Strafabgabe für alle Berliner Unternehmen droht!

Ab 2027 droht die Ausbildungsplatzabgabe.

Das Gesetz würde jedes Unternehmen zusätzlich belasten ohne die eigentlichen Probleme auf dem Ausbildungsmarkt zu lösen. Statt mehr Ausbildung drohen mehr Bürokratie, Klagen und Unsicherheit.

KI-Standort Berlin

3D-Druck: Das unterschätzte Potential für Unternehmen

Seit Jahren gilt die Technologie als Zukunftsversprechen, in der Praxis wird sie jedoch oft nur zögerlich eingesetzt. Vielen Unternehmen fehlen passende Partner und Technologien. Mit A-Match verbindet das Berliner Startup We4All Unternehmen sekundenschnell mit geeigneten Produktionspartnern – und denkt 3D-Druck neu.

Ein Mann lächelt freundlich in die Kamera.

3D-Druck für KMU: Nezar Shakerchi entwickelt sein Unternehmen We4All vom Dienstleister zum Innovationsberater

Unverhofft kommt oft. Als Maschinenbauingenieur Nezar Shakerchi We4All gründete, konnte er noch nicht ahnen, welch kurvenreicher Weg sein Unternehmen nur wenige Jahre später einschlagen würde. Zunächst ging es nur um eins: 3D-Druck. 

Mit dem auch als Additive Fertigung bekannten Verfahren half er vor allem kleinen und mittleren Unternehmen in Berlin und Brandenburg, die noch keine Berührungspunkte mit 3D-Druck hatten. Dabei ging es nicht nur um die praktische Umsetzung, sondern viel um Erklärung und Beratung.

Dass nicht alle Unternehmen das volle Potential von 3D-Druck kennen, war ihm schon von seinen ersten Arbeitserfahrungen nach dem Studium bewusst. Damals war er in einem Robotik-Unternehmen in München tätig, erzählt Nezar Shakerchi: „Da standen in einer Ecke zwei einsame, verstaubte 3D-Drucker herum, die niemand anfasste. Ich habe mich da hineingearbeitet und meinen Chef überzeugt, die Drucker einzusetzen. Zuerst hat er sich gesträubt, dann probierten wir es aus – und sie nutzen diese Technologie bis heute.“

Vom Dienstleister zur Plattform

Immer noch begeistert von der Technik, gründete Nezar Shakerchi 2022 das 3D-Druck Start-up We4all. Er arbeitete mit gut 400 Unternehmen zusammen, hauptsächlich aus dem Sondermaschinenbau, der Kunstindustrie und dem Handwerk

Währenddessen wurde immer sichtbarer, wie groß die Wissenslücken in Sachen additiver Fertigung sind, sagt Nezar Shakerchi: „Viele Kunden, die von 3D-Druck profitieren könnten, haben zu wenig Ahnung von der Technologie. Deshalb fahren sie lieber nach dem Motto ‚wir machen es so wie immer‘. Dieses Problem wollten wir lösen.“ 

In der Wissensvermittlung lag dann der nächste Schritt für We4all. Mit Unterstützung etwa des Werner von Siemens Center und der Handwerkskammer begann das Team von We4All mit Einführungsschulungen für KMUs ohne Vorwissen. Die Kurse liefen auch im Digital Education Lab der IHK Berlin

Zwar wurden die Präsenz-Beratungsangebote gut angenommen, wirtschaftlich und skalierbar waren sie aber nicht, sagt Nezar Shakerchi: „Wir können ja nicht die ganze Welt schulen. Also haben wir über einen virtuellen Berater nachgedacht.“ 

Wir haben weltweit 450 Partner im Bereich 3D-Druck und wollen weiter wachsen und global agieren.“
Nezar Shakerchi Gründer We4All & A-Match

Warum der digitale Showroom scheiterte

Der nächste Entwicklungsschub von We4All lag in der vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Entwicklung eines virtuellen Anschauungs-Raums. Kunden konnten nun digital verschiedenste 3D-Druck-Projekte einsehen. Das Resultat? „Ehrlich gesagt lief das nur so mittel“, sagt Nezar Shakarchi. 

„Als Unternehmer muss man ja aushalten, wenn etwas nicht so gut läuft. Und wir haben festgestellt, dass der Kunde keine Beispiele sehen will, sondern einfach sein Problem vom Tisch haben will. Dabei ist ihm egal, welche Technik zum Einsatz kommt, er will eine wirtschaftliche und effiziente Lösung.“ Also hieß es bei We4All erneutes Umdenken und Brainstorming – immer getrieben von der Grundfrage, wie man die 3D-Druck-Technologie einfach und reibungslos in die KMUs bringen kann. 

