Strafabgabe für alle Berliner Unternehmen droht!

Ab 2027 droht die Ausbildungsplatzabgabe.

Das Gesetz würde jedes Unternehmen zusätzlich belasten ohne die eigentlichen Probleme auf dem Ausbildungsmarkt zu lösen. Statt mehr Ausbildung drohen mehr Bürokratie, Klagen und Unsicherheit.

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Das Ultrakurzinterview mit Christian Bräuer, Chef der Yorck-Kinos

Alle begann mit einer Anhalterin, die der Politikstudent Christian Bräuer vor Jahrzehnten am Ku’damm einsteigen ließ. Die besorgte ihm einen Job beim Yorck-Kino. Aus dem Studi-Job wurde eine Karriere: Seit 2007 ist Christian Bräuer, 54, gemeinsam mit Firmengründer Georg Kloster Geschäftsführer der Yorck Kino GmbH. Mit 14 Filmkunsttheatern und zwei Sommerkinos ist die Kinogruppe einer der größten unabhängigen Arthouse-Kinobetreiber Deutschlands. Als Teil der Unternehmensführung legt Bräuer großen Wert auf den Erhalt historischer Bauwerke und kulturell diversifizierter Kiezprogramme, die ein kinobegeistertes Publikum seit über vier Jahrzehnten schätzen.  

Parallel lenkt Bräuer vielfältige Positionen in der Kinolandschaft. Seit 2009 ist er Vorsitzender der AG Kino – Gilde, dem Verband deutscher Programmkinos, und seit 2019 Präsident der Confédération Internationale des Cinémas d’Art et d’Essai (CICAE). Zudem bekleidet er Schlüsselrollen als Vorstandsmitglied von Europa Cinemas sowie im Präsidium und Verwaltungsrat der Filmförderungsanstalt (FFA). Bräuer ist auch Mitglied der Vollversammlung der IHK Berlin.  

Anfang der 2000er Jahre unterstützte der Cineast Arthouse- und Landkinos bei der Umstellung auf digitale Projektion, um ein Kinosterben zu verhindern. Während der Corona-Pandemie setzte er sich vehement für Rettungsprogramme ein, um die Existenz zahlreicher Lichtspielhäuser zu sichern. Für seinen Einsatz wurde ihm im Februar 2024 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Gewürdigt wurden seine Rolle als kulturelle Stimme und seine Praxis, Kino gesellschaftlich zu verorten und international zu vernetzen. Dem Branchendienst „The Spot“ schilderte Bräuer jüngst, was Kino in seinen Augen gerade heute so relevant bleiben lässt: „In Zeiten wachsender Polarisierung und Vereinsamung sind es unsere Kinos, die dort verbinden, Diskurse ermöglichen und Empathie schulen, wo die sozialen Medien uns spalten.“