Berliner Wirtschaft Mai 2026

Bei der Ausbildungswahl zählt für viele junge Menschen auch der gesellschaftliche Beitrag. Hier setzt Leonie Neumanns Zeitzubi UG an von Sabrina Benning Sinnvolle Ausbildung ohne zusätzliche Ressourcen binden zu müssen. „CSR ist heute ein zentrales Thema – Zeitzubi integriert soziales Engagement direkt ins Ausbildungssystem, ohne Mehraufwand für Betriebe.“ Für die Gewinnung von Nachwuchskräften ist das ein starkes Argument. Die Gen Z sucht Sinn und gesellschaftliche Wirkung, und Unternehmen, die dies bieten, werden attraktiver. Zeitzubi liefert hierfür messbare Daten und Social Dashboards, die den Impact für das jeweilige Unternehmen sichtbar machen. Entscheidend ist jedoch die Praxis. Zeitzubi organisiert sowohl Einzelprojekte als auch Social Days, die exakt zur Branche und zum Nachwuchs passen. Ein Beispiel: Ein Unternehmen backte mit seinen Auszubildenden Weihnachtsplätzchen für ein Seniorenheim. Vor Ort entstanden Gespräche über frühere und heutige Ausbildungswelten. Der Verkauf der übrigen Plätzchen brachte mehr als 500 Euro für ein Kinder- und Jugendhospiz ein. „Solche Projekte schaffen sichtbaren Impact, stärken Teamgeist und fördern die Identifikation mit dem Betrieb“, so Neumann. Gleichzeitig entwickeln junge Menschen zentrale Zukunftskompetenzen: Teamfähigkeit, Selbstständigkeit, Einsatzbereitschaft. Leonie Neumann sagt dazu: „Über 87 Prozent der Engagierten entwickeln durch die Projekte relevante Soft Skills – 84 prozent profitieren davon direkt in ihrer Ausbildung.“ Ein enormer Gewinn für Azubis und Unternehmen – diese Fähigkeiten zählen längst zu den wichtigsten Anforderungen moderner Arbeitswelten. Auch unternehmensintern verändern sich Prozesse. Auszubildende übernehmen Verantwortung, Teams wachsen enger zusammen, Führungskräfte erleben ihre Nachwuchskräfte aktiver und selbstwirksamer. Die Identifikation mit dem Ausbildungsbetrieb steigt spürbar. Schließlich entsteht durch Zeitzubi ein wachsendes Netzwerk aus Unternehmen, Non-Profit-Organisationen und jungen Menschen. Damit zeigt eine Community, wie soziale Ökonomie in Berlin konkret gelebt werden kann. Ehrenamt wird hier nicht als Zusatz verstanden, sondern als fest verankertes Element moderner Ausbildung und nachhaltiger Personalstrategie. ■ Sabrina Benning, IHK-Junior-Fachreferentin Nachhaltigkeit Tel.: 030 / 315 10-743 sabrina.benning@berlin.ihk.de Zeitzubi integriert soziales Engagement direkt ins Ausbildungssystem, ohne Mehraufwand für Betriebe. Leonie Neumann Gründerin Zeitzubi UG Die Grundidee sieht so aus: Ehrenamt soll ein fester, messbarer und niedrigschwelliger Bestandteil der beruflichen Bildung sein. Dass sich soziales Engagement und berufliche Ausbildung sehr gut verbinden lassen, zeigt die Zeitzubi UG, geführt von Leonie Neumann, eindrucksvoll. Und auch, welchen Mehrwert diese Verknüpfung für Auszubildende, Betriebe, aber auch die Stadt Berlin erzeugt. Zeitzubi ermöglicht Ausbildungsbetrieben, soziale Projekte strukturiert in ihren Alltag zu integrieren, ohne bürokratischen Aufwand und Leonie Neumann integriert auf hochprofessionelle Weise ehrenamtliche Tätigkeiten in den Ausbildungsalltag FOTO: ZEITZUBI BRANCHEN | Social Economy | 42 Berliner Wirtschaft 05 | 2026

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