IHK-Vollversammlung spricht sich vehement gegen Vergesellschaftung privater Wohnungsbestände aus von Holger Lunau Es drohen immense Schulden tung privatwirtschaftlicher Wohnungsbestände schadet aus Sicht der Wirtschaft dem Standort, ohne die strukturellen Ursachen der Wohnungsknappheit zu lösen. Vergesellschaftung schafft keine einzige zusätzliche Wohnung. Stattdessen bremst sie den Neubau aus und ist ungerecht gegenüber Wohnungssuchenden und Mietenden in Beständen, die nicht betroffen wären. (Siehe auch Seite rechts.) Ein Eingriff in privates Eigentum untergräbt zudem die Säulen der sozialen Marktwirtschaft. Damit sind zentrale Voraussetzung für Investitionen, Innovationen und Arbeitsplätze in Gefahr. Die fiskalischen Risken sind erheblich. Jeder Euro, der für Entschädigungen verwendet wird, fehlt für wichtige Zukunftsinvestitionen. Als erstmalige Anwendung von Art. 15 GG hätte der Eingriff eine enorme Signalwirkung. Berlin droht an Attraktivität als Wirtschaftsstandort zu verlieren. Darüber hinaus beschädigt eine Löschung von Grundpfandrechten das Bankensystem und die Kreditvergabe. Dadurch wird die künftige Immobilienfinanzierung gehemmt. Es droht ein Konflikt zwischen bezahlbarem Wohnen und energetischen Sanierungen. Die Klimaschutzziele des Landes drohen dadurch unter Druck zu geraten. Nach Ansicht der IHK-Vollversammlung braucht es Kooperation statt Konfrontation. Die Probleme am Wohnungsmarkt lassen sich nur mit der Wirtschaft lösen. Berlin braucht dafür politisch Verantwortliche, die in der schwierigen Interessenabwägung konsequente Entscheidungen für mehr Wohnungsbau treffen. ■ IHK-Präsident Sebastian Stietzel in der Sitzung der Vollversammlung am 10. September I n Berlin wird über die Vergesellschaftung privater Wohnungsbestände diskutiert. Die Wirtschaft unterstützt das Ziel, mehr bezahlbaren Wohnraum in der Stadt zu schaffen. Aus Sicht der IHK-Vollversammlung sind Eingriffe in Eigentumsrechte jedoch nicht der geeignete Weg, um dieses Ziel zu erreichen. Stattdessen setzt die Wirtschaft auf schnelleres Planen und Bauen, die Aktivierung von Wohnungsbaupotenzialen, vereinfachte Standards, mehr Bauland, zügigere Genehmigungsverfahren sowie Unterstützung für bedürftige Haushalte. In einem Positionspapier erläutert das Parlament der Berliner Unternehmerschaft seinen Standpunkt ganz konkret. Eine VergesellschafStandpunkt Die Position der Berliner Wirtschaft unter: ihk.de/berlin/position- vergesellschaftung FOTO: IHK BERLIN/JENS AHNER AGENDA | Vollversammlung | 16 Berliner Wirtschaft 10 | 2026
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