Berliner Wirtschaft Juli/August 2026

praxisfernen Natur- und Artenschutzauflagen, und durch effizientere Verfahren spürbar zu beschleunigen. Dafür sei auch die Randbebauung des Tempelhofer Feldes notwendig. Steuern und Abgaben „Wir lehnen Steuererhöhungen ab“, so die klare Ansage der CDU. Die SPD will die Einnahmen hingegen erhöhen, dazu unter anderem die Grunderwerbsteuer um 0,5 Prozentpunkte anheben, eine Verpackungssteuer einführen sowie Parkgebühren und Bußgelder erhöhen. Die Ausbildungsplatzumlage umsetzen wollen SPD, Die Linke und Grüne. Im Wahlprogramm der Grünen heißt es zudem, dass man sich auf Bundesebene für die Wiedereinführung einer Vermögensteuer für Superreiche und eine Reform der Erbschaftsteuer einsetzt. Die Linke will eine Luxusvillensteuer einführen und die Grunderwerbsteuer von aktuell 6,0 auf 8,0 Prozent erhöhen, mindestens aber auf das Brandenburger Niveau von 6,5 Prozent. Für die AfD darf „die öffentliche Hand Bürger und Wirtschaft nicht über dauerhaft steigende Kosten belasten, wenn Projekte primär ideologisch begründet sind und nur durch zusätzliche Verschuldung darstellbar werden“. Statt Ausbildungsplatzumlage fordert die AfD die steuerliche Entlastung von Ausbildungsbetrieben. Steuererhöhungen, neue Steuern oder zusätzliche Abgaben – wie auch eine Ausbildungsplatzumlage – lehnt die Berliner Wirtschaft laut IHK ab. Verkehr „Auto verbieten verboten“, schreibt die CDU und kündigt höhere Investitionen in den Straßenbau, ein Sonderprogramm für Brücken und den Weiterbau der Tangentialverbindung Ost (TVO) an. Zudem müsse der 17. Abschnitt der A100 gebaut werden. Das findet auch die AfD. Die Grünen und die SPD sind gegen das Bauvorhaben. Statt die A100 weiterzubauen, setzt die SPD auf den Erhalt von Straßen und Brücken sowie auf nachhaltige Mobilität. „Wir bauen die Tangentialverbindung Ost als Straße, ohne einen späteren parallelen S-Bahn-Ausbau zu behindern“, so die SPD weiter. Die Grünen wollen den Wirtschaftsverkehr in Berlin durch bessere Flächenverteilung, mehr Liefer- und Ladezonen und digitale Verfahren, mit denen diese einfacher reserviert und gesteuert werden können, leistungsfähig und zukunftsfest gestalten. Für den Wirtschaftsverkehr sollte Berlin stärker Schienen, Wasserstraßen, die ÖPNV-Struktur nutzen und das Potenzial von Güterstraßenbahnen erforschen, so die Linke. Aus Sicht der IHK muss der Wirtschaftsverkehr durch intelligentes Baustellenmanagement, intelligente Verkehrssteuerung sowie den Weiterbau von A100 und TVO beschleunigt werden. Gewerbe- und Industrieflächen müssen durch eine zentrale Gewerbebauleitstelle gesichert und dem Bedarf entsprechend neu entwickelt werden. Bildungspolitik Berufsorientierung ist in den Wahlprogrammen aller zurzeit im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien ein Thema, für die SPD und die Linke schon ab der Grundschule. Aus Sicht der CDU soll sie an allen weiterführenden Schulen verbindlich und kontinuierlich ab der 7. Klasse stattfinden. Neben klassischen Informationsangeboten sollen dabei insbesondere praktische Erfahrungen im Mittelpunkt stehen. Die Linke und die AfD wollen zudem den Wirtschaft-Arbeit-Technik-Unterricht an allen Schularten stärken. Der Plan der Grünen: „Damit Jugendliche frühzeitig ausreichend Einblicke in verschiedene Branchen und Berufe erhalten, sollen alle Schüler*innen in der 8. bis 10. Klasse mindestens fünf Betriebe in Form von Praktika und Praxistagen kennenlernen.“ Berufliche Orientierung muss für die IHK verbindlicher Kernauftrag aller Schulen sein und die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung betonen. Die duale Berufsausbildung gilt es zu modernisieren und attraktiv auszugestalten. Fachkräfte Eine Initiative für mehr Mitarbeiter-Wohnen, Azubi-Wohnheime und ein Azubi-Werk Berlin als zentrale Anlaufstelle für Azubis können laut CDU einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftegewinnung leisten. Die SPD will die Anerkennung ausländischer Abschlüsse deutlich vereinfachen und beschleunigen, die Grünen wollen Erwerbspotenziale von Frauen sowie von Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte sowie mit Rassismuserfahrung ausschöpfen. Für die Linke ist eine „schnellere Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse migrantischer Beschäftigter enorm wichtig“. Die AfD hingegen befürwortet eine restriktive Migrationspolitik und will in erster Linie diejenigen Menschen stärken, die schon hier leben“. Für die IHK steht fest: „Um den Fachkräftemangel als zentrales Wachstumshemmnis für die Berliner Wirtschaft zu bekämpfen, müssen Matching zwischen Unternehmen und Bewerbenden durch die Arbeitsagentur optimiert, flexible Arbeitszeitmodelle unterstützt und Betreuungsangebote ausgebaut werden.“ Energiepolitik Für die AfD ist das Ziel „Berlin klimaneutral 2045“ ein ideologisches Prestigeprojekt ohne Einfluss auf das Weltklima. Es gefährde die Versorgungssicherheit, treibe die Energiepreise in die Höhe und verschleudere finanzielle Ressourcen. Windräder in Berlin lehnt die AfD strikt ab und findet den Wiedereinstieg in die Kernenergie unverzichtbar. Das Berliner Klimaschutz- und Energiewendegesetz müsse abgeschafft werden. CDU, SPD, Grüne und Die Linke sprechen sich für die erneuerbaren Energien aus. ■ Abgeordnetenhauswahl | 27 Berliner Wirtschaft 07-08 | 2026

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