Berliner Wirtschaft September 2026

B erlins Wirtschaft steht für den Nachwuchs bereit, und auch die Jugendlichen wollen anpacken: Rund 80 Prozent der Auszubildenden in der Hauptstadt entscheiden sich trotz vorhandener Alternativen ganz bewusst für den dualen Ausbildungsweg, und 85 Prozent würden ihren Betrieb weiterempfehlen. Dennoch bleiben viele Stellen unbesetzt. Vor allem der angespannte Berliner Wohnungsmarkt wird dabei zum Hindernis für Auszubildende. Das zeigen die Ergebnisse der Wohnbedarfsstudie des Berlins Jugendliche entscheiden sich ganz bewusst für die duale Ausbildung, doch fehlender Wohnraum verhindert laut IHK-Studie Ausbildungsstarts von Milena Fritzsche Wohnungsnot bremst aus Manja Schreiner (2. v. r.), Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin, auf der Pressekonferenz zur aktuellen Ausbildungssituation Moritz Frisch, IHK-Junior-Public- Affairs-Manager, Bereich Wirtschaft & Politik Tel.: 030 / 315 10-482 moritz.frisch@berlin. ihk.de Forschungsinstituts empirica im Auftrag der IHK Berlin sowie zwei IHK-Umfragen, an denen sich jeweils mehr als 400 Berliner Auszubildende und Betriebe beteiligten. Unternehmen investieren Zeit und Ressourcen An offenen Stellen fehlt es nicht: Allein laut der Bundesagentur für Arbeit sind in der Hauptstadt aktuell noch mehr als 5.000 Ausbildungsplätze frei. Die tatsächliche Zahl dürfte jedoch deutlich höher liegen. Die IHK-Umfrage zeigt, dass 44 Prozent der Betriebe ihre freien Stellen gar nicht oder nur gelegentlich an die Agentur für Arbeit melden. Gleichzeitig scheitern immer mehr Unternehmen beim Matching: 42 Prozent der Betriebe konnten ihre angebotenen Plätze nicht oder nicht vollständig besetzen. Als Hauptgrund nennt über die Hälfte der betroffenen Unternehmen das Fehlen passender Bewerbungen. Ihr Unternehmen investiere viel Zeit und Ressourcen, um junge Menschen für eine Ausbildung zu gewinnen, sagt Tanja Schirmann, Geschäftsleiterin von Plischka Möbeltransporte. Doch Ausbildungsverhältnisse scheiterten an Rahmenbedingungen, die ein Betrieb nicht allein lösen könne: „Wenn Auszubildende keinen Wohnraum finden, gehen uns wichtige Nachwuchskräfte verloren.“ FOTO: IHK BERLIN/JENS AHNER; ILLUSTRATION: GETTY IMAGES/LEONTURA Berliner Wirtschaft 09 | 2026 fachkräfte

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