Berliner Wirtschaft Oktober 2026

Sonstige AfD Linke Grüne SPD CDU 18,8 12,1 14,3 25,7 16,3 12,8 Quelle: Der Landeswahlleiter für Berlin, vorläufiges Ergebnis Zweitstimmen in Prozent Linke gewinnen die Wahl zum Abgeordnetenhaus – jetzt müssen die Parteien an den Gesprächstisch von Holger Lunau und Eike Paulun Aus drei mach eins tum generieren. Vor diesem Hintergrund fordert IHK-Präsident Sebastian Stietzel „alle Beteiligten auf, zügig mit den Sondierungsgesprächen zu beginnen. Dabei muss allen klar sein: Egal, welche Wahlversprechen am Ende umgesetzt werden sollen, die Voraussetzung dafür ist eine starke und wachsende Wirtschaft. Investitionssicherheit und mehr unternehmerische Freiheit gehören daher ins Zentrum der Koalitionsverhandlungen“. Das wurde kurz vor der Abgeordnetenhauswahl auch bei einer Veranstaltung mit den fünf Spitzenkandidierenden im Ludwig Erhard Haus deutlich. Bei der gemeinsamen Wahlarena von IHK, Handwerkskammer, UVB und VBKI stellten sich Stefan Evers (CDU), Steffen Krach (SPD), Werner Graf (Grüne), Elif Eralp (Linke) und Kristin Brinker (AfD) den Fragen von Moderator Volker Wieprecht. Die Debatte zeigte: An wirtschaftspolitischen Konfliktlinien mangelt es nicht. Besonders deutlich wurde das auch hier bei der Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen. Während Evers und Krach sie ablehnten, hielten Graf und Eralp daran fest. Auch bei Verkehr und Infrastruktur gingen die Vorstellungen auseinander. Mehr Einigkeit gab es beim Fachkräftemangel: Schnellere Anerkennungsverfahren für ausländische Abschlüsse sind längst keine Detailfrage mehr, sondern Voraussetzung dafür, dass Berliner Unternehmen wachsen können. ■ Die Linken haben die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September gewonnen, brauchen jedoch für die Besetzung des Chefsessels im Roten Rathaus die Unterstützung von Grünen und SPD. Aber die Sozialdemokraten, die ihr schlechtestes Ergebnis ever eingefahren haben, stehen zumindest in einem Punkt, dem wichtigsten Punkt der Linken, quer. Sie lehnen die Vergesellschaftung privaten Wohnungseigentums ab. Das könnte der Knackpunkt sein, der eine mögliche rot-grünrote Koalition nicht zustande kommen lässt. Dann könnte die Stunde der CDU schlagen, die wie Grüne und SPD viele Wählerstimmen im Vergleich zu 2023 verloren hat. Rein rechnerisch würde es auch für eine „Koalition der Verlierer“ reichen, allerdings tendieren die Grünen nach Aussagen ihres Spitzenmannes Werner Graf eher zu den Linken. Dass es eine Regierungsalternative überhaupt gibt, liegt daran, dass nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis das BSW den Einzug ins Landesparlament verpasst hat. Wie auch immer, Berlin kann sich keine Regierungspause leisten. Zu viele Probleme beschäftigen auch die Wirtschaft. Chaotische Verkehrsverhältnisse, zu wenig Wohnungsbau, zu viel Bürokratie behindern wirtschaftliches Handeln. Hinzu kommt die Verschwendung von Steuergeldern für Projekte, die keinerlei WachsEike Paulun, IHK-Politikmanager Tel.: 030 / 315 10-873 eike.paulun@berlin.ihk.de FOTO: GETTY IMAGES/MOOR STUDIO AGENDA | Abgeordnetenhauswahl | 12 Berliner Wirtschaft 10 | 2026

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