Berliner Wirtschaft Mai 2026

Jürgen Schepers, IHK-Key-Account- Manager Kreativ- und Digitalwirtschaft Tel. 030 / 315 10-676 juergen.schepers@ berlin.ihk.de will. Dabei ist ihm egal, welche Technik zum Einsatz kommt, er will eine wirtschaftliche und effiziente Lösung.“ Also hieß es bei We4All erneutes Umdenken und Brainstorming – immer getrieben von der Grundfrage, wie man die 3D-Druck-Technologie einfach und reibungslos in die KMU bringen kann. Seit Anfang dieses Jahres ist das neueste Projekt am Start: die KI A-Match, die Ergebnisse in 60 Sekunden liefert. Sie prüft die Realisierbarkeit, baut einen Produktionsplan auf und vernetzt direkt mit einem passenden 3D-Druck-Anbieter. Erst bei diesem letzten Schritt wird A-Match kostenpflichtig. Bereits 340 Kunden wurden via A-Match zusammengebracht. Optimistisch trotz Herausforderungen Aber We4All denkt 3D-Druck weiter: Mit DR3AM wird die Matching-Plattform A-Match um eine Lern- und Vernetzungsebene ergänzt. Nutzerinnen und Nutzer erhalten Einblicke in Technologien, Materialien und Anwendungen und können anschließend direkt in die Umsetzung gehen – eigenständig oder über das We4All-Netzwerk. Mit dem frisch gelaunchten A-Match fokussiert sich We4All derzeit hauptsächlich auf Berlin und Brandenburg, aber: „Wir haben weltweit 450 Partner im Bereich 3D-Druck und wollen weiter wachsen und global agieren.“ Die Chancen sehen gut aus, zumal für dieses komplexe Geschäft noch kaum Konkurrenz auf dem Markt ist. Trotz 140.000 Euro Umsatz 2025 und der Begeisterung über das neueste Projekt sieht Shakerchi deutliche Herausforderungen, besonders angesichts des Geschäftsmodells: „Das Plattformgeschäft gehört zu den schwierigsten Geschäftsfeldern überhaupt, weil man viele Player mit vielen Anforderungen hat, die man miteinander matchen muss. Und natürlich braucht man sehr viele Besucher, damit es sich rentiert. Wir stehen noch ganz am Anfang.“ Und auch die Kundenseite hat es beim Thema 3D-Druck in sich. Das Misstrauen vor Neuem sei hierzulande sehr groß, so Shakerchi. „Wir versuchen, zum Umdenken beizutragen, indem wir den Kunden mit dem kostenlosen SchnellCheck entgegenkommen. Und wir liefern ihnen die Sicherheit, dass wir DSGVO-konform und mit eigenen, auf europäischen Servern liegenden Daten arbeiten.“ Manchmal brauche es eben seine Zeit. „Aber wir sind optimistisch: WhatsApp und ChatGPT wollte anfangs auch niemand haben – jetzt benutzen es alle.“ ■ Oft wird 3D-Druck als Produktionslösung noch nicht optimal genutzt – We4All will das ändern Berliner Wirtschaft 05 | 2026 Plattformökonomie | 45

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