Vom Kreuzberger Apothekenbetrieb zum erfolgreichen Pharmahersteller – Dr. Kade feiert 140 Jahre Unternehmensgeschichte von Julia Frese Unternehmen mit Wirkung Die Firma begann, immer mehr eigene Präparate herzustellen, errichtete eine eigene pharmazeutische Fabrik und belieferte sogar den Hof der Hohenzollern mit Medikamenten – Verbandszeug, Arzneien und chirurgische Geräte schickte das Unternehmen damals bis in die deutschen Kolonien in Afrika. Nach Gewinneinbrüchen im Ersten Weltkrieg ging der Wachstumskurs weiter: Felix Lutze, dem Sohn des Gründers, gelang es unter anderem, eine erfolgreiche Geschäftsbeziehung mit der japanischen Pharmafirma Maruho aufzubauen, die bis heute Bestand hat. Etwa zur selben Zeit begann Dr. Kade, das Hämorrhoidenmittel Posterisan zu produzieren – und damit eines seiner bis heute erfolgreichsten Arzneimittel. Die Wirkweise über eine immunologisch wirkende Bakteriensuspension hatte es so in der Medizin noch nie zuvor gegeben. Heute versteht sich Dr. Kade als mittelständisches, familiengeprägtes Unternehmen mit rund 300 Mitarbeitenden und Berliner Wurzeln. Als Spezialgebiete sind jene Behandlungsfelder geblieben, die vielen Menschen bei der Bestellung am Apothekentresen eher unangenehm sind: proktologische Beschwerden wie Hämorrhoiden oder gynäkologische Erkrankungen wie Scheidenpilz. „Wir beschäftigen uns seit Jahrzehnten mit Erkrankungen, über die Patientinnen und Patienten oft nur ungern sprechen“, sagt CEO Felix König. „Daraus ist ein klares Selbstverständnis entstanden: Wir wollen Barrieren abbauen und den Zugang zu Therapie erleichtern.“ Zum Profil des Unternehmens gehört auch die Verbundenheit mit Berlin. Produziert wird in Marienfelde, die Verwaltung sitzt im traditionsreichen Ullstein-Haus am Tempelhofer Hafen. Damit knüpft Dr. Kade an die Berliner Industriegeschichte an. Beim Thema Nachhaltigkeit bekennt sich das Unternehmen zu klaren Standards: Am 3. September erhält Dr. Kade die EMAS-Urkunde. Das Umweltmanagementsystem der Europäischen Union (EMAS) zeichnet Unternehmen aus, die ihre Umweltleistung systematisch verbessern und transparent dokumentieren. „Made in Germany ist für uns kein Label, sondern ein Leistungsversprechen für pharmazeutische Kompetenz, verlässliche Qualität und verantwortungsvolle Produktion“, betont König. ■ Hier ein hippes Start-up, da eine innovative Tech-Plattform – so kennt man die Berliner Wirtschaft. Dass die Stadt auch Unternehmen hervorgebracht hat, die seit Generationen produzieren, forschen und Arbeitsplätze sichern, gerät dabei leicht in Vergessenheit. Dr. Kade ist solch ein Fall: Das Pharmaunternehmen feiert dieses Jahr seinen 140. Geburtstag. Ihren Anfang nahm die Geschichte von Dr. Kade in der Oranien-Apotheke in Kreuzberg. Heute befindet sich dort eine edle Weinbar, das Original-Holzinterieur aus dem 19. Jahrhundert samt Medizinfläschchen und -tiegeln ist noch immer erhalten. Im Jahr 1886 übernahm der Charité-Apotheker Franz Lutze das Haus von Vorgänger Dr. Rudolph Kade. Lars Mölbitz, IHK-Key-Account- Manager Industrie Tel.: 030 / 315 10-439 lars.mölbitz@berlin.ihk.de 142 Tonnen Cremes, Salben und Gele werden bei Dr. Kade jährlich hergestellt. Die Produkte werden in 25 Ländern vermarktet. Name Nachname Funktion und Firma Made in Germany ist für uns kein Label, sondern ein Leistungsversprechen. Felix König CEO Dr. Kade Mehr erfahren Den kompletten Artikel auf BW Online lesen: FOTO: DR. KADE BRANCHEN | Gesundheitswirtschaft | 42 Berliner Wirtschaft 09 | 2026
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