che Herausforderung – sie können selbstständig auf Dateien, Anwendungen und kritische Systeme zugreifen und Aktionen ausführen.“ Dadurch entstünden neue, oft unsichtbare Datenflüsse und Risiken, für die klassische Sicherheitslösungen nicht entwickelt wurden. CyberTide ist eine AI-native Plattform, die sensible Unternehmensdaten über Endgeräte, E-Mail, Cloud-Dienste, KI-Tools und KI-Agenten hinweg erkennt, klassifiziert und schützt. Zielkunden sind Organisationen aus regulierten Branchen, der Verteidigung und kritischen Infrastrukturen. „Unsere modulare Plattform wird vollständig in der eigenen Infrastruktur des Kunden betrieben. Dadurch bleiben sensible Daten unter seiner Kontrolle“, sagt Hantoush, der das Unternehmen 2024 gründete, sieben Mitarbeitende beschäftigt und vom Bundesforschungsministerium und dem CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit gefördert wird. Als Chief Information Security Officer beim Berliner Fintech Trade Republic hat Julian Schwarzkopf gelernt, wie wichtig das Thema finanzielle Compliance für regulierte Unternehmen ist. Die Einhaltung regulatorischer Anforderungen aus verschiedenen Bereichen wie Datenschutz, Geldwäsche und Risikomanagement, darunter der Digital Operations Resilience Act (DORA) sowie die EU-Richtlinie NIS-2 für mehr Cybersicherheit, sorgt für Rechtssicherheit, finanzielle Stabilität und den Schutz des Unternehmensrufs. Genau hier setzt das Geschäftsmodell des im Jahr 2025 gegründeten Berliner Start-ups VGLNT an. „Wir haben ein Tool entwickelt, mit dem Compliance nahtlos in die Betriebsabläufe integriert wird und das den Compliance-Aufwand, also die Kosten, reduziert“, sagt der Gründer Julian Schwarzkopf. Das System helfe den Unternehmen dabei, die hohe Komplexität in den Griff zu bekommen, Regeln in effektive Maßnahmen umzusetzen und auch den Nachweis führen zu können, dass alle regulierten Abläufe regelkonform laufen. Um den Start zu erleichtern, hat sich Schwarzkopf erfolgreich beim neuen Inkubator-Programm des Verbandes der Digitalwirtschaft Berlin & Brandenburg beworben. Ein knappes Jahr bekommt er monatlich ein Stipendium, Coaching und ein Büro im Delta Campus in Neukölln. Die Unterstützung weiß der Gründer zu schätzen. „Teil eines Ökosystems zu sein und sich mit anderen Gründern austauschen zu können, hilft sehr.“ Noch bewegt sich das Start-up in der Pilotierungsphase, aber bis zum Ende des Jahres sollen die ersten Kunden die Plattform nutzen. ■ tionssicherheit und Governance mit modernen KI-, Compliance- und Resilienzlösungen anbietet. Eine große Gefahr gehe von KI aus, die inzwischen auch Angreifer gezielt nutzen. „Wir beobachten oft bei den Unternehmen, dass die Denkweisen immer noch nah an den alten Mustern sind, in denen etwa auf Firewalls und Virenscanner gesetzt wird“, so Willems. Diese Verhaltensweisen seien jedoch nicht mehr zeitgemäß. Für Raafat Hantoush, Gründer und Geschäftsführer der Berliner CyberTide GmbH, besteht die größte Herausforderung darin, „die Kontrolle über sensible Daten zu behalten, während KI-Tools zunehmend in Geschäftsprozesse integriert werden“. Dazu gehöre auch sogenannte Shadow AI – also der Einsatz nicht genehmigter oder nicht kontrollierter KI-Tools, durch die vertrauliche Informationen unbemerkt offengelegt werden können. „KI-Agenten schaffen eine zusätzliMarkus Willems Geschäftsführer Wibocon GmbH Gerade kleine und mittlere Unternehmen rücken deutlich in den Fokus der Angreifer. 70 % der Unternehmen nehmen laut einer Bitkom-Umfrage an, dass Cyberangriffe in den kommenden zwölf Monaten zunehmen. FOTO: WIBOCON GMBH Cybersicherheit | 57 Berliner Wirtschaft 10 | 2026
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