pole nutzen will, muss das Ökosystem jetzt zügig und robust institutionalisiert werden, bevor sich Zeitfenster wieder schließen“, so Martin Wolff. „Andere Bundesländer wie Bayern oder Schleswig-Holstein sind bereits fertig. Um mitzuhalten, muss Berlin den Senatsbeschluss mit Leben füllen und konkrete personelle, finanzielle und rechtliche Taten folgen lassen. Einfach von sich überzeugt zu sein, reicht nicht mehr.“ Enorme wirtschaftliche Chancen Dass Berlin mit dem Senatsbeschluss einen neuen Weg einschlägt, wird von der Berliner Wirtschaft begrüßt. Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin, bewertet die Initiative als „wichtige und notwendige Antwort auf die aktuelle geopolitische Lage“. Gleichzeitig verweist sie auf die enormen wirtschaftlichen Chancen für Innovation und Beschäftigung, die sich durch Landes-, Bundes- und EU-Investitionen in Dual-Use-Technologien ergeben. Die IHK sieht dabei gerade in der Zusammenarbeit mit Brandenburg und den ostdeutschen Bundesländern großes Potenzial. Berlin könne als Hauptstadt eine koordinierende Rolle übernehmen und seine Nähe zu Bundesebene, Bundeswehr und internationalen Partnern gezielt nutzen. Dies sei jedoch nur dann glaubwürdig, wenn das Land selbst signifikante Strukturen und eigene Ressourcen für den Aufbau des DefTech-Ökosystems bereitstelle. „Entscheidend ist, dass wir unsere Vorteile als Hauptstadt ausspielen und die Bedarfsseite – Bundesebene, Verteidigungsministerium, Bundeswehr sowie internationale Partner – als institutionellen Eckpfeiler des DefTech-Ökosystems von vornherein einbinden“, fordert Schreiner. Nur durch diese enge Verknüpfung mit den realen Beschaffungsstrukturen der Streitkräfte entstehe die notwendige Attraktivität für Start-ups und andere Unternehmen im Sicherheitsbereich. Der Fahrplan für Berlin steht damit. Der politische Rahmen ist mit dem Senatsbeschluss gesteckt, und die wirtschaftliche sowie technologische Substanz ist in der Stadt unbestreitbar vorhanden. Die kommenden Monate werden zeigen, wie schnell es gelingt, die geschaffenen Schnittstellen zu aktivieren und die Berliner Innovationskraft fest in die Beschaffungsprozesse des Bundes und Europas zu integrieren. ■ Manja Schreiner Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin Entscheidend ist, dass wir unsere Vorteile als Hauptstadt ausspielen. Positionspapier: Innovativ. Vernetzt. Verantwortungsvoll Mit einem Positionspapier zum Defence-Standort legt die IHK Berlin 25 Handlungsempfehlungen vor, wie die Hauptstadt ihren Beitrag zu Deutschlands Resilienz und Verteidigungsfähigkeit stärken kann. Ein zentrales Element dafür ist der Aufbau eines „TechHub SVI Ost“. Darüber sollen Berlin und die ostdeutschen Bundesländer ihre techno- logische Stärke – etwa in KI, Robotik, Cyber- Security oder industrieller Fertigung – enger mit den Innovations‑, Bedarfs‑ und Beschaffungsstrukturen von Bundeswehr und Sicherheitsakteuren verzahnen. Das Papier wurde unter Federführung des IHK-Themenausschusses „Innovative und wissensgetriebene Stadt“ erarbeitet. Zudem wurden konkrete Bedarfe und Maßnahmen im Austausch mit Industrieunternehmen und Start-ups aus dem Defence-Bereich diskutiert. IHK-Veranstaltung zu Sicherheit und Verteidigung Am 27. April bringt die IHK Berlin Unternehmen, Politik und Bundeswehr im Ludwig Erhard Haus zusammen. Bei der Veranstaltung wird diskutiert, wie die Hauptstadt ihre technologische Stärke noch gezielter für Resilienz und Verteidigungsfähigkeit einsetzen kann. Vorgestellt werden innovative Berliner Lösungen aus Bereichen wie KI, Cyber-Security und Raumfahrt. Weitere Informationen Mehr zum Thema Sicherheit unter ihk.de/berlin/ unternehmenssicherheit Defence | 21
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