Zu sehen sind mehrere Menschen von oben, die sich auf einer Veranstaltung befinden und sich unterhalten. Es handelt sich um die DIGITAL+ Konferenz der IHK Berlin und HTW Berlin.
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Man sieht einen hellen Raum mit verschiedenen Stühlen, Tischen und Bänken. Auf den Sitzen der Stühle und Bänke befinden sich bunte. leuchtende Kissen. Es handelt sich um das Digital Education Lab.
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A-Match: Die KI-gestützte Matchingplattform für 3D-Druck

Seit dem 1. Januar 2026 ist nun das neueste Projekt am Start: die KI A-Match. Wie die funktioniert, erklärt Nezar Shakarchi: „Die KI liefert ein Ergebnis in 60 Sekunden. Dafür geben die Kunden ihre Anforderungen ein. Dann prüft die KI, ob die Anforderungen realistisch sind für eine 3D-Drucklösung. 

In einem zweiten Schritt baut die KI einen Produktionsplan auf. Der dritte Schritt ist die direkte Vernetzung mit den Partnern, also einem passenden 3D-Druck-Anbieter.“ Erst bei diesem letzten Schritt wird A-Match kostenpflichtig und We4All verdient durch Provision. Bereits 340 Kunden wurden via A-Match zusammengebracht. 

Viele 3D-Druck-Teile

Viele Unternehmen setzen 3D-Drucklösungen noch nicht effizient ein – hier setzt We4All an

DR3AM: Der einfache Einstieg in den 3D-Druck

DR3AM ergänzt die Matchingplattform A-Match um eine Lern- und Vernetzungsebene. Während We4All Unternehmen mit passenden 3D-Druck-Partnern für konkrete Projekte verbindet, setzt DR3AM früher an: Die Plattform vermittelt praxisnahes Wissen zur additiven Fertigung und schafft die Grundlage, 3D-Druck gezielt einzusetzen. Nutzer erhalten Einblicke in Technologien, Materialien und Anwendungen und können anschließend direkt in die Umsetzung gehen – eigenständig oder über das We4All-Netzwerk. 

3-Druck von We4All: zwischen Berlin und globalem Markt

Mit dem frisch gelaunchten A-Match fokussiert sich We4All derzeit hauptsächlich auf Berlin und Brandenburg, aber der Fokus geht nach draußen, so Shakarchi: „Wir haben weltweit 450 Partner im Bereich 3D-Druck und wollen weiter wachsen und global agieren.“ Die Chancen sehen gut aus, zumal für dieses komplexe Geschäft noch kaum Konkurrenz auf dem Markt ist.

Die Besonderheit von A-Match liegt denn auch in der Datenbank, erklärt Nezar Shakarchi: „Wir nutzen unsere eigens entwickelte KI, Dafür haben wir die 400 durchgeführte Projekte genutzt – die meisten sind verschlüsselt, also nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Mit Chat GPT und willkürlichen Daten hat das rein gar nichts zu tun.“ Das KI-Wissen hat der Gründer sich selbst angeeignet, außerdem arbeitet im aktuell vierköpfigen Team von We4All ein KI-Experte.

Wachstum, Plattformökonomie und Herausforderungen

Trotz 140.000 Euro Umsatz 2025 und der Begeisterung über das neueste Projekt im Start-up sieht Nezar Shakarchi deutliche Herausforderungen, besonders angesichts des Geschäftsmodells: „Das Plattformgeschäft gehört zu den schwierigsten Geschäftsfeldern überhaupt, weil man viele Player mit vielen Anforderungen hat, die man miteinander matchen muss. Und natürlich braucht man sehr viele Besucher, damit es sich rentiert. Und wir stehen noch ganz am Anfang.“ 

Und auch die Kundenseite hat es beim Thema 3D-Druck nach wie vor in sich: „Das Misstrauen vor Neuem ist hierzulande sehr groß. Wir versuchen zum Umdenken beizutragen, indem wir den Kunden mit dem kostenlosen Schnell-Check entgegenkommen. Und wir liefern ihnen die Sicherheit, dass wir DSGVO-konform und mit eigenen, auf europäischen Servern liegenden Daten arbeiten. Manchmal braucht es seine Zeit, aber wir sind optimistisch: Whatsapp und ChatGPT wollte anfangs auch niemand haben – jetzt benutzen es alle.“