Chief Technology Officer bei Stark Defence: Johannes Schaback Drohnen sind im Rüstungsbereich in kurzer Zeit vom Spezialgerät zum Taktgeber geworden. Wer skalierbare, schnell weiterentwickelbare Systeme liefern kann, rückt in den Fokus. Stark Defence gehört zu den Profiteuren: Die Berliner entwickeln unbemannte, weitgehend autonome Systeme samt Software. Dass sich der Markt gerade rasant bewegt, zeigt ein aktueller Vertragsabschluss des RüstungsStart-ups mit der Bundeswehr. Er sieht die vollständige Lieferung von mehreren Tausend Loitering-Munition-Systemen innerhalb von zwei Jahren nach erfolgreicher Qualifizierung mit einem Volumen von 270 Mio. Euro vor. Hinter Loitering Munition verbergen sich KI-gesteuerte Drohnen, die zunächst über dem Einsatzgebiet „herumlungern“ (to loiter), um sich dann auf ihr Ziel zu stürzen und es mit einem Gefechtskopf zu zerstören. Grundsätzlich ist Berlin kein klassischer Standort der Rüstungsindustrie, doch immer mehr Firmen aus der Branche entdecken die Vorteile eines Unternehmenssitzes in der Hauptstadt. Das gilt auch für Stark Defence. „Unsere Wurzeln liegen im Großraum München, aber unsere strategische Heimat ist Berlin“, erzählt Johannes Schaback. „Denn hier findet der direkte Dialog zwischen technologischen Innovationen und staatlichen Institutionen statt“, fügt der Chief Technology Officer (CTO) von Stark Defence hinzu. „Diese Nähe ist wichtig für uns, da Defence-Tech in besonderer Weise im Spannungsfeld zwischen Technologieinnovationen und sicherheitspolitischer Verantwortung steht.“ Der CTO sieht darüber hinaus weitere Stärken des Standorts. „Berlin steht für eine technologisch starke Gründerszene und bietet ein einzigartiges strategisches Ökosystem aus Wirtschaftsakteuren, Forschungseinrichtungen und staatlichen Institutionen, die den akuten Bedarf an sicherheitsrelevanten Innovationen erkennen. Mittlerweile zählt Stark Defence zu den am höchsten bewerteten Rüstungs-Start-ups in Europa. Laut „Handelsblatt“ liegt die Bewertung inzwischen bei über einer Mrd. Euro. Für Schaback ist das Kapital vor allem Mittel zum Zweck. „Das uns bereitgestellte Kapital ermöglicht uns überhaupt erst, unsere Technologien zu entwickeln und uns als zuverlässiger Partner zu positionieren.“ Bis 2027 plant das Start-up, eine vollständig zertifizierte europäische Loitering Munition auf den Markt zu bringen. „Gleichzeitig werden wir unsere Produktionskapazitäten ausbauen, neue Produkte mit verschiedenen Reichweiten entwickeln und insbesondere in die Weiterentwicklung unseres Missionsführungssystems Minerva investieren.“ Berlin wird dabei die Schaltzentrale des Rüstungs-Start-ups bleiben. ■ Gut vernetzt Der QR-Code führt zum Unternehmer auf LinkedIn: Stark Defence steht vor dem Sprung in die Königsklasse der Start-ups. Das junge Unternehmen soll einen Multimillionenauftrag der Bundeswehr erhalten Drohnen vom Einhorn Johannes Schaback Unsere Wurzeln liegen im Großraum München, aber unsere strategische Heimat ist Berlin. Defence | 25 Berliner Wirtschaft 04 | 2026
RkJQdWJsaXNoZXIy MzQwNTQxOQ==