den Einsatz digitaler Technologien leisten. Entscheidend bleibt jedoch das Team: „Wir haben damals mit vier oder fünf Mitarbeitern begonnen. Heute arbeiten allein in Berlin rund 100 Festangestellte für uns, hinzu kommen zahlreiche Freelancer“, erläutert Pannicke. „Die Effekte entstehen nicht allein am Computer – dafür braucht es viele kreative Köpfe.“

VFX-Artists modellieren digitale Gebäude, Fahrzeuge, Gegenstände oder Charaktere und versehen sie mit realistischen Oberflächenstrukturen. Andere spezialisieren sich auf Animation oder Compositing.

Inzwischen unterhält RISE Dependancen in München, Köln und Stuttgart – nicht zuletzt aufgrund unterschiedlicher Förderrichtlinien. Seit 2020 gibt es zudem eine Niederlassung in London. Berlin bleibt Hauptstandort und feiert im kommenden Jahr das 20-jährige Bestehen.

25p Cine Support Berlin: High-End-Filmtechnikverleih zwischen Innovation und Nachhaltigkeit

Roman Avianus und Jonas Knudsen kennen sich seit Schulzeiten. Nach Stationen unter anderem im Studio Babelsberg und in verschiedenen Produktionsfirmen gründeten sie 2006 im Prenzlauer Berg die Technikverleihfirma 25p Cine Support.

 

Ein Mann in einem karierten Hemd sitzt vor einer Leinwand auf einer Treppenstufe und gestikuliert. Es ist Roman Avanius von 25p

Roman Avanius, Mitgründer von 25p Cine Support

Der Zeitpunkt war günstig: Der Übergang von analoger zu digitaler Technik eröffnete neuen Anbietern Chancen. „Während etablierte Anbieter damals an ihrer bestehenden Ausrüstung festhielten, entstand bei neuen Produktionen ein wachsender Bedarf“, erinnert sich Avianus.

Aus dem anfänglichen Fokus auf Kameratechnik ist ein umfassendes Angebot geworden. Heute können Produktionen bei 25p die komplette technische Ausstattung aus einer Hand beziehen – von Kamera über Ton und Licht bis zu Monitoren.

Trotz rasanter technologischer Entwicklung beobachtet Avianus einen Gegentrend: „Gefragt sind wieder klassische Optiken.“ Hightech allein genügt nicht – ästhetische Entscheidungen gewinnen an Gewicht.

Beratung ist deshalb ein zentraler Bestandteil des Geschäfts. Sie umfasst zunehmend auch ökologische Aspekte. Als zertifizierter Green Consultant unterstützt Avianus Produktionen bei der Umsetzung nachhaltiger Standards. „Nachhaltigkeit ist ein branchenübergreifendes Schlüsselthema“, sagt er.

Foto von Wolfram Weimer, Staatsminister beim Bundeskanzler
Filmförderung Mehr Geld für Filmförderung
Lesezeit: 1 Minute
Holger Lunau
Branchen Kultur Sechs Kilometer Kostüme
Lesezeit: 4 Minuten
Jürgen Schepers
Branchen Events Sound für das Sphere
Lesezeit: 3 Minuten
Eli Hamacher

FSL Post Production Berlin: Wo Klang, ADR und Dolby Atmos Filmgeschichten vollenden

Johannes Kunz studierte Filmton und Sounddesign an der Filmakademie Baden-Württemberg. Nach seinem Abschluss 2015 zog er nach Berlin. „Die Filmszene hier ist größer und vielfältiger“, sagt Kunz.

2018 gründete er gemeinsam mit zwei Kollegen das Filmsound Lab. Was als Kostengemeinschaft begann, entwickelte sich zu einem Full-Service-Anbieter für Audio-Postproduktion.

Ein mittelalter Mann in einem rosa Shirt steht lächelnd vior einer Hecke. Es ist Johannes Kunz, Gründer von FSL Sound Lab
Die Filmszene hier ist größer und vielfältiger“
Johannes Kunz Gründer von FSL Filmsound Lab

Das Leistungsspektrum umfasst Dialogbearbeitung, Nachsynchronisation (ADR), Foley, Sounddesign und Mischung für Spiel- und Dokumentarfilme, Serien sowie Werbung. Beim sogenannten Denoising werden Tonspuren von Störgeräuschen befreit – spezialisierte Software mit maschinellem Lernen spielt dabei eine wachsende Rolle.

Der Trend geht dahin, möglichst viel Originalton vom Set zu verwenden. Für notwendige Nachsynchronisation stehen im Kreuzberger Studio professionelle Räume zur Verfügung.

Mit einem großen Mischstudio im Dolby-Atmos-Home-Standard wurde das Angebot erweitert. Gleichzeitig etablierte FSL einen eigenen Foley-Bereich für analoge Geräuscherzeugung. Zusätzlich bietet das Unternehmen inzwischen Farbkorrektur an, sodass Audio- und Bildebene eng verzahnt bearbeitet werden können.

Glüxgefühl Berlin: Früh gegründet, klug gewachsen – Film-Catering mit Präzision am Set

„Gutes Essen ist die Grundlage wahren Glücks.“ Der Gedanke passt zur Philosophie von Cem Yilmaz. Nach seiner Ausbildung in der Gastronomie eröffnete er 2012 im Alter von 19 Jahren sein erstes Restaurant. 2019 gründete er gemeinsam mit Mesut Yigit das Catering-Unternehmen Glüxgefühl.

Schnell zählten Film- und Fernsehproduktionen zu ihren Kunden. Präzise Logistik und hohe Flexibilitätsind entscheidend, denn Drehpläne ändern sich kurzfristig. „Dann kommt auch mitten in der Nacht der Anruf, dass es statt um 9 Uhr bereits um 7 Uhr losgeht“, sagt Yilmaz.

Studio- und Außendrehs stellen unterschiedliche Anforderungen. Während im Studio oft Kücheninfrastruktur vorhanden ist, arbeitet Glüxgefühl beim Außendreh mit Foodtrucks oder Wärmestationen. Qualität und Zuverlässigkeit stehen im Mittelpunkt.

Heute besteht der feste Kern des Unternehmens aus rund 20 Mitarbeitern. In der Hochsaison zwischen Januar und März unterstützen durchschnittlich rund 80 freie Kräfte aus dem eigenen Netzwerk die Projekte.

„Ich glaube an den Filmstandort Berlin“, betont Yilmaz. Und genau dieser Standort lebt nicht nur von Stars auf dem roten Teppich während der aktuellen Berlinale 2026 (12. bis 22 Februar) – sondern von starken Filmgewerken im Hintergrund.