Berliner Wirtschaft Juni 2026

Beim Kongress von Berlin, Brandenburg und Sachsen am 1. Juli in Dresden geht es um realisierbare gemeinsame Projekte von Larissa Scheu Ohne nötige Infrastruktur kein Wasser Der länderübergreifende Wasserkongress Berlin-Brandenburg-Sachsen hat deutlich an Kontur gewonnen: Aus der fachlichen Analyse ist die Frage hervorgegangen, wie große Infrastrukturprojekte tatsächlich umgesetzt und finanziert werden können. Die Komplexität der Herausforderungen wurde bereits beim Kongress 2025 in Berlin klar. Neben dem Schwammstadt‑Ansatz standen Themen wie die Wasserverfügbarkeit für Industrieansiedlungen, die Folgen des Kohleausstiegs in der Lausitz sowie der steigende Bedarf bei gleichzeitig sinkenden Grundwasserständen im Fokus. Ergebnis der Diskussionen war: Strategien und technische Ansätze sind vorhanden – entscheidend ist ihre Umsetzung im größeren Maßstab. In Berlin ist zu erkennen, wie anspruchsvoll dieser Schritt ist. Mit dem Masterplan Wasser verfügt die Stadt über eine umfassende Strategie zur Sicherung der Trinkwasserversorgung, zur Modernisierung von Netzen und Anlagen sowie zum besseren Gewässerschutz. Gleichzeitig wird das Geld knapp. Der Doppelhaushalt 2026/2027 sieht erhebliche Kürzungen im Umwelt- und Gewässerschutzbereich vor. In einer Sitzung des Umweltausschusses des Abgeordnetenhauses im Frühjahr 2026, bei der es um den Masterplan ging, zeigte die Diskussion zwar, dass Ziele und Maßnahmen viel Zustimmung finden – Finanzierung und Beschleunigung jedoch ungeklärt sind. Auch hängt die Wasserverfügbarkeit Berlins maßgeblich von überregionalen Zuflüssen ab. Nachhaltige Lösungen lassen sich daher nur im engen Schulterschluss mit Brandenburg und Sachsen entwickeln. Wasserpolitik wird zunehmend zu einer Frage der kritischen Infrastrukturpolitik. Vor diesem Hintergrund steht beim 4. Wasserkongress in Dresden die Frage im Mittelpunkt, wie die erforderlichen Investitionen in die Wasserinfrastruktur realisiert werden können. Der Handlungsdruck ist erheblich: Nach Schätzungen des Verbands kommunaler Unternehmen sind bundesweit Investitionen in dreistelliger Milliardenhöhe bis 2045 notwendig, etwa für den Ausbau von Leitungsnetzen, Speicherlösungen oder moderne Aufbereitungstechnologien. In der zentralen wirtschaftspolitischen Podiumsdiskussion des Kongresses in Dresden geht es um Finanzierungsmodelle, Förderinstrumente und die Rolle von Bund und Ländern. Ergänzend vertiefen Fachforen die Sachthemen, und Start-ups sowie Forschungseinrichtungen präsentieren Lösungen sowie neue Technologien zur Wasseraufbereitung. Der Kongress dürfte zeigen, ob aus Strategien tatsächlich Projekte werden. ■ Halb voll: Die Wasserversorgung ist nur zu gewährleisten, wenn die Länder der Region gemeinsam Lösungen finden Larissa Scheu, IHK-Public-Affairs-Managerin Energie- und Klimaschutzpolitik Tel.: 0171 / 353 78 84 larissa.scheu@berlin.ihk.de Anmeldung Wer am Wasserkongress in Dresden teilnehmen möchte, kann sich unter dem QR-Code anmelden. FOTO: GETTY IMAGES/YULIA REZNIKOV AGENDA | Wasserkongress | 12 Berliner Wirtschaft 06 | 2026

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