Berliner Wirtschaft Mai 2026

Berlin gilt als Hotspot für KI-Innovationen. Das bringt die Wirtschaft voran. Richtig eingesetzt, profitiert davon auch der Mittelstand – doch der ist oft noch zögerlich von Sabine Hölper Vom Experiment zum Erfolg schafft Freiräume für wertschöpfende Arbeit. Auch bei der Blech Company war genau das der Auslöser. Wiederkehrende Anfragen sollten standardisiert und schneller beantwortet werden. Früher mussten Informationen mühsam aus verschiedenen Systemen zusammengetragen werden. Heute generiert ein KI-Tool Antworten auf Basis strukturierter Firmendaten per Schlagwortsuche und erstellt automatisch E-Mails. Der Vorteil ist, dass nun alle Mitarbeitenden gezielt auf qualifizierte und einheitliche Informationen zugreifen können. „Das ist im Hinblick auf die geplante Nachfolgeregelung in fünf bis sieben Jahren wichtig“, sagt Gorgiel. Noch liegt ein Großteil des Wissens bei der Geschäftsführung. KI hilft, dieses systematisch zu sichern und skalierbar zu machen. Auch wirtschaftlich zahlt sich das aus: Durch den KI-Einsatz spart die Blech Company bereits rund 10.000 Euro pro Jahr ein. Trends und Chancen erkennen Deshalb plant das Unternehmen weitere Anwendungen. Denkbar ist etwa eine zentrale Wissensdatenbank für Fahrzeug- und Reparaturinformationen. „Ich analysiere immer, wo der Einsatz von KI sinnvoll ist und wo klassische Automatisierung reicht“, sagt Gorgiel. Denn auch KI ist ein Investment und muss sich wirtschaftlich tragen – unabhängig davon, ob Lösungen selbst entwickelt oder extern bezogen werden. Die Blech Company wird zum Beispiel in eine leistungsfähige IT-Struktur investieren. Dass sich Investitionen lohnen können, zeigt auch Kickerkult. Inhaber Oke Harms hat mehrfach in KI-Systeme investiert: Die KI beantwortet Kundenanfragen, erkennt Fehler oder optimiert Marketingkampagnen. Der 41-Jährige hat dabei manchmal Lehrgeld gezahlt. Rückblickend, sagt er, wäre manches günstiger gegangen. Dennoch überwiegen die Vorteile. Etwa bei der Datenpflege seiner mehr als 10.000 Produkte vom Kickertisch bis zum Flipper-Automaten spart sein Unternehmen Kosten. „Die KI erstellt in wenigen Sekunden Produkttexte“, sagt Harms. „Früher mussten wir dafür eine Agentur oder eigene Leute bezahlen.“ Henrik Holst, IHK-Public-Affairs- Manager Digitalpolitik und Unternehmenssicherheit Tel.: 030 / 315 10-623 henrik.holst@berlin.ihk.de Der Karosserie-Meisterbetrieb Blech Company sitzt in den historischen Ruthenbergschen Fabriken in Berlin-Weißensee und arbeitet hochmodern. „Wir treiben den Einsatz von KI voran und entwickeln unseren Betrieb zu einem datengetriebenen Karosserie-Spezialisten weiter“, sagt Geschäftsführerin Katja Gorgiel, die die Blech Company GmbH & Co. KG gemeinsam mit ihrem Mann Peer Gorgiel führt. Vor allem administrative Prozesse laufen so schneller, strukturierter und effizienter ab. Der Wandel ist exemplarisch: KI beschleunigt Abläufe, übernimmt Routinetätigkeiten und ILLUSTRATION: GETTY IMAGES/MOOR STUDIO; FOTO: BLECH COMPANY Berliner Wirtschaft 05 | 2026 VERLAGSSONDERVERÖFFENTLICHUNG | Künstliche Intelligenz

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