Das Krisenjahr 2026 ist für Berlin schon jetzt rekordverdächtig. Im Januar 2026 legte ein Brandanschlag auf das Stromnetz Teile des Südwestens lahm. Der Blackout gilt als der bislang längste der Nachkriegsgeschichte. Am 14. August 2026 gab der Berliner Senat bekannt, dass gleich zwei Senatsverwaltungen gehackt worden seien. Die Ressorts Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt wurden sofort vom Landesnetz abgetrennt. Wann der Angriff erfolgte, wer ihn warum durchgeführt hat, ob auch personenbezogene und nicht öffentliche Daten betroffen sind, ob die Attacke beendet und das Landesnetz wieder sicher sei, das blieb auch Wochen nach der ersten Meldung unklar. Ende August schließlich wurde bekannt, dass beim bislang größten Hackerangriff auch Lösegeld vom Senat gefordert wird und Daten kopiert sowie öffentlich gemacht wurden. Wenn Cyberkriminelle ein Netz angreifen, ist das Chaos schnell komplett. In Berlin konnten die Mitarbeitenden der betroffenen Verwaltungen keine E-Mails mehr empfangen und nicht auf das Internet zugreifen. Digitale Angebote der Stadt waren offline oder massiv gestört, darunter ausgerechnet die Online-Beantragung der Briefwahlunterlagen für den 20. September 2026. Auch die Auszahlung von Wohngeld an mehr als 50.000 Haushalte war zeitweilig in Gefahr. Anna Borodenko, IHK-Referentin für Digitalisierung und Cybersicherheit Tel.: 030 / 315 10-522 anna.borodenko@ berlin.ihk.de Laut einer Ende August 2026 veröffentlichten Umfrage des Digitalverbandes Bitkom sieht sich die große Mehrheit der Unternehmen durch digitale und analoge Angriffe bedroht. 28 Prozent bezeichnen die Gefahr als „sehr groß“, 45 Prozent als „eher groß“. Das Dunkelfeld bei Datendiebstahl, Industriespionage und Sabotage werde größer, so der Bitkom. Zugleich erhielten auch weniger professionelle Angreifer durch künstliche Intelligenz neue Möglichkeiten. Knapp 70 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass Cyberangriffe in den kommenden zwölf Monaten zunehmen. „Gerade kleine und mittlere Unternehmen rücken deutlich in den Fokus der Angreifer, da diese oft Zugänge und Daten von größeren Unternehmen vorhalten, etwa aufgrund eines Dienstleistungsverhältnisses“, beobachtet Markus Willems, Geschäftsführer der Berliner Wibocon GmbH, die klassische Cybersecurity, InformaDie Zahl der digitalen Angriffe steigt. Berliner Unternehmen entwickeln Lösungen zum besseren Schutz vertraulicher Informationen von Eli Hamacher Mit Sicherheit durchs Netz ILLUSTRATION: GETTY IMAGES/JOHN M LUND PHOTOGRAPHY INC. Berliner Wirtschaft 10 | 2026 service
